Sonntag, 7. Februar 2016
Berlinale-Filmtipps 2016

"Bildnis einer Trinkerin" © Autorenfilm-Produktionsgemeinschaft
Ausgespart habe ich als Tipps lediglich die Filme, die im Wettbewerb laufen werden. Die allgemeine Ablehnung des selbigen unter den ach so hippen Festivalgängern ist berüchtigt. Wer sich die vergangenen Jahre allerdings dort heran getraut hat, weiß um die Schätze, die dort zu heben sind. Nur: Mittlerweile ist das Namensaufgebot des Wettbewerbs (Mia Hansen-Løve, Denis Côté, Lav Diaz, Thomas Vinterberg, Jeff Nichols) so stark und das vermeintlich egale Starkino („Alone in Berlin“, „Hail, Caesar“, „Genius“) so unterrepräsentiert, dass es da keine Verteidigungsschrift mehr braucht. Die Wettbewerbsfilme werden selbstständig ihre Aufmerksamkeit generieren. Wer aber jenseits des Wettbewerbs auf der Suche nach Berlinale-Filmtipps ist, der könnte hier Anregungen finden:

Die Betörung der blauen Matrosen (Ulrike Ottinger, Teddy 30)

Die deutsche Regisseurin Ulrike Ottinger gehört jetzt schon zu meinen cineastischen Entdeckungen des Jahres. Eine feministisch-lesbische Filmemacherin des Neuen Deutschen Films, deren Werke so artifiziell, surreal und wunderschön gerieten, dass sie gerade auch Feministinnen ablehnten. Richard Linklater hat sie für mich wiedergefunden. Die Berlinale zeigt dieses Jahr ihre zwölfstündige Dokumentation „Chamissos Schatten“. Wer es etwas handlicher haben will, besucht ihren 48-minütigen Kurzfilm „Die Betörung der blauen Matrosen“, der anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Teddys gezeigt wird. Ottinger weiß, wie man eine mythische Aura bewahrt: Die DVD ihres Klassikers „Bildnis einer Trinkerin“ kostet auf ihrer eigenen Website zum Beispiel schlappe 80 Euro.

Kate Plays Christine (Robert Greene, Forum)

Der stellvertretende Blickpunkt:Film-Chefredakteur Thomas Schultze maulte nach Sundance sinngemäß: Warum läuft eigentlich keiner der richtig geilen US-Filme auf der Berlinale? Das sei früher mal anders gewesen. Klar, Kenneth Lonergans Oscar-Kandidat „Manchester by the Sea“ kann man nicht früh genug zu sehen bekommen. Aber sonst: Wenn auch das schwarze Sklavendrama „Birth of a Nation“ eine neue Rekordbörse für Sundance-Verhältnisse amortisierte, herrscht über die Qualität des Films alles andere als Einigkeit. Und auf eine furzende Daniel Radcliffe-Leiche („Swiss Army Man“) kann ich ehrlich gesagt durchaus verzichten.
Aber es gibt sie ja, die Sundance-Filme, die es auf die Berlinale geschafft haben. Über den Metafilm „Kate Plays Christine“, der den Selbstmord der Fernsehfrau thematisiert, die für den 1970er-Jahre-Klassiker „Network“ das Vorbild war, hört man sehr viel Gutes. Man macht wahrscheinlich auch nichts falsch, wenn man Andrew Neels „Goat“, James Schamus‘ „Indignation“ oder Ira Sachs‘ „Little Men“ schaut, die allesamt in Sundance gelobt und teilweise sogar gefeiert wurden.

Playgirl (Will Tremper, Retrospektive)

Wenn ich nach Lav Diaz‘ Kunstbrocken „A Lullaby to the Sorrowful Mystery“ noch die Kraft haben sollte, würde ich sehr gerne Will Trempers „Playgirl“ auf großer Leinwand sehen. Auch, weil es davor May Spils‘ Kurzfilm „Das Portrait“ zu sehen gibt. Überhaupt May Spils. Man kennt ihren riesigen Zuschauererfolg „Zur Sache, Schätzchen“ und die sehenswerte Fortsetzung „Nicht fummeln, Liebling!“ Aber ich wüsste gerne mehr über sie, wie sie sich in dieser knallharten Männerwelt der 1970er-Jahre am Boxoffice durchsetzte, um dann wie ein Stern zu verglühen.
Für Filmgeschichts-Freaks und Cineasten hat die diesjährige Retrospektive mit Filmen wie „Jimmy Orpheus“, „Der sanfte Lauf“ oder „Schonzeit für Füchse“ schon etwas zu bieten. Aber die Frage muss gestattet sein: Warum eigentlich nicht als Thema das Jahr 1967 anstatt 1966? Fände ich viel spannender. Kostprobe gefällig? Nur ein paar deutsche Filmtitel des Folgejahres: „Die Schlangengrube und das Pendel“, „Tob Job“, „Die blaue Hand“, „Tätowierung“, „Der Mönch mit der Peitsche“, „Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn“, „Mädchen Mädchen“, „48 Stunden bis Acapulco“, „Liebesnächte in der Taiga“, „Heißes Pflaster Köln“, „St. Pauli zwischen Nacht und Morgen“, „Das Rasthaus der grausamen Puppen“ und „Das Geständnis eines Mädchens“. Uff. Vielleicht schaffe ich Will Trempers „Playgirl“ nicht. Dann bliebe noch Michael Ballhaus‘ Ehrung mit „Working Girl“ (gerade von Amy Nicholson im The Canon-Podcast als sehr unterschätzter Frauenfilm-Klassiker gewürdigt) oder James Whales Kriegsfilm „The Road Back“, die in anderen Retro-Sektionen laufen werden.

