Donnerstag, 27. Juni 2019
Angela Schanelec macht ödipale „Musik“
© Hermine Engel, Wikipedia (CC BY-SA 4.0)
Die deutsche Regisseurin Angela Schanelec erzählt in ihrem neuen Projekt „Musik“ wieder von Identität und Familie.

Das nächste Projekt der diesjährigen Gewinnerin des Silbernen Bären für die beste Regie auf der Berlinale, Angela Schanelec („Ich war zuhause, aber ...“, „Orly“), ist bekannt gegeben worden. Das von der FFA mit 35.000 Euro geförderte Drehbuch heißt „Musik“. Offenbar widmet sich Schanelec damit dem Ödipus-Mythos. Es geht im Script um einen 20-jährigen Griechen, der unwissentlich den leiblichen Vater ermordet, den er nie kennengelernt hat. Im Gefängnis verliebt der Protagonist sich in eine Angestellte, mit der er nach seiner Entlassung zusammenlebt und eine Tochter bekommt. Keiner der beiden ahnt, dass sie seine Mutter ist. Deutscher Produzent ist die Berliner Faktura Film GmbH. Französischer Co-Produzent ist Les Films de l`Après-midi.

Link: -Abschluss-Podcast Berlinale 2019

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Mittwoch, 26. Juni 2019
Arte-Tipp: Pasolinis Skandalfilm „Teorema“ am 8. Juli

Der britische Kurz-Trailer zu „Teorema“

Sommernachtsfantasien auf Arte im Juli mit Pier Paolo Pasolinis Skandalfilm „Teorema“.

Am 8. Juli um 22.15 Uhr strahlt der Sender Arte Pier Paolo Pasolinis Skandalfilm „Teorema“ aus. Danach ist der Film einen Monat lang in der Mediathek anzuschauen. Der Film spielt im Jahr 1968. In eine Mailänder Industriellenfamilie kommt ein fremder Gast (der britische Schauspieler Terence Stamp), der alles durcheinander würfelt. Nach und nach unterliegen alle seinem Charme.

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Kultfilm „Die Tote von Beverly Hills“ ab 26. Juli auf DVD

„Gesellschaftskritische Seitenhiebe bleiben folgenlose Spielerei“ (Filmdienst)

Ab dem 26. Juli bietet sich die Chance, den deutschen Kultfilm „Die Tote von Beverly Hills“ auf DVD einzusammeln.

Die Unternehmen UCM.ONE und moviemax bringen am 26. Juli Michael Pfleghars deutschen Kultfilm „Die Tote von Beverly Hills“ auf DVD heraus. Die HD-restaurierte Version dieser satirischen Filmperle nach einer Vorlage von Curt Goetz hat den Geist der Gebrüder Zucker und Helge Schneiders vorweggenommen. Das schreiben zumindest die DVD-Produzenten. Aber „Die Tote von Beverly Hills“ genießt unter Cineasten wirklich einen hervorragenden Ruf. Nur war der Film mit Klausjürgen Wussow, Horst Frank und den Kessler-Zwillingen bislang schwer zu bekommen.

Im Jahr 1964 wurde Pfleghar damit in den Internationalen Wettbewerb von Cannes eingeladen, obwohl er nicht Teil des Neuen Deutschen Films war. Gefilmt wurde ohne Drehgenehmigung in Beverly Hills und Umgebung. Pfleghar ist heute eher durch seine Regie bei Fernseh-Klassikern wie „Klimbim“ oder „Zwei himmlische Töchter“ bekannt. Seinen Film soll es ab dem 26. Juli auch als Video on Demand geben.

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Montag, 24. Juni 2019
Lucrecia Martel wird Venedig-Jurypräsidentin
© Secretaría de Cultura de la Nación, Wikipedia (CC BY-SA 2.0)
Die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel entscheidet mit ihrer Jury Anfang September über den Goldenen Löwen des Venedig-Filmfestivals.

Wie das Venedig-Filmfestival am Montag bekannt gegeben hat, wird die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel („The Headless Woman“, „Zama“) Ende August die Präsidentin der Internationalen Jury bei der 76. Ausgabe des Festivals. Venedig-Chef Alberto Barbera nannte Martel die wichtigste zeitgenössische lateinamerikanische Regisseurin und eine der wichtigsten Regisseurinnen weltweit.

