Mittwoch, 26. Juni 2019
Kultfilm „Die Tote von Beverly Hills“ ab 26. Juli auf DVD

„Gesellschaftskritische Seitenhiebe bleiben folgenlose Spielerei“ (Filmdienst)

Ab dem 26. Juli bietet sich die Chance, den deutschen Kultfilm „Die Tote von Beverly Hills“ auf DVD einzusammeln.

Die Unternehmen UCM.ONE und moviemax bringen am 26. Juli Michael Pfleghars deutschen Kultfilm „Die Tote von Beverly Hills“ auf DVD heraus. Die HD-restaurierte Version dieser satirischen Filmperle nach einer Vorlage von Curt Goetz hat den Geist der Gebrüder Zucker und Helge Schneiders vorweggenommen. Das schreiben zumindest die DVD-Produzenten. Aber „Die Tote von Beverly Hills“ genießt unter Cineasten wirklich einen hervorragenden Ruf. Nur war der Film mit Klausjürgen Wussow, Horst Frank und den Kessler-Zwillingen bislang schwer zu bekommen.

Im Jahr 1964 wurde Pfleghar damit in den Internationalen Wettbewerb von Cannes eingeladen, obwohl er nicht Teil des Neuen Deutschen Films war. Gefilmt wurde ohne Drehgenehmigung in Beverly Hills und Umgebung. Pfleghar ist heute eher durch seine Regie bei Fernseh-Klassikern wie „Klimbim“ oder „Zwei himmlische Töchter“ bekannt. Seinen Film soll es ab dem 26. Juli auch als Video on Demand geben.

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Freitag, 22. Februar 2013
DVD-Tipp: "Heißes Pflaster Köln"
Diese Rarität fehlt mir noch in meiner Sammlung. Mich verbindet eine Hassliebe mit dem Regisseur Ernst Hofbauer. Zum einen lernte ich ihn als Mitverantwortlichen der schlechtesten Schulmädchenreport-Filme kennen, zum anderen entdeckte ich später von ihm wilde Perlen wie "Wenn die prallen Möpse hüpfen", "Was Schulmädchen verschweigen" und "Mädchen beim Frauenarzt". Und seinem 1967 in den deutschen Kinos angelaufenen Spielfilm "Heißes Pflaster Köln" eilt ein Ruf wie Donnerhall voraus. Das dubiose, sich nach ihm benannt habende Hofbauer-Kommando von den Eskalierenden Träumen ging sogar soweit, "Heißes Pflaster Köln" neben so Werken wie "Herbstromanze" und "Macho Man" zu den zehn besten Filmen aller Zeiten zu zählen. Vom Kleinanbieter Kölnprogramm soll der Krautploitation-Klassiker im März auf den DVD-Markt geschmissen werden. Aber man weiß ja, wie so etwas leider meistens läuft: Verschiebungen, Bootlegs, öffentliche Selbstzerfleischung der Macher. Vielleicht erscheint der Film aber auch einfach. Lassen wir uns überraschen! Möglich, dass ich bis dahin endlich ebenso sein anderes wertvolles Frühwerk "Prostitution heute" aufgetrieben habe.

Nachtrag: Die DVD "Heißes Pflaster Köln" erscheint am 8. März und ist zum jetzigen Zeitpunkt einzig und allein über den hausinternen Shop zu bestellen. Zufall oder nicht: Am selben Tag erscheint auch Heinz Strunks neues Buch "Junge rettet Freund aus Teich". Epochal!

Links: - Trailer, - Kölnprogramm, - Hofbauer-Kommando

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Donnerstag, 3. November 2011
DVD-Tipp: "Männer sind zum Lieben da"
Am 25. November veröffentlicht JAM Entertainment, das Münchner DVD-Label hinter dem "Hollywood Fling"-Coup, den seltenen Eckhart Schmidt-Sexploitation-Film "Männer sind zum Lieben da" aka "Atlantis - Ein Sommermärchen". Schmidts Frühwerk ist auf DVD noch praktisch unerschlossen. Diese Veröffentlichung lässt nun aber hoffen, dass auch sein Debütfilm "Jet Generation" und der Compilation-Film "Erotik auf der Schulbank" eines Tages das Licht der Welt wieder erblicken werden. Schmidt damals selbst über "Männer sind zum Lieben da": "Eine Reflexion über Liebe und Sex in unserer Zeit im Gewand eines Science Fiction-Märchens." Für German Sexploitation-Fans wie mich ist das bereits jetzt eine der DVD-Veröffentlichungen des Jahres. Außerdem lädt das Ganze zum Träumen von Schmidts "Das Gold der Liebe" ein.