Wir sind die Flut (Sebastian Hilger, Perspektive Deutsches Kino)

„24 Wochen“ ist der einzige deutsche Beitrag im Wettbewerb. Wer also junges deutsches Kino sucht, muss in die Sektion Perspektive Deutsches Kino. Das vergangene Jahr brachte uns das Wunder „Der Bunker“, im Jahr davor feierte „Der Samurai“ hier seine Geburtsstunde. Am ehesten schaut der Film „Wir sind die Flut“ wie die nächste deutsche Genreperle aus. Das dystopische Setting, nicht der übliche Coming-of-Age-Ansatz. Und Lana Cooper spielt eine der Hauptrollen. Das spricht seit „Lovesteaks“ für Qualität. Ansonsten wirken die deutschen Berlinale-Filme in ihren Titeln etwas saft- und kraftlos. Selten mehr als ein Wort: „Lotte“, „Liebmann“, „Meteorstraße“, „Agonie“ und „Toro“. Der österreichische Max Ophüls Festival-Gewinner „Einer von uns“, der auch auf der Berlinale läuft, hat drei Wörter. Ein Omen?

Son of Joseph (Eugène Green, Forum)

Den Eugène Green-Film “Son of Joseph” nenne ich stellvertretend für alle hoffentlich verrückten, ästhetisch gewagten, einfach anderen Filmerfahrungen der Berlinale 2016. Man wird mit Depardieu durch den Wald wandern können („The End“ aka „The Wandering“), vielleicht gibt man auch den Filmen, die im arabischen Raum spielen („A Maid for Each“ aus dem Libanon klingt spannend), eine echte Chance. Oder man geht zur Hachimir Madness ins Arsenal-Kino, um japanische 8mm-Punkfilme zu feiern. Oder man besucht die Woche der Kritik mit Grandrieux („Despite the Night“) und Zulawski („Cosmos“). „Théo et Hugo dans le même bateau” soll laut Wieland Speck eine schöne Jacques Rivette-Hommage sein. Wo doch die Nouvelle Vague ihre ersten Weihen auf der Berlinale genossen hat, wäre das ein schöner Bogenschluss.

Baden Baden (Rachel Lang, Forum)

Der Rachel Lang-Film “Baden Baden” ist meine Wild Card. Allein, um diesen Titel zu wählen, braucht es Eier so groß wie ein Volkswagen. Die Bilder, die bisher verröffentlicht wurden, sehen fantastisch aus. Auf den Film habe ich einfach Lust. Das kann natürlich auch völlig nach hinten losgehen. Aber dafür ist die Berlinale eben auch da. Versucht doch die Panorama-Doku „The Lovers and the Despot“ über das von Kim Jong-il entführte südkoreanische Starschauspieler-Paar. Der Hollywood Reporter-Kritiker Todd McCarthy mochte den sehr. Oder ihr gebt dem ghanaischen Film „Nakom“ eine Chance. Oder ihr schaut euch den umfeierten australischen Film „Girl Asleep“ an. Oder ihr versucht den chilenischen Film „Plants“, der interessant ausschaut. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Wild Card-Plätze unbegrenzt. Noch zwei Rate-Versuche ins Blaue: “Don’t Call Me Son” von Anna Muylaert, deren letzter Film “The Second Mother” sehr viel Lob bekommen hat. Oder auch der Panorama-Eröffnungsfilm „I, Olga Hepnarova“ über die Frau, die als letzter Mensch in der Tschechoslowakei per Todesstrafe umgebracht wurde.

Links: - Goldener Bär für Iran?, - Mehr Ulrike Ottinger

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Samstag, 6. Februar 2016
Hollywood Reporter Neil Young tippt "Soy Nero" als Bärensieger

"United States of Love" © Oleg Mutu
Gewinnt wieder ein Iraner den höchsten Preis der Berlinale? Wenn es nach dem Hollywood Reporter-Journalisten Neil Young geht, müsste Rafi Pitts mit seinem Film "Soy Nero" den Goldenen Bären gewinnen. Young berechnet für jedes große A-Festival die Chancenquoten der jeweiligen Wettbewerbsfilme. Pitts Film über junge Mexikaner, die sich freiwillig für den amerikanischen Militärdienst melden, um an eine Green Card zu kommen, erhält von Young eine 4:1-Quote. Der Iraner, der international aufwuchs, ist zum dritten Mal im Wettbewerb der Berlinale vertreten, was vor allem bedeutet, dass sein Stil Dieter Kosslick gefällt. Je nach Presse-Echo oder eigenen Seherfahrungen bessert Neil Young sein Chancen-Ranking auf.