„Es ist eine Ehre, eine Verantwortung und ein Vergnügen, Teil dieser Feier des Kinos zu sein – und des menschlichen Verlangens, sich selbst zu verstehen“, sagte Martel zu ihrer Berufung. Die Entscheidung Venedigs, eine Frau den wichtigsten Juryposten zu geben, kann durchaus als Reaktion auf die letztjährige Kritik verstanden werden, dass Frauen im Wettbewerb marginalisiert waren. Jennifer Kent mit dem umstrittenen „The Nightingale“ war die einzige Regisseurin in der Konkurrenz.

2018 wurde Martel auf dem Filmfest München mit einer Retrospektive geehrt. In knapp zwei Jahrzehnten drehte sie nur vier Filme und eine Handvoll Kurzfilme. Trotzdem gehört sie seit längerem zu den heißesten Festivaltipps auf diesem Erdball. Einen ihrer ersten wichtigen Preise gewann Martel auf der Berlinale: Für ihren Film „Der Morast“ erhielt sie 2001 den Alfred-Bauer-Preis. Das Festival von Venedig findet vom 28. August bis 7. September statt.

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Sonntag, 16. Juni 2019
Jakob Lass' Martial Arthouse „Tiger Girl“ wird zu siebenteiliger RBB-Serie

© 2017 Constantin Film Verleih GmbH / Fogma
Zweite Chance für das unterschätzte Genrewerk „Tiger Girl“, ein Publikum zu finden: Der RBB hat aus Jakob Lass' tollem Film eine TV-Serie gemacht.

Der fulminante Martial-Arts-Kracher „Tiger Girl“ vom German-Mumblecore-Regisseur Jakob Lass („Love Steaks“) hat im deutschen Kino 2017 leider nie eine richtige Chance bekommen. Zu sehr saß das Werk zwischen allen Stühlen. Die Kinozuschauer konnten überspitzt geschrieben mehr oder weniger an zwei Händen abgezählt werden.

Jetzt bekommt „Tiger Girl“ als RBB-Miniserie eine zweite Chance. Zugegebenermaßen ist die am 25. Juni auf einem Sendeplatz kurz vor Mitternacht (23.50 Uhr) nicht viel attraktiver. Was aber Hoffnung macht, ist die Mediathek, die inzwischen auch vom deutschen Fernsehzuschauer immer mehr als Alternative zum linearen Fernsehen entdeckt wird.
45 Minuten Handlung ergänzt
Der ursprünglich einmal 90-minütige Kinofilm wird für den RBB auf sieben Episoden aufgeteilt und insgesamt um 45 Minuten verlängert. Das ergänzte Material soll vor allem auch den Nebenfiguren mehr Platz einräumen. Allein die wahnsinnig toll aufspielenden beiden Hauptdarstellerinnen Ella Rumpf und Maria Dragus hätten eine zweite Chance verdient.

Die Handlung: Vanilla (Maria Dragus) ist viel zu lieb. Sie widersetzt sich nie, weicht immer allen Konflikten aus. Als sie bei der Polizeiaufnahmeprüfung scheitert, versucht sie es zur Überbrückung mit einer Ausbildung zur Sicherheitskraft. Aus ihrem höflichen Dornröschenschlaf weckt sie Tiger (Ella Rumpf) auf. Die überlebt so mehr oder weniger auf der Straße – auch wenn sie ein stilechtes Wohnmobil hat –, indem sie das System anarchisch unterwandert.

Der Blog Negative Space feierte „Tiger Girl“ 2017 auf der Berlinale: „Der Film walzt in seinem Unterhaltungslevel und seiner technischen Virtuosität über die Zuschauer wie eine Naturgewalt: Tiger Girl ist energetisch, sexy, roh und voller Lebenslust. Genauso sollte sich deutsches Genrekino im besten Fall immer anfühlen: frisch, lebendig und frei.“

Link: - Damalige Berlinale-Kritik

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„Die Sieger“ Director's Cut im BR

Meret Becker und Hannes Jaenicke in „Die Sieger“

Dominik Grafs neun Minuten längerer Director's Cut zum Action-Thriller „Die Sieger“ feiert seine TV-Premiere im BR.

