Montag, 20. November 2017
Berlinale-Spekulation: Was 2018 laufen könnte

„Isle of Dogs“ | © Fox Searchlight /Indian Paintbrush

Mitte Dezember sind wohl die ersten Programmdetails der Berlinale 2018 (15.-25.02.) zu erwarten. Umso mehr Spaß bringt es, jetzt bereits einige Namen in den Hut zu schmeißen. Wilde Spekulationen von Michael Müller

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Ziemlich sicher

* ISLE OF DOGS (Wes Anderson)

Der potenzielle Eröffnungsfilm der Berlinale 2018, wenn alles klappt. US-Start ist der 23. März. Drei Anderson-Filme liefen bereits im Wettbewerb: „The Royal Tenenbaums“, „Die Tiefseetaucher“ und „The Grand Budapest Hotel“. Sein bislang letztes, zu großen Teilen in Görlitz und Babelsberg gedrehtes Werk war im Jahr 2014 der Berlinale-Eröffnungsfilm. Stefan-Zweig-Aficionado Anderson erzählt in „Isle of the Dogs“ die Odyssee eines kleinen Jungen auf der Suche nach seinem Hund in Japan. Es sprechen: Scarlett Johansson, F. Murray Abraham, Greta Gerwig, Bryan Cranston, Frances McDormand, Bill Murray, Jeff Goldblum, Edward Norton und Yoko Ono.

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Möglich

* MOVIE NO. 1 (Josephine Decker)

Josephine Deckers Heimat ist das Forum der Berlinale. Mit dem Doppelschlag „Butter on the Latch“ und „Thou Was Mild and Lovely“ feierte die amerikanische Independent-Hoffnung im Jahr 2014 Weltpremiere in Berlin. Miranda July spielt die Hauptrolle in Deckers neuem Film „Movie No. 1“.

* SUPPORT THE GIRLS (Andrew Bujalski)

Der Mumblecore-Vorreiter Andrew Bujalski bleibt Sundance treu, ist aber auch anschließend ein gern gesehener Gast in Berlin. „Computer Chess“ war 2013 eine echte Sensation auf der Berlinale.

* MARY MAGDALENE (Garth Davis)

Die Geschichte von Maria Magdalena (Rooney Mara) scheint mit seinem weltweiten Kinostart ab Mitte März prädestiniert für die Berlinale zu sein. Jaoquin Phoenix spielt Jesus, Tahar Rahim („Un prophete“) gibt den Judas. Ariane Labed („Attenberg“) ist auch dabei.

* UNSANE (Steven Soderbergh)

Der neue Soderbergh-Film hat am 23. März einen US-Start. Der Regisseur hat eine sehr wechselvolle Beziehung mit der Berlinale. Die Hauptrollen seines Asylum-Films spielen Juno Temple und Claire Foy.

* SUBS (Oskar Roehler)

Roehler verfilmt den rechten Autor Thor Kunkel, der sich als Werber für die Wahlkampagne der AfD verantwortlich zeichnete. Es spielen Katja Riemann, Oliver Masucci, Samuel Finzi und Lize Feryn.

EMMAÜS (Benoît Delépine & Gustave Kervern)

Der neue Film des französischen Doppelgespanns hinter „Mammuth“ und „Saint Amour“. In den Hauptrollen spielen Jean Dujardin und die unwiderstehliche Belgierin Yolande Moreau („Crash Test Aglaé“).

KURSK (Thomas Vinterberg)

Der Däne Thomas Vinterberg („Die Jagd“, „Die Kommune“) hat mit einem internationalen Allstar-Cast das U-Boot-Unglück der Kursk verfilmt. Mit dabei sind Léa Seydoux, Colin Firth, Matthias Schoenaerts, aber auch Matthias Schweighöfer und August Diehl.

SO WAS VON DA (Jakob Lass)

Die erste improvisierte Romanadaption. Keine Ahnung, warum sich niemand Lass' fantastischen „Tiger Girl“ im Kino angesehen hat. Ich bin bei allem dabei, was er aktuell rausbringt.