Zum jetzigen Zeitpunkt aber, wo noch niemand irgendetwas über die Qualität der Filme weiß, setzt er auf Platz zwei seiner Charts Mia Hansen-Løves Film "Things to Come" mit Isabelle Huppert (5:1). Und man lese und staune: Auch dem achtstündigen philippinischen Schwarzweißfilm "A Lullaby to the Sorrowful Mystery" räumt er Chancen auf einen Sieg ein (6:1). Etwas schade ist immer, dass der Filmjournalist Neil Young die Begründungen weglässt. Warum ist bei ihm zum Beispiel Danis Tanovićs neuer Film "Death in Sarajevo" auf Platz 4 (7:1)? Weil Tanovics Film "No Man's Land" 2002 einen Oscar als bester fremdsprachiger Film gewann? Oder weil sein Film "An Episode in a Life of an Iron Picker" 2013 den Großen Jury-Preis im Berlinale-Wettbewerb errang? Weiß Young vielleicht doch schon mehr?
Geheimtipp Polen übersehen
Was er auf jeden Fall nicht weiß, ist die Chancen des polnischen Wettbewerbskandidaten "United States of Love" richtig einzuschätzen. Den führt Young nämlich unter ferner liefen auf einem der letzten Plätze mit einer Quote von 25:1. Ein Fehler, wie ich finde. Die Berlinale begreift sich als politischstes unter den A-Festivals. Die repressiven Maßnahmen der neuen polnischen Rechts-Regierung sind nicht an der Weltöffentlichkeit vorbei gegangen. Zumal mit Małgorzata Szumowska eine polnische Regisseurin in der Jury sitzt. Eine Jury, die von Frauen dominiert werden wird (vier Frauen und drei Männer). Den Vorsitz hat die Schauspielgöttin Meryl Streep. Kein anderer darstellender Mensch hat in seinem Leben mehr Oscarnominierungen als sie gesammelt. Jurypräsidenten suchen schon nach Wettbewerbsfilmen, mit denen sie sich identifizieren können. Und da der polnische Film "United States of Love" gleich mehrere weibliche Hauptrollen aufbietet, wäre das ein Aspekt, den man berücksichtigen müsste. Auch, dass der Film gegen Ende des Festivals gezeigt wird, könnte ihn frisch in den Hinterköpfen der Jury belassen.

Links: - Neil Youngs Ranking, - Wettbewerb, - Berlinale 2015

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Dienstag, 2. Februar 2016
Berlinale-Programm online - Was wir wissen

Lav Diaz' Film "A Lullaby to the Sorrowful Mystery" © Bradley Liew
* Der neue, heiß erwartete Lav Diaz-Film "A Lullaby to the Sorrowful Mystery" geht 485 Minuten. Das sind ganze acht Stunden. Was ein Kunstfilm-Brocken! Aber keine Sorge: Es soll eine 60-minütige Pause geben! Wie twitterte doch der Filmkritiker Jonathan Romney so treffend: "With intermission? C'mawwwn - what do they think we are? Tarantino fans?"

* Weil ich am vorvorletzten Tag der Berlinale schon wieder abreisen muss, verpasse ich leider einige der Filmprojekte, auf die ich mich eigentlich am meisten gefreut habe: Dominik Grafs Doku "Verfluchte Liebe deutscher Film", den vielleicht besten Boxfilm aller Zeiten auf großer Leinwand ("Fat City"), die französische Schauspielerin Solène Rigot nach der Filmperle "Tonnerre" endlich wiederzusehen ("Saint Amour"), Ulrike Ottingers zwölfstündige Doku "Chamissos Schatten" in drei Teilen anzuschauen und den wahrscheinlichen Gewinner des Goldenen Bären ("United States of Love").

* Es gilt, die Berlinale-Historiker zu fragen: Aber mit der Nominierung des britischen Filmkritikers Nick James als Jurymitglied scheint mir doch ein gewisses Novum eingetreten zu sein. Sehr spannende Wahl, Dieter Kosslick! Zumal der Sight & Sound-Herausgeber gerade in den letzten Jahren zu einem der treuesten und sachlichsten Begleiter des Festivals geworden ist. Ich vermisse jetzt schon seine Twitter-Einschätzungen zu den diesjährigen Wettbewerbsfilmen. [Eine kurze Recherche ergab: Paul Schrader war zwar 2007 Jury-Präsident, wohl aber eher in seiner Funktion als Regisseur und Drehbuchschreiber. Allerdings fanden sich bereits in Dieter Kosslicks Amtszeit im Jahr 2002 mit Peter Cowie und Kenneth Turan zwei waschechte Filmkritiker in der Jury.]