Der Bayerische Rundfunk strahlt am 9. Juli den Director's Cut von Dominik Grafs „Die Sieger“ um 22 Uhr aus. Der Action-Thriller wurde restauriert und läuft in einer neun Minuten längeren Fassung erstmals im deutschen Fernsehen. Es sind dabei in einem aufwendigen Verfahren dank der Bavaria Film vor allem drei Szenen ergänzt worden. Es geht in „Die Sieger“ um die Beziehung zwischen zwei Polizisten eines Sondereinsatzkommandos, die Herbert Knaup und Hannes Jaenicke spielen. Das gialloeske Werk von 1994 wird parallel auch auf dem Filmfest München auf der großen Leinwand gezeigt. Seine Weltpremiere feierte die neue Fassung auf der diesjährigen Berlinale im Februar, wo der Termin ein Stell-dich-ein deutscher Über-Cineasten und Cinemenschen war.

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Mittwoch, 12. Juni 2019
Venedig 2019: Schönes Gerücht um Roman Polanskis Dreyfus-Affäre-Film
1899: Zeitgenössische Darstellung von Alfred Dreyfus
Die Mostra kann nicht nur Cannes Netflix-Filme wie „The Irishman“ stibitzen. Jetzt gibt es mit Roman Polanski Potenzial für einen weiteren großen Wettbewerbskandidaten.

Das Filmfestival von Venedig ist zwar erst Ende August. Und es waren vor allem wieder die Netflix-Filme, die in diesem Jahr nicht in Cannes liefen, welche die Stimmung für den Herbst bereits anheizten. Bestätigt sind Martin Scorseses „The Irishman“, „Uncut Gems“ von den Safdie-Brüdern oder Pablo Larraíns „Ema“ noch nicht. Aber sie könnten die Mostra wieder zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für den Titel „wichtigstes Filmfestival der Welt“ machen.

Jetzt gibt es auch das erste schöne Gerücht jenseits von Netflix, nämlich, dass Roman Polanskis neuer Film „J'accuse“ in Venedig laufen soll. Quelle dieser Information ist wie so häufig bei den großen Festivals der Vorsitzende der internationalen Cinephilen-Gesellschaft, Cédric Succivalli. Für ihn ist Polanski „ziemlich sicher“ für den Wettbewerb eingeloggt. Es ist die Geschichte der Dreyfus-Affäre, ein von Antisemitismus geprägter Prozess im Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der auch den Vordenker Theodor Herzl zu seinem ersten Zionistenkongress in Basel beeinflusst hat. Der angeklagte jüdische Hauptmann Alfred Dreyfus wird gespielt von Luis Garrel. In weiteren Rollen sind Jean Dujardin und Emmanuelle Seigner zu sehen. Das Drehbuch hat Robert Harris geschrieben, der sich bereits für Polanskis starken „The Ghost Writer“ verantwortlich zeichnete.

Laut Succivalli ist das italienische Kontingent des diesjährigen Venedig-Wettbewerbs bereits runter auf nur noch drei potenzielle Kandidaten gedampft. Allesamt sind es keine bedeutenden Regienamen oder Insider zum Zungeschnalzen: „Volevo nascondermi“ (Giorgio Diritti), „Qui rido io“ (Mario Martone), „Martin Eden“ (Pietro Marcello) heißen die Anwärter. Aber wer weiß, was sich genau dahinter verbirgt. Von „Portrait of a Lady on Fire“ haben in Cannes schließlich auch nur die wenigsten einen Homerun erwartet. Dem Franzosen Robert Guédiguian räumt der Insider Succivalli ebenso einen fast sicheren Wettbewerbs-Slot mit dem Film „Gloria Mundi“ ein.
James Gray, Greta Gerwig & Hirokazu Koreeda
Heiße weitere Kandidaten für Venedig sind aufgrund ihrer Kinostarts James Grays Sci-Fi-Film „Ad Astra“ mit Brad Pitt, Hirokazu Koreedas „La verité“ mit Catherine Deneuve, Juliette Binoche und Ludivine Sagnier, Roy Anderssons „About Endlessness“, Justin Kurzels „The True History of the Kelly Gang“ mit Nicholas Hoult und Russell Crowe, Greta Gerwigs „Little Women“, Mia Hansen-Løves „Bergman Island“, Todd Phillips' „The Joker“, Ulrich Seidls „Böse Spiele“, Chloé Zhaos „Nomadland“ mit Frances McDormand, Sam Mendes' „1917“ und Katrin Gebbes „Pelikanblut“.