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Dienstag, 8. Februar 2011
DVD-Tipp: Die Peter Pewas-Box
Who the fuck is Peter Pewas? Genauso gut könnte man fragen: Wer sind Rudolf Thome oder Werner Hochbaum? Obskure Namen für den einen, unbezahlbare Schätze für den anderen Cinephilen. Wer eine Lupe zur Hand hat, könnte zumindest nachlesen, dass Peter Pewas kein Fremder für Quentin Tarantino ist. Der 48-jährige "Inglourious Basterds"-Regisseur wird ja immer gerne und häufig herbeizitiert, wenn es eine Legitimation braucht und die eigene Durchschlagskraft nicht ausreicht. Aber hier lohnt es sich mal wieder, weil Quentin seinen Arm nicht über den neuesten Pixar oder David Fincher-Film ausgestreckt hatte, sondern den kleinen Entdecker spielte. Schaut man nämlich auf das rechte Fake-Poster eines fiktiven Bridget von Hammersmark-Films mit dem Titel "Es gibt immer ein Morgen" wird einem zweierlei auffallen: Tarantino hat den Titel von einem weniger populären Douglas Sirk-Film mit Barbara Stanwyck und Fred MacMurray entlehnt. Und hinter der Spielleitung steht doch tatsächlich der Name von Peter Pewas.

Nun, Peter Pewas ist in der deutschsprachigen Filmwissenschaft kein Neuling mehr. Jeder, der Karsten Wittes brillanten Essay "Film im Nationalsozialismus - Blendung und Überblendung" in der "Geschichte des deutschen Films" gelesen hat, kennt den Begriff der ästhetischen Opposition und hat Peter Pewas' einzigen Spielfilm "Der verzauberte Tag", der im Dritten Reich entstand, aber verboten wurde, sehr weit oben auf der Wunschliste. Und diesen Februar soll der Film dank des Hamburger Forschungszentrums CineGraph und der Filmabteilung des Bundesarchivs in Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Archiven und Institutionen in einem Boxset auf zwei DVDs herauskommen. An spannenden Extras soll es nicht mangeln, Werbefilme, Interviews und Fragmente von verschiedenen Filmexperimenten en masse. Woher Tarantino Peter Pewas kennt? Wahrscheinlich durch die Lektüre von Eric Rentschlers englischsprachigem Standardwerk "The Ministry of Illusion". Ob er überhaupt einen Film von ihm kennt? Das ist zumindest fraglich, weil sich der Maestro auf seinen Promotouren hinter Leni Riefenstahl und der Screwball-Komödie "Glückskinder" versteckte.

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Freitag, 23. Juli 2010
DVD-Tipp: Einmal im Leben das Richtige tun
Vor allem aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht bestünde die Bildzeitung, sangen "Die Ärzte" in ihrem Popsong "Lasse Redn". Eine Binsenweisheit, die aber auch gut erklärt, warum das Boulevardblatt mindestens einmal in ihrem langen Leben das Richtige getan hat. Wenn der Bild-Chefredakteur eines Tages an die Himmelspforte klopfen wird, dann dürfte der TV-Skandal um Antje Mönnings freizügige Szenen in "Engel mit schmutzigen Flügeln" zu seinen Gunsten vorgelegt werden. Es würde ihm zwar nicht den Kopf retten. Es sei denn Gott wäre ein cinephiler Erotomane mit einer Schwäche für Roland Reber-Filme. Übrigens eine nicht ganz reizlose Vorstellung, wenn auch extrem unwahrscheinlich.