GORILLAS (Detlev Buck)

Nach einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach. Steht in der Liste vor allem wegen seines Cast: Samuel Schneider, Ella Rumpf, Kida Khodr Ramadan, Uisenma Borchu und Georg Friedrich.

A WRINKLE OF TIME (Ava DuVernay)

Startet Anfang März. Falls Kosslick Oprah Winfrey, Chris Pine, Reese Witherspoon und Mindy Kaling über den Roten Teppich laufen sehen will. Der Trailer sieht ja eher nicht so gut aus.

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Erwünscht

* SUSPIRIA (Luca Guadagnino)

Tarantino hat geweint, als er den Film sah. Das bedeutet, das Werk ist fertig. Es gibt deutsche Elemente: Argentos Horrorklassiker „Suspiria“ spielte in einer Freiburger Tanzschule. Luca Guadagnino verlegte das Setting nach Berlin. Die große deutsche Aktrice Angela Winkler („Die Blechtrommel“) spielt mit. Es wäre mehr als ein Traum, wenn dieses Remake von einem der besten gegenwärtigen Regisseure auf der Berlinale liefe.

* TRANSIT (Christian Petzold)

Christian Petzold hat einen Anna-Seghers-Roman von 1942 in Marseilles verfilmt. Die Dreharbeiten sind seit Juli abgeschlossen. Franz Rogowski („Fikkefuchs“, „Radegun“) spielt die Hauptrolle. Von den Dimensionen müsste die Produktion nach Cannes. Aber vielleicht können die Produzenten nicht so lange warten.

* WHERE'D YOU GO, BERNADETTE? (Richard Linklater)

Annapurna peilt einen amerikanischen Kinostart im Mai an. Linklater mag Berlin, hat hier Geschichte geschrieben („Before Sunrise“, „Boyhood“). Gegen Stars wie Kristen Wiig, Cate Blanchett, Laurence Fishburne, Judy Greer und Billy Crudup auf dem Roten Teppich hätte Kosslick gewiss nichts einzuwenden.

In MY ROOM (Ulrich Köhler)

Der neue Film von Ulrich Köhler dreht sich um einen 40-jährigen Mann (Hans Löw), der viel Tagesfreizeit, aber wenig Geld hat. Von dem einen auf den anderen Tag verschwindet die Menschheit. Köhler gewann für seinen letzten Film „Schlafkrankheit“ den Silbernen Bären für die beste Regie.

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Roulette

* RADEGUND (Terrence Malick)

Stinkt geradezu nach Cannes, aber man darf ja wohl noch träumen: Malicks Film über den katholischen Nazi-Widerständler Franz Jägerstätter mit Franz Rogowski.

* READY PLAYER ONE (Steven Spielberg)

Das Veröffentlichungsdatum Ende März ist spitze. Aber so große Hollywood-Blockbuster kommen nur noch selten auf ein Filmfestival wie die Berlinale. Da braucht es schon besondere Lobbyarbeit und eine ganz besondere Beziehung zwischen Regisseur und Festivaldirektor.

* DON'T WORRY, HE WON'T GET FAR ON FOOT (Gus Van Sant)

Hiermit könnte Gus Van Sant wieder auftauchen: Ein Biopic des amerikanischen Comickünstlers John Callahan mit Joaquin Phoenix, Rooney Mara, Jonah Hill und Jack Black. Außerdem spielt Udo Kier mit.

* DAMSEL (David & Nathan Zellner)

Das Gebrüder-Gespann hinter „Kid-Thing“ und „Kumiko, the Treasure Hunter“ hat einen Western mit Robert Pattinson und Mia Wasikowska gedreht. Sundance first, Berlinale second.

* WENDY (Benh Zeitlin)

Wenn die Berlinale den Nachfolgefilm des „Beasts of the Southern Wild“- Regisseurs Benh Zeitlin exklusiv bekommen könnte, würde Dieter Kosslick sofort zuschlagen. Wenn er denn rechtzeitig fertig ist, wird Sundance aber wohl das Vorrecht haben.

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Danke für den Trailer!
Bei uns läuft der Film ab Mai (mal vormerken) : )

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Der wird mindestens bizarr bis sehr gut. :)

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Hoff ich doch : )

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