Das Filmfestival von Venedig findet vom 28. August bis 7. September statt. In den vergangenen Jahren hat sich das älteste Filmfest der Welt einen gigantischen Ruf wie Donnerhall erarbeitet. Von hier aus starten die verheißungsvollsten Hollywood-Produktionen ihren Oscar-Lauf. 2018 feierten „The Favourite“, „A Song Is Born“, „Roma“, „First Man“, „Werk ohne Autor“ und „At Eternity's Gate“ ihre Weltpremieren am Lido.

Links: - Venedig-Tipp Amanda | - Bester Wettbewerb ever?

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Montag, 10. Juni 2019
Sight & Sound-Herausgeber Nick James hört auf
Mit Nick James' Rücktritt als Sight & Sound-Chef verlässt einer der prägenden britischen Filmkritiker die große Bühne. Seine unterkühlt liebevolle Art, über Filme zu schreiben, werde ich vermissen. Ein Rückblick von Michael Müller

Er war das Gesicht des britischen Filmmagazins Sight & Sound: Der Filmkritiker und Herausgeber Nick James hört nach 23 Jahren bei einer der wichtigsten englischsprachigen Filmzeitschriften auf. Er selbst sagt, es sei seine eigene Entscheidung gewesen, die auch dadurch fiel, dass er sich zukünftig einer breiteren Form des Schreibens widmen will. Ob er damit Romane oder filmwissenschaftliche Werke meint, ließ er vorerst offen.

James wurde nicht nur von seinen internationalen Kollegen sehr geachtet. Die Wertschätzung reichte bis in die Führungsetagen der Filmfestivals. Erst 2016 saß er noch gemeinsam mit Meryl Streep, Lars Eidinger und Alba Rohrwacher in der Berlinale-Jury. Eine Ehre, die Filmkritikern selten zuteil wird. Auch bei seinem jetzigen traurig stimmenden Sight & Sound-Abschied betonte er, wie stark doch der aktuelle Cannes-Jahrgang gewesen sei.
Schmerzlicher Verlust einer coolen Koryphäe
Der Brite pflegte eine unterkühlte Form der Cinephilie, die aber gerade für Festivalbeobachter ein Segen war. Amerikanische Filmkritiker tendieren im Vergleich dazu, auch in den schlechtesten Filmen noch positive Eigenschaften zu entdecken. Bei James wusste man immer, woran man war. Wenn er einen Film nicht nur erwähnte, sondern lobte, konnte man sicher sein, dass das für ihn einer der stärksten Filme des Jahrgangs war. Bei meinem einjährigen Abo der Sight & Sound gab es nur einen Pflichtartikel, den ich immer las: Nick James' Editorial. Sein leicht verständlicher, ruhiger Schreibstil in Verbindung mit seinem ungebremsten Interesse an neuen weltweiten Entwicklungen und Filmtrends machte seine Texte unwiderstehlich.

Ende der 1980er-Jahre begann James, der davor als Rocksänger unterwegs war, für das Magazin City Limits über Film zu schreiben, wo er bald zum Leiter des Filmressorts aufstieg. Seit 1997 ist er Redakteur bei Sight & Sound. Seine Artikel zu Film, Kunst und Literatur erschienen unter anderem im Guardian, Observer und Independent. „Heat“, sein Buch über den gleichnamigen Film von Michael Mann wurde 2002 veröffentlicht. 2010 wurde er vom französischen Kulturministerium mit dem Titel Chevalier de L’ordre des arts et des lettres ausgezeichnet. Seit 2012 kuratiert er die zweimal jährlich stattfindende Filmreihe „Deep Focus“ des British Film Institute beim BFI Southbank.