* Es gibt eine Gelegenheit, Akiz' Münchner Filmfest-Überraschung "Der Nachtmahr" nachzuholen.

* Das Programm sieht wirklich reichhaltig aus. Jetzt bedarf es in den nächsten Tagen den perfekten Schlachtplan!

Links: - Woche der Kritik, - Ottingers Doku-Opus, - Wettbewerb

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Montag, 1. Februar 2016
Kultfilm "Der Perser und die Schwedin" kommt

© Forgotten Film Entertainment
Am 31. Januar endete die Crowdfunding-Kampagne für den deutschen Film "Der Perser und die Schwedin". Die angestrebten 8.750 Euro Budget wurden zwar nicht erreicht. Aber dank des Engagement der Unterstützer sieht sich Forgotten Film Entertainment in der Lage, den Film doch herauszubringen. Bis zum 14. Februar haben Nachzügler noch die exklusive Möglichkeit, auch eine DVD des Films für 25 Euro vorzubestellen.

Links: - Homepage, - Mehr zum Perser und die Schwedin

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Mittwoch, 27. Januar 2016
Berliner Woche der Kritik setzt auf Zulawski, Ariane Labed und Weerasethakul

Ariane Labed in "Despite the Night" © Mandrake Films
Die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Gegenveranstaltung zur Berlinale, die Woche der Kritik, präsentierte gestern ihr Programm. Es ist eine Mischung aus unbekannten und berühmten Namen geworden. Mit den neuen Auswahl-Jury-Mitgliedern Carmen Gray und Joseph Fahim wollte man sich internationaler ausrichten. Vom 11. bis zum 18. Februar wird es wieder täglich in den Hackeschen Höfen einen Spielfilm mit anschließender Diskussion und etwaigen Kurzfilmen geben. Der Kultregisseur Andrzej Zulawski ("Possession", "Nachtblende"), der 15 Jahre Pause gemacht hatte, zeigt seinen neuen Film "Cosmos". Ein weiteres Highlight könnte die französisch-kanadische Produktion "Despite the Night" mit dem griechischen Arthouse-Starlet Ariane Labed und Roxane ‘Sennentuntschi’ Mesquida werden. Gespannt sein darf man auch auf die Kurzfilme von Denis Côté („May We Sleep Soundly“) und Apichatpong Weerasethakul (“Vapour”). Wenig ist bislang über die ausgewählten Filme geschrieben worden, obwohl sie größtenteils keine Weltpremieren sind. Wenn man aber ein bisschen nach ihnen stöbert, stößt man eigentlich immer auf anregende Bilder und außergewöhnliche Erzähl-Szenarios.

Links: - Woche der Kritik, - Ottinger & Graf im Forum, - Berlinale

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Dienstag, 26. Januar 2016
Berlin: Ulrike Ottingers 12 Stunden-Comeback & Dominik Grafs "Verfluchte Liebe deutscher Film"