In die wenigen ausgewählten Kinos im Frühjahr haben sich dann nur die Wenigsten getraut. Die am 24. September erscheinende ab 18-DVD werden dafür deutlich mehr zu Gesicht bekommen. "Engel mit schmutzigen Flügeln", ein Kino, das uns teuer sein sollte, wie Hans Schifferle in der Süddeutschen schrieb, feierte seine Weltpremiere in Sitges, dem Cannes der Genrefilme, lief auf den Hofer Filmtagen und dem Fantasporto in Portugal. Bis nach Indien brachte Regisseur Roland Reber sein Road Movie, auf die Festivals von Goa und Chennai. Es wird Zeit, dass diese seltsame Anomalie der deutschen Filmindustrie, diese Renaissance der Krautploitation, beim heimischen Zuschauer ankommt.

Links: - BILD, - Krautploitation, - Ekstase

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Freitag, 22. Januar 2010
DVD-Tipp: Das Heist-Meisterwerk "Gambit"
Bin durch Harry Knowles DVD/Blu-ray-Kolumne der Aintitcool-News auf die Tatsache gestoßen worden, dass nun auch Normalsterbliche in den Genuss eines der schönsten Meisterwerke der Filmgeschichte kommen können. Ganz einfach, indem sie die kostengünstige (wenn ich daran denke, was ich für die VHS gezahlt habe ...) DVD in der UK oder den USA einsammeln, wobei ich eindeutig zu ersterem rate. Ein Blick auf das Cover genügt. Bei uns heißt "Gambit" umständlich "Das Mädchen aus der Cherry-Bar" und läuft gelegentlich in unsagbar schlechter Bildqualität und grausiger Synchro auf Das Vierte. Mittlerweile bevorzuge ich sogar den etwas verqueren deutschen Verleihtitel. Zu neuem Glanz verhalf diesem eleganten, jedoch leider vergessenen 1960er-Jahre Heist Movie mit Shirley MacLaine, Michael Caine und Herbert Lom eine Vorführung auf dem QT-Film Festival in Austin, Texas und die immer wieder aufkeimenden, sehr wagen Remake-Pläne der Coen-Brüder. Das Meisterwerk schaffte es unter ihre zehn absoluten Lieblingsfilme. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die so verehrten Gebrüder doch noch die Finger davon lassen werden, siehe "The Ladykillers" und bald "True Grit". Die letzten November erschienene britische DVD enthält übrigens auch einen bestimmt hörenswerten Audiokommentar des "Gambit"-Regisseurs Ronald Neame. Und um "Soul Kitchen" zu zitieren: Heist Movies sind geil aka Über den Dächern von Hamburg oder Der Grieche auf dem heißen Blechdach!

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Mittwoch, 8. Juli 2009
Kathryn Bigelows "Twilight": Schminke für "Near Dark"
(Quelle: Aintitcool-News)

Die Regisseurin Kathryn Bigelow kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Seit dem Venedig Filmfestival letzten September feiert sie die Welt wieder in umschmeichelnden Lobeshymnen. Noch vor ein paar Jahren, nach ihrem vorletzten Film, "K-19: The Widowmaker", wollte kein Schwein mehr etwas mit ihr zu tun haben. Und jetzt kommen sie alle angelaufen und wollen sie immer geliebt und bewundert haben. Nur weil sie den ersten unterhaltsamen Irakkriegs-Film gedreht hat. Und nur weil sie - die zehn Nominierungen machen es möglich - inzwischen von dem ein oder anderen für einen besten Film-Oscar gehandelt wird. Was sie aber vielleicht noch mehr schockieren und verwundern wird, ist das neue DVD-Cover, das das Studio ihrem Vampirklassiker "Near Dark" spendiert hat. So sieht der brutale Reißer jetzt aus wie ein "Twilight"-Klon. Das alte Cover war ja nie eine Offenbarung, und so fristete der Film auch ein Dasein als Kulthorror, den nur Eingeweihte kannten. Vielleicht ändert sich das nun. Träfe nicht den schlechtesten Film!