James, der vergangenes Jahr „Roma“, „The Favourite“, „Burning“, „Cold War“ und „Shirkers“ in der Top Five hatte, will Sight & Sound als freier Mitarbeiter erhalten bleiben. Die Arbeit als Herausgeber beim britischen Filmmagazin hatte er immer als „größten Job auf der Erde“ beschrieben. Zu den zahlreichen Twitter-Reaktionen auf seine Entscheidung schrieb er: „Ich versuche mich jetzt zusammenzureißen. Das ist mehr Liebe, als ein Engländer ertragen kann. Ich danke euch für eure großzügigen Reaktionen. Ich fühle mich heute wertgeschätzt.“

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Montag, 3. Juni 2019
Rare 35mm-Filmkopien aus Italien auf dem 6. Terza Visione

Der Spaghetti Western „Der Mörder des Klans“ mit Klaus Kinski

So viele exklusive italienische Originalkopien wie noch nie: Das Genrefestival Terza Visione hat in seiner sechsten Ausgabe wieder ein cineastisches Festmahl der Extraklasse bereitet.

Das Festival des italienischen Genrefilms, das Terza Visione, gehört zu den Pflichtterminen unter deutschen Cineasten. Vom 25. bis 28. Juli findet die 6. Ausgabe wieder im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main statt. Am Montag veröffentlichte das Festival jetzt die Titel der fünf raren Perlen, von denen vier als eigens aus Italien importierte Unikatkopien mit selbst erstellten deutschen Untertiteln nach Deutschland kommen.

Das Angebot reicht vom Joe D'Amato-Sleaze „Die Lust“ (1985), dem Tränendrücker „Am Tag, als der Weihnachtsmann weinte“ (1978) und der Naziploitation „Die letzte Orgie des Dritten Reichs“ (1977) von Cesare Canevari bis zum Disco-Craze „Jocks“ (1984), der eine spezielle Empfehlung vom italienischen Genre-Experten Roberto Curti erhielt. Dazu kommt der Ferdinando-Baldi-Film „Ich protestiere nicht, ich liebe“ mit Jungspund Terence Hill. „Es wird diesmal so viele italienische Originalfassungen im Programm geben wie noch nie, dabei gleichzeitig aber auch viel mehr deutsche statt englische Untertitel als zuletzt“, versicherten die Terza-Visione-Leiter Andreas Beilharz und Christoph Draxtra.
Dienstag kommt der Timetable
Bekannt waren bereits die Titel „Die Verlobten des Todes“ (1956), „Mania“ (1974), „Gewalt: Die 5. Macht im Staat“ (1972), „Der Mörder des Klans“ (1970) und „Vier Mal heut Nacht“ (1971). Darunter befinden sich Werke von Regisseuren wie Mario Bava, Renato Polselli und Giuseppe Vari. Als Eröffnungsfilm läuft Argentos Klassiker „Suspiria“, als Rausschmeißer fungiert Fulcis „Das Haus an der Friedhofmauer“. Der Fokus des Festivals liegt aber eindeutig auf Entdeckungen. Am Dienstag wurden die letzten drei Filme des Programms ergänzt: „Das letzte Paradies“ (1955), „Sanft sinkt der Tod“ (1972) und „Spell (Süßes Schlachthaus)“ von 1976. der Timetable und der Start der Dauerkarten-Reservierung folgt.

Schönerweise gibt es eine Kontinuität bei wieder entdeckten Genres wie dem Musicarello, Regie-Geheimtipps wie Polselli, aber auch großen Meistern wie Bava oder D'Amato. Vergangenes Jahr kamen als Stargäste der Regisseur Roger Fritz und die Schauspielerin Doris Kunstmann zu Besuch. Zu den Entdeckungen zählten Vittorio De Sistis „Breakdance Sensation 1984“, Romolo Guerrieris Gangsterfilm „Frei, bewaffnet und gefährlich“ und Lucio Fulcis meisterhafte Komödie „Mit Damenbedienung“.

Wer sich schon einmal auf Ende Juli einstimmen will, kann das mit der Cinema-Italiano-Reihe des Kultursenders Arte machen. Da gibt es aktuell in der Mediathek Michelangelo Antonionis „Die mit der Liebe spielen“, den Gewinner des Goldenen Löwen von Venedig 1963, „Hände über die Stadt“ von Francesco Rosi, und die Komödie „Arme Millionäre“ von Dino Risi.