Helga Anders in "Mädchen mit Gewalt" © Roger Fritz Filmproduktion
Die Berlinale-Reihe Forum ergänzt drei Special-Screenings und einen Schwerpunkt auf japanische 8mm-Indie-Filme aus den Punk-Jahren 1977 bis 1990. Große Freude über den Namen Ulrike Ottinger: Die exzentrische Regisseurin des Neuen Deutschen Films zeigt ihre zwölfstündige Dokumentation "Chamissos Schatten". Darin reist Ottinger auf den Spuren des Weltentdeckers Adelbert von Chamisso auf der gleichen Route von Alaska nach Kamtschatka. Ottinger war mir lange Zeit kein Begriff, bis sie der US-Regisseur Richard Linklater in meinen Fokus rückte. Er schwärmte vor allem von ihrem Film "Bildnis einer Trinkerin" aus dem Jahr 1979, der ohne Dialog auskommt. Linklater bezeichnete Ottinger als noch radikaler und ästhetisch gewagter als die Götzen Rainer Werner Fassbinder oder Werner Herzog. Die amerikanische Website Ioncinema, die immer eine ganz wundervolle Vorschau auf das neue Kinojahr macht, nannte Ottingers Spielfilm "The Beautiful Woman Sleeping" auf Platz vier der am heißesten erwarteten Filme 2016. Der Film soll auf Prosa von Elfriede Jelinek basieren.
Klaus Lemke, Roland Klick & Roger Fritz
Zwölf Stunden werden allerdings auch für die größten Ottinger-Fans eine Herausforderung sein, zumal das Doku-Opus im späteren Verlauf der Berlinale noch mal in drei Teilen gezeigt werden soll. Noch ein bisschen gespannter bin ich allerdings auf die neue Dominik Graf-Doku "Verfluchte Liebe deutscher Film". Sie klingt so, als wäre sie hauptsächlich für mich gemacht worden. Nach langem Zögern entschied ich mich für die deutsche Filmgeschichte als Steckenpferd und große Liebe. Es war allerdings nie eine einfache Beziehung, die mit immensen Anlaufschwierigkeiten verbunden war. Diesen Zwiespalt sehe ich perfekt ausgedrückt im Titel "Verfluchte Liebe deutscher Film". Laut Pressemitteilung soll sich Grafs Doku, die er gemeinsam mit Johannes F. Sievert gemacht hat, auf die Münchner Anti-Clique der 1960er- und 1970er-Jahre konzentrieren. Klaus Lemke, Roland Klick und Roger Fritz, you know what I mean. Dazu passt, dass das Forum auch die Serpil Turhan-Doku "Rudolf Thome – Überall Blumen" zum Programm ergänzt hat. Vielleicht gibt es zwischen Dominik Graf und Serpil Turhan Überschneidungen.
Japano-Cyber-Punk-Retro im Forum
Auch spannend klingt der japanische Schwerpunkt "Hachimiri Madness – Japanese Indies from the Punk Years". Die frühen, digital restaurierten 8mm-Filme späterer Kultregisseure wie Sion Sono oder Sogo Ishii sind international teilweise noch gar nicht gezeigt worden. "In Yamamotos anarchischem Spielfilmdebüt 'Saint Terrorism' schießt ein Mädchen im rosa-gelben Outfit aus ihrer weißen Handtasche scheinbar wahllos auf Unschuldige, und uniformierte Sektenanhänger transportieren die Leichen ab", heißt es da unter anderem in der Pressemitteilung. Klingt so, als könnte man die ein oder andere Entdeckung machen.

Links: - Ioncinema, - Roger Fritz, - Eugène Green in Berlin

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Freitag, 22. Januar 2016
Sundance-Ticker 2016

Whit Stillmans "Love & Friendship" © Protagonist Pictures
Absteigend aufgelistet sind hier die Sundance-Filme 2016, die mich persönlich am meisten interessieren. Die eigene Vorfreude wie auch das Kritiker-Feedback vor Ort sorgen für die Abstufungen, die ich mit Sternen von fünf bis drei kenntlich mache. Der Ticker wird täglich upgedatet:

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Most-Wanted 2016:

* The Greasy Strangler (Jim Hosking)
* Manchester by the Sea (Kenneth Lonergan)
* The Lure (Agnieszka Smoczynska)
* Wild (Nicolette Krebitz)
* Tickled (David Farrier & Dylan Reeve)
* Love & Friendship (Whit Stillman)

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★★★★

"The Greasy Strangler" (Jim Hosking): "GREASY STRANGLER is the weirdo midnighter we needed. MAJOR props to star Elizabeth De Razzo for sheer unadulterated ballsiness." (Jen Yamato, The Daily Beast) "GREASY STRANGLER is some real deal dare the audience shit." (Sam Zimmerman, Fangoria) "THE GREASY STRANGLER: Vile in every way, periodically disgustingly funny. Dares any audience to watch until the end." (Russ Fischer, L.A. Times) "THE GREASY STRANGLER is the most 'midnight movie' since John Waters' DESPERATE LIVING. I am in awe." (Jordan Hoffman, Guardian) "It's a mind fuck full of potato chips, nudity and GREASE." (Leigh Blickley, Huffington Post) "The Greasy Strangler is an absurdist comedy-horror mashup that delves to Dadaist levels, never lets up & overstays it's welcome on purpose." (Jeff Goldsmith, The Q & A) "THE GREASY STRANGLER just happened to me." (Drew McWeeny, HitFix)

[Produzenten sind unter anderen der "Kill List"-Regisseur Ben Wheatley und der Alamo Drafthouse-Chef Tim League, der mit seinem Drafthouse Films-Verleih "Four Lions" und "Tore tanzt" in die US-Kinos gebracht hat.]

"Manchester by the Sea" (Kenneth Lonergan): "It's fantastic, and also like having your heart slowly cut out." (Alison Willmore, BuzzFeed) "It will be a Best Picture nominee 12 months hence -- guaranteed. Casey Affleck will be Best Actor nominated -- locked." (Jeffrey Wells, HE) "It's an immense, funny & beautifully realized portrait of grief & giving in to it. Made me like a Bruins fan." (David Ehrlich, Rolling Stone) "Oh, MANCHESTER BY THE SEA. All they say. Heartbreakingly fine tale of a lost soul in coastal Mass. Casey Affleck never better." (Ty Burr, Boston Globe) "MANCHESTER BY THE SEA is the ugly cry masterpiece of Sundance." (Drew McWeeny, HitFix)

[Beim Rechtekauf stach Amazon mit seinem 10 Millionen-Angebot prestigeträchtige Studioarme wie Sony Pictures Classics, Fox Searchlight und Lionsgate aus.]

