Mittwoch, 12. Mai 2010
FrightFest-Chef Jones steht auf "Jerry Cotton"
(Quelle: Postcards from Cannes)



Wie entstehen eigentlich so genannte Horrorfilm-Geheimtipps? Vor allem auf Filmfestivals, würdet ihr sagen? Zum Beispiel auf dem Fantasy Filmfest? Wenn man aber nicht so lange warten will, bis das Programm im Sommer veröffentlicht wird und auch schon am liebsten wissen will, welche der Kandidaten dann wirklich heiß und welche scheiße sein werden, dann muss man direkt zur Quelle gehen, nämlich zu den Festival-Chefs. Und da deutsche Festival-Größen wie Rainer Stefan vom FFF kein Interesse haben, auf diese Weise in Erscheinung zu treten, schaut man halt aufs Ausland. Etwa auf den Kanadier Colin Geddes, der die Midnight Madness-Schiene für das wichtige Toronto-Filmfestival programmiert, auf Harry Knowles, den Aintitcool-Chef und Fantastic Fest-Planer oder auf die IFC, die diese Woche ihre neue, auf europäische und asiatische Genreware spezialisierte Filmlinie IFC Midnight ins Leben gerufen hat.

Oder eben auf Alan Jones, seines Zeichens Chef des britischen FrightFest, der sich selbst als größten Förderer des Regietalents Christopher Smith ("Triangle", "Black Death") versteht und eigenhändig die Neue Harte Welle aus Frankreich ("Martyrs", "Haute Tension") international bekannt gemacht haben will. Und dieser Alan Jones sitzt jetzt, wie so viele andere Filmjournalisten und Festivalmacher, in Cannes und denkt über die möglichen Highlights des Jahrgangs nach. Luc Bessons "Adèles ungewöhnliche Abenteuer" springt ihm dabei natürlich sofort ins Auge. Er ist gespannt auf "Rubber", den bereits gepushten Horrorfilm über einen Reifen, der Menschenköpfe zum Explodieren bringt. "Shock Labyrinth Extreme 3D", "Dream Home" und der von Movies & Sports etwas gepushte, urugayische "The Silent House" interessieren.

Bei Hideo Nakatas "Chatroom" ist er sich noch nicht ganz sicher, ob es überhaupt ein Horrorfilm ist. Und er wird sich die Remakes zu "And Soon the Darkness" und "Mother's Day" ansehen müssen. Die ersten Bilder zu Adam Greens „Hatchet 2“ werden mit Spannung erwartet. Aber sein ganz persönlicher Favorit bleibt der in Deutschland leider gefloppte „Jerry Cotton“, den ich leider immer noch nicht gesehen habe. Er vergleicht ihn mit den neueren französischen Bond-Parodien, der „OSS 117“-Reihe. Und er behauptet, immer schon ein gigantischer Fan der alten Cotton-Filme gewesen zu sein, in denen George Nader das Euro Spy-Genre der 1960er-Jahre aufmischte. Der Mann wird mir immer sympathischer!

Link: - Slashfilm pusht Cotton

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