Link: - Cinema Italiano auf Arte, - Timetable

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Dienstag, 14. Mai 2019
Cannes-Ticker 2019
„Once Upon a Time in Hollywood“ | © Sony Pictures Entertainment
Absteigend aufgelistet finden sich hier die Cannes-Filme 2019 aus allen Wettbewerben und Seitenreihen, die mich persönlich am meisten interessieren. Die eigene Vorfreude wie auch das Kritiker-Feedback vor Ort sorgen für die Abstufungen, die ich mit Sternen von fünf bis zwei kenntlich mache. Der Ticker wird regelmäßig upgedatet. Das Festival läuft vom 14. bis zum 25. Mai.

Kritiker: Geoff Andrew, Beatrice Behn, Peter Bradshaw, Xan Brooks, Justin Chang, Michel Ciment, Manohla Dargis, David Ehrlich, Owen Gleiberman, Nick James, Jenny Jecke, David Jenkins, Jessica Kiang, Eric Kohn, Guy Lodge, Lee Marshall, Wesley Morris, Katja Nicodemus, Tim Robey, Jonathan Romney, Thomas Schultze, Michael Sennhauser, Cédric Succivalli, Stephanie Zacharek
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Most-Wanted 2019:

01. Once Upon a Time in Hollywood – Quentin Tarantino
02. Portrait of a Lady on Fire – Céline Sciamma
03. Liberté – Albert Serra
04. Parasite – Bong Joon-ho
05. The Wild Goose Lake – Yi'nan Diao
06. Pain & Glory – Pedro Almodóvar
07. A Hidden Life – Terrence Malick
08. Bacurau – Juliano Dornelles & Kleber Mendonça Filho
09. The Lighthouse – Robert Eggers
10. Mektoub, My Love: Intermezzo – Abdellatif Kechiche

Runners-Up: Zombi Child (Bertrand Bonello), Rocketman (Dexter Fletcher), Deerskin (Quentin Dupieux)
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★★★★★

„Once Upon a Time in Hollywood (Quentin Tarantino)
Wettbewerb „Portrait of a Lady on Fire“ (Céline Sciamma)
Wettbewerb

[Inhalt] Es geht um eine Malerin, die das Hochzeitsbild einer jungen Frau (Adèle Haenel) im Frankreich des 18. Jahrhunderts malen soll. Dabei kommen sie sich näher.

[Hintergrund] Die 38-jährige Céline Sciamma hat mit Spielfilmen wie „Tomboy“ und dem ziemlich sehenswerten Coming-of-Age-Film „Mädchenbande“ bereits für Aufsehen gesorgt. „Portrait of a Lady on Fire“ ist ihr erster Film im Wettbewerb von Cannes. Sie ist eine von vier Regisseurinnen (Mati Diop, Jessica Hausner, Justine Triet), auf die Cannes-Chef Thiérry Fremaux in diesem Jahr vertraut.

[Kritiker] „Céline Sciamma's PORTRAIT OF A LADY ON FIRE overcame my initial reservations and, well, caught fire: it's a gorgeous, elegant and teasing manifesto for feminine art, with a duet of tender lead performances from Noémie Merlant and Adèle Haenel“. (Tim Robey, Daily Telegraph) „Sciamma or THIS OBSCURE MASTERPIECE OF DESIRE.“ (Cédric Succivalli, ICS) „PORTRAIT OF A LADY ON FIRE absolutely undid me. Céline Sciamma burns Cannes to the ground with this shattering & seductive 18th century Adèle Haenel / Noémie Merlant romance about love & memory. Still levitating from the last shots.“ (David Ehrlich, indieWIRE) „PORTRAIT OF A LADY ON FIRE is one of those quiet masterworks that sneaks up on you. Adele Hanele’s face in the closing moments is everything.“ (Eric Kohn, indieWIRE)
„Portrait of a Lady on Fire“ | © Pyramide Films
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★★★★½

„Liberté“ (Albert Serra)
Un Certain Regard

[Inhalt] Kurz vor der Französischen Revolution irgendwo zwischen Berlin und Potsdam: Madame de Dumeval und die Herzöge de Tesis und de Wand suchen die Hilfe des legendären deutschen Freigeistes Duc de Walchen (Helmut Berger) auf.