"Tickled" (David Farrier & Dylan Reeve): "Starts as doc on competitive tickling, goes to some fascinating and dark places. Wanted more oomph from ending, but: fun!" (Alison Willmore, BuzzFeed) "It turns into a surprisingly tense and increasingly weird detective story about the shadowy, threatening, abusive figure." (Lee Marshall, SD)

"Love & Friendship" (Whit Stillman): "A supremely elegant and delicately filigreed adaptation of Jane Austen’s epistolary novella Lady Susan." (Justin Chang, Variety) "Whit Stillman returns – and on absolute peak form – with this drastically delightful Jane Austen adaptation." (David Jenkins, Little White Lies) "Whit Stillman and Jane Austen make a most agreeable marriage. Kate Beckinsale is wonderfully diabolical." (David Ehrlich, Rolling Stone)

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★★★½

"The Lure" (Agnieszka Smoczynska): "A gorgeously shot Polish goth musical about homicidal teen mermaids hired to sing at a nightclub. obviously essential." (David Ehrlich, Rolling Stone) "It was a barmy, Eurovision-esque fever dream, but sublime staging and catchy tunes couldn't save its narrative muddle." (Total Film) "It's the neon Polish killer mermaid musical of my dreams. A stunning fairytale." (Sam Zimmerman, Fangoria)

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★★★

"Wiener-Dog" (Todd Solondz): "Buñuel by way of AU HASARD BALTHASAR, WIENER-DOG is probably Todd Solondz's angriest movie, and certain to be his most divisive." (Eric Kohn, indieWIRE) "Todd Solondz's WIENER-DOG melted me. An All-American companion to PIGEON SAT ON A BRANCH." (Matt Patches, Esquire) "The more I think about Todd Solondz's WIENER-DOG, the more I like it. And I'm thinking about it a lot." (Guy Lodge, Variety)

"Swiss Army Man" (Dan Kwan & Daniel Scheinert): "SWISS ARMY is the sweded REVENANT with more to say about mortality and 1,000 fart jokes. Bonkers." (Matt Patches, Esquire) "Yeah, no idea what to make of this fable about depression, magical realist corpses, and flatulence." (Alison Willmore, Buzzfeed) "I've never seen anything like SWISS ARMY MAN. Example: Paul Dano riding a dead, farting Daniel Radcliffe like a motor boat." (Adam B. Vary, BuzzFeed)

"The Birth of a Nation" (Nate Parker): 17,5 Millionen Dollar bezahlte Fox Searchlight für die Nordamerika-Rechte des als schwarzen "Braveheart" titulierten Sklavendramas. Das ist gerade auch dank der #OscarsSoWhite-Kampagne ein neuer Sundance-Rekord, nahezu 100 Jahre nach der Weltpremiere des gleichnamigen, rassistischen Stummfilmklassikers von D. W. Griffith.

"Dark Night" (Tim Sutton): "If there is a more heartbreakingly tender, dread-inducing, cinematically expressive film in Sundance than Tim Sutton’s DARK NIGHT, I’ll be surprised." (Amy Taubin, Film Comment)

"Under the Shadow" (Babak Anvari): "UNDER THE SHADOW is the first great horror movie of the year." (Eric Kohn, indieWIRE) "UNDER THE SHADOW is so good. Wish it was eligible for jury awards." (Gregory Ellwood, HitFix) "Shrieks all over the theater for UNDER THE SHADOW, an awesome mother-daughter spook story set in '80s Tehran during Saddam's missile strikes." (Amy Nicholson, MTV) "Creepy, creepy mix of the (maybe) supernatural with wartime dread, maternal anxiety. Setting specific and key." (Alison Willmore, BuzzFeed) "UNDER THE SHADOW is this year's THE BABADOOK." (Peter Sciretta, Slashfilm)

[Ich bin wirklich kein Fan dieser aktuellen Meta-Horror-Welle, wo Subtext gleich Plot ist. Gerade "The Babadook" ist da eher ein Reizwort als eine Empfehlung.]

Links: - 2015, - 2014, - 2013, - 2012, - 2011

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Mittwoch, 20. Januar 2016
Berlinale-Wettbewerb komplett - einziger deutscher Beitrag "24 Wochen"

Julia Jentsch und Bjarne Mädel in "24 Wochen" © Friede Clausz
Acht weitere Filme vervollständigen den diesjährigen Wettbewerb der Berlinale. 18 der 23 Filme konkurrieren um den Goldenen Bären. Bislang war die Konkurrenz überraschend arm an deutschen Beiträgen gewesen. Deutschland trat nur als Co-Produzent auf. Umso größer wird der Fokus auf den Wettbewerbsbeitrag "24 Wochen" sein. In Anne Zohra Berracheds zweitem Film spielen Julia Jentsch und Bjarne Mädel die Hauptrollen. Es geht um eine schicksalshafte Diagnose während der Schwangerschaft. Berracheds letzter Film "Zwei Mütter" feierte vor drei Jahren seine Premiere in der Perspektive Deutsches Kino. Jentsch gewann im Jahr 2005 den Silbernen Bären als beste Schauspielerin für ihre Rolle in "Sophie Scholl". Mädel schwimmt sich schon seit etlichen Jahren erfolgreich von seiner "Stromberg"-Rolle Ernie frei und erreichte mit "Der Tatortreiniger" eine angenehmere Art von Kultstatus. Umso gespannter darf man sein, was die internationale Kritik von seinen Schauspielkünsten hält.