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Mittwoch, 3. Juni 2009
Alle Kätzchen naschen gern in Hollywood
Dieser Tage veröffentlicht das obskure DVD-Label Mya Communication, dessen Edwige Fenech-Affinität durch und durch bekannt ist, den German Sexploitation-Klassiker "Alle Kätzchen naschen gern" unter seinem Drive-in-Titel: "The Sweet Pussycats". Das ist aus vielerlei Gründen bemerkenswert. Die Amis haben für ihre DVD-Ausgabe ein wundervoll stilsicheres Cover gefunden. Internetguru Harry Knowles bespricht die DVD-Veröffentlichung in seiner Kolumne: "Aha! You may have see Edwige Fenech in 'Hostel 2,' but unless you’re a foreign film perv like me, you probably haven’t! It’s sexy and fun stuff – and Edwige is a delight throughout!" Und ich weiß nicht, wie es mit euch ist. Ich mag es aber einfach, wie die Amerikaner europäischen Trash behandeln. Bei ihnen wird aus einer deutschen Ramsch-DVD, die den Händlern peinlich ist, ein wertvoller europäischer Schatz, dem filmhistorisches Interesse entgegen zu bringen ist.

22 Dollar müssen die Amerikaner für dieses schuldige Vergnügen bezahlen. Passenderweise habe ich "Alle Kätzchen naschen gern" erst vor ein paar Wochen gesehen. Es ist wohl der einzige Film der Filmgeschichte, der einen Ritterrüstungs-Striptease bietet, der nebenbei gesagt die erotischste Szene des gesamten Films ist. Das Ganze steht ehrenvoll neben der ausgezeichneten Frau Wirtin-Reihe als gelungene europäische Co-Produktion. Denn einmal heißt es so schön: "Frau Wirtin hat auch einen Ritter, bei Licht besehen ist er ein Zwitter." Fenech ist toll und fast dauernackt, aber heimliche Star des Cast ist das schwarzhaarige Engelchen Barbara Capell.

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Dienstag, 12. Mai 2009
DVD-Tipp: "Tarzoon - Schande des Dschungels"
Der Filmspezialist WVG-Medien ist eher bekannt für seine pseudo-aufklärerische "Lover's Guide"-Serie und die kostengünstige Weiterverarbeitung der Daily Soap "Anna und die Liebe". Ende 2007 landete man aber einen Coup: Man einigte sich mit Alois Brummers Erben, packte noch alle Hausfrauen-Reports drauf und kündigte so in der "Erotik Classics"-Reihe den größten Ausstoß deutscher Sexploitation der 1970er-Jahre auf DVD an. Für diese echte Aufklärungsarbeit, die zeigte, dass auch Liselotte Pulver nicht immer schon im Spessarter Wirtshaus nächtigte und was überhaupt ein Ostfriesen-Report ist, wird man ewig dankbar sein müssen. Und auch dafür: Am 29. Mai veröffentlichen diese Teufelskerle den nächsten Knaller, nämlich die vielleicht bizarrste Zeichentrickperle der Animationsgeschichte. "Tarzoon - Schande des Dschungels" muss man gesehen haben, um es zu glauben. Und da hört es nicht auf, wie man bei QVC sagen würde: Mitte Juli werden Pichas weitere Glanzleistungen, "Das fehlende Glied" und "Der große Knall", nachgeschossen.

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Freitag, 23. Januar 2009
Endlich uncut: "My Bloodier Valentine"
Seit dem 13. Januar gibt es "Blutiger Valentinstag" (1981) erstmals uncut auf US-DVD zu kaufen. Bislang existierte der Slasherklassiker in den Regalen der Filmfans nur als unwürdige Schnibbelversion - jetzt ist sämtliches Gekröse wieder drin. Aus einem der besten und reichhaltigsten Slasherfilmen wird auch wieder einer der blutigsten. So sehr ich die Milieustudie um die kleine Kohlestadt geschätzt, den verrückten Barkeeper und seine Geschichten geliebt habe, die zwangsweise herausgeschnittenen Momente hat man dem Film in seiner früheren Form immer deutlich angemerkt. Das glich einer Verstümmelung. Heute erst kann ich den Ruf ganz und gar verstehen, der dem Film vorauseilte.

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