Die sowieso schon prominent vertretene Filmnation Frankreich erhält jetzt auch Verstärkung im Wettbewerb: Dominik Moll, der Meister des subtilen Thrillers, präsentiert die Komödie "News from Planet Mars". Seinen Hauptdarsteller François Damiens sehe ich unwahrscheinlich gerne. Und nachdem die Schauspiellegende Gérard Depardieu schon einen Film im Forum untergebracht hatte ("The Wandering"), zeigt er sich auch im Wettbewerb mit "Saint Amour". Der Film des Regie-Gespanns Benoît Delépine und Gustave Kervern ("Mammuth") bietet einen zweiten französischsprachigen Liebling von mir auf, nämlich Benoît Poelvoorde.

Dazu gibt es den neuen Lee Tamahori-Film "The Patriarch", in dem Temuera Morrison nach "Die letzte Kriegerin" wieder eine tragende Rolle spielt - das ist immerhin gut 20 Jahre her. Rafi Pitts ist zurück im Wettbewerb mit "Soy Nero", der Tunesier Mohamed Ben Attia debütiert mit "Hedi", was immer spannend ist, China wird von Yang Chaos Film "Crosscurrent" repräsentiert, während Spike Lee seinen neuen Film "Chi-Raq" außer Konkurrenz zeigt.

Links: - Der restliche Wettbewerb, - Mehr Depardieu in Berlin

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Dienstag, 19. Januar 2016
Berlinale-Forum lädt Eugène Green, Gérard Depardieu und Wang Bing ein

Salomé Richard in "Baden Baden" © Chelvaldeuxtrois
Bei den 44 eingeladenen Filmen des diesjährigen Forums der Berlinale wird ein geographischer Schwerpunkt auf den arabischen Raum gelegt. Es gibt Geschichten aus Palästina ("A Magical Substance Flows into Me"), dem Libanon ("A Maid for Each") und Saudi-Arabien ("Barakah Meets Barakah") zu entdecken. Das klingt alles ziemlich spannend und muss vor Ort angesehen werden. Aber natürlich geht der gelernte Cineast erst einmal auf die bekannteren Namen, die ihm etwas sagen. Eugène Green zum Beispiel, der in New York geborene Amerikaner, der seine Filme aber in Frankreich dreht und gefeierter Dauergast in Locarno war. "The Son of Joseph" heißt sein neues Werk mit dem französischen Schauspieler Mathieu Amalric, das auf "La Sapienza" und "The Portuguese Nun" folgt.

Ein anderer großer Franzose, Gérard Depardieu, spielt die Hauptrolle im neuen Guillaume Nicloux-Film "The Wandering". Guillaume Nicloux dreht abwechselnd schwächere und interessantere Filme. Nach "Valley of Love", der im Cannes-Wettbewerb 2015 auf relativ wenig Gegenliebe stieß, wäre jetzt wieder ein guter dran. Seine Anti-Nunsploitation "Die Nonne" mit Isabelle Huppert fand ich 2013 herrlich egal. Von seiner Komödie "Die Entführung des Michel Houellebecq" wurde dagegen zahlreich geschwärmt. Debütantin Rachel Lang wiederum stellt den französisch-belgischen Film "Baden Baden" vor, von dem man bereits erste faszinierende Bilder und Szenen im Internet findet.

Auch auf der To-Watch-Liste: Der neue Wang Bing-Film "Ta’ang". Wang Bings bislang bekannteste Festivalfilme sind die fast vierstündige Doku "Till Madness Do Us Apart" und der radikale Film "The Ditch", der 2010 im Venedig-Wettbewerb lief. Zu den drei amerikanischen Independent-Filmen ("Kate Plays Christine", "Fantastic", "Short Stay") wird man auch nach Sundance noch wenig sagen können, weil zwei der drei Werke Weltpremieren im Forum sind. Und wir hätten den Ungarn Bence Fliegauf wieder in Berlin ("Lily Lane"). Sein letzter Film "Just the Wind" ist vier Jahre her. Für ihn gewann Fliegauf den Großen Preis der Berlinale-Jury. Dazu kommt: Ich bin großer Fan seines schön kranken Eva-Green-Sci-Fi-Klon-Films "Womb".

Links: - Kiyoshi Kurosawa & Terence Davies, - Wettbewerb 2016

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Montag, 18. Januar 2016
Kino-Experte prophezeit Rekordjahr 2016

Petersens Original "Vier gegen die Bank" aus dem Jahr 1976
Wie soll das denn noch zu toppen sein? Das deutsche Kinojahr 2015 war gepflastert mit gigantischen Blockbustern: Star Wars, Bond, Jurassic Park, Minions, Fack Ju Göhte, Fifty Shades of Grey, Fast & Furious 7 und die Tribute von Panem. Wenn es aber nach Boxoffice-Experte Markus Grab von der Branchenseite InsideKino geht, könnte das Kinojahr 2016 mindestens genauso erfolgreich, wenn nicht sogar noch erfolgreicher werden. Mit welchen Filmen denn bitte? Grab rechnet vor: 2015 könnte mit 141 Millionen Besuchern zwar das beste deutsche Kinojahr seit sechs Jahren werden. Damals lief noch der "Avatar"-3D-Craze. Das Kinojahr 2016 müsste seiner Meinung nach dagegen trotz Fußball-EM noch mehr Zuschauer erreichen, weil es unzählige mittlere Erfolge (1,5 bis 2,5 Millionen Zuschauer) und deutsche Überraschungshits aufbieten werde. Eine gewagte These, die den Kinobetreibern gefallen wird, die es aber auch zu überprüfen gilt.
Endlich wieder Independence Day, oder nicht?
Nicht "Batman Vs. Superman", "Warcraft" oder der neue Ghostbusters sollen 2016 in der Spitze die Kohlen aus dem Feuer holen, sondern die kinderfreundlichen Animationsfilme wie "Findet Dorie", "Ice Age 5" und "The Secret Life of Pets". Die mit Spannung erwartete Fortsetzung von "Findet Nemo" spekuliert Grab auf Platz eins der Jahrescharts mit sieben Millionen Zuschauern. Einer der ganz wenigen Filme, die da auch nur annähernd mithalten sollen, ist das Star Wars-Spinoff "Rogue One". Und es sind vor allem auch deutsche Produktionen wie die Allstar-Wolfgang-Petersen-Produktion "Vier gegen die Bank" mit den Publikumslieblingen Schweiger, Schweighöfer, Bully und Liefers, die Paroli bieten sollen.
Auch gibt Grab viel auf die Buddy-Gemeinschaftsproduktion von Matthias Schweighöfer mit Florian David Fitz, die "Der geilste Tag" heißen wird. Eine Armee von Fortsetzungen und Spinoffs lauert dahinter, die offenbar so zahlreich und konsequent produziert wurden, dass bloß nichts schief gehen kann. Bridget Jones bekommt ein Baby, Randy Quaid muss wieder die Erde am Independence Day retten und Marvel dehnt sein Superhelden-Universum bis in die Unendlichkeit aus. Das Motto lautet ganz nach Adenauer: Noch weniger Experimente. Aber hat man darauf als nur halbwegs normaler Kinozuschauer mit funktionierenden Geschmackszellen wirklich Lust. Die Studios glauben Ja.

Links: - Goldtopf voll Honig, - Bora, Boxoffice-Schreck

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Kiyoshi Kurosawa und Terence Davies in Berlin

"Creepy"-Screenshot © Shochiku Company
Fast täglich flattern jetzt interessante Programm-Details aus Berlin herein. Das zweitwichtigste A-Festival der Welt geizt nicht mit bekannten Namen. Heute sind vier weitere Filme in der Nebenreihe Berlinale Special bekannt gegeben worden: Star-Watcher und Autogrammjäger freuen sich über Don Cheadles Regiedebüt "Miles Ahead" über die Musiklegende Miles Davis mit Schauspieler Ewan McGregor. Noch spannender erscheinen aber die beiden Weltpremieren alter Bekannter. Der japanische Gruselspezialist Kiyoshi Kurosawa zeigt seinen neuen Film "Creepy". Sein letzter Film "Journey to the Shore" gewann 2015 den Regiepreis der Un Certain Regard-Reihe in Cannes. Und die britischen Kritiker von Sight & Sound, TimeOut und Little White Lies dürfen mal wieder ihren Auteur Terence Davies ("Of Time and the City", "The Deep Blue Sea") feiern, wenn dessen neues Werk "A Quiet Passion" über die Schriftstellerin Emily Dickinson Premiere hat.

Davor gab die Berlinale bereits das Classics-Programm mit Filmen von Yasujiro Ozu ("Weizenherbst"), Fritz Lang ("Der müde Tod") und Hou Hsiao-hsien ("Daughter of the Nile") bekannt. Am meisten Freude kam aber bei der Programmierung des vielleicht besten Boxfilms aller Zeiten (John Hustons "Fat City") und des vergessenen James Whale-Kriegsfilms "The Road Back" aus dem Jahr 1937 auf.

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