[Hintergrund]

[Kritiker] „Brings the feverish atmosphere and simmering eroticism of the stage play to a boiling point. A masterclass in lighting and dramaturgical nuance. Serra’s third major film of the decade and the first great film of Cannes 2019.“ (Jordan Cronk, Cinema Scope) „Albert Serra’s glumly Sadeian LIBERTÉ - 18th-century dogging de luxe. Like Borowczyk on Mogadon, or the 121st Day of Sodom after most people have left and the catering has run out.“ (Jonathan Romney, Screen Daily) „Eine Reise in die ewige Nacht des Zwielichts und der Ausschweifung. Über das Verlangen und den Sex als befreienden Antrieb, als demokratisierende Kraft und als Essenz der filmischen Sprache.“ (Manu Yáñez, Film Comment) „Leaving aside its graphic sexual content, I don’t think I’ve seen a film composed or lit like Albert Serra’s Liberté before. A high achievement in mise en scène. The best film I’ve seen so far at Cannes 2019.“ (Adam Cook, Cinema Scope)
Albert Serras „Liberté“ | © Román Yñán
„Parasite“ (Bong Joon-ho)
[Wettbewerb]

[Inhalt]
[Hintergrund]

[Kritiker] „PARASITE is like SHOPLIFTERS on pricey Korean bath salts, and that's a wonderful thing: so cumulatively tense, funny and terrifying, it's almost unfair when it becomes utterly heartbreaking in the final stretch. Bong d'Or, please.“ (Justin Chang, Los Angeles Times) „The class satire that bubbled under in last year's Cannes standouts Shoplifters and Burning erupts in Bong Joon Ho's marvelous #Parasite, which runs a kkochi skewer through Korean society and barbecues it.“ (Lee Marshall, Screen Daily) „PARASITE might be Bong Joon-ho’s best movie. it bundles up all his previous work into one angry, grounded, hilarious, and painfully bittersweet story about the horrors of co-existence in capitalism.“ (David Ehrlich, IndieWire) „Bong Joon-ho’s Parasite - best film I have seen at this festival by a light year. Bravura filmmaking of the highest order.“ (James Mottram, Total Film) „I adore Bong Joon-ho anyway, but even by his standards PARASITE is extraordinary.“ (Jessica Kiang, Variety) „Bong Joon-ho’s latest is the dazzling social-satire-cum-home-invasion-drama we need right now.“ (Dave Calhoun, TimeOut) „Bong Joon-ho's Parasite is the darkest & funniest film in Cannes competition; the merciless eat-the-rich Upstairs Downstairs comedy-horror the world needs right now. It's just brilliant.“ (Xan Brooks, Guardian)

„The Wild Goose Lake“ (Yi'nan Diao)
Wettbewerb

[Inhalt] Ein Gangsteranführer und eine junge Frau auf der Flucht lassen sich auf ein tödliches Spiel ein.

[Hintergrund]

[Kritiker] Viersterne-Höchstwertung (Michel Ciment, Positif) Quentin Tarantino gab bei der Gala-Premiere Standing-Ovation für den chinesischen Regisseur Yi'nan Diao. „A supremely confident crime-thriller: pitiless, churning, slightly opaque. Yinan Diao makes great use of rain, shadows, motorcycles, neon, nighttime. If it doesn’t add up to all that much, it’s nonetheless a pretty dazzling flexing of style.“ (Tim Grierson, Screen Daily) „The Wild Goose Lake may just end up being the last word in Chinese crime noir, because it does not want (or need) to be anything else.“ (Jessica Kiang, Variety) „It's a minor letdown after the genius of Black Coal, Thin Ice, but this ravishingly bleak Chinese noir confirms that Diao Yinan is a major director.“ (David Ehrlich, indieWIRE) „Aber The Wild Goose Lake wäre auch ein Meisterwerk, wenn es gar keine Handlung gäbe.“ (Thomas Schultze, Blickpunkt:Film)

„Leid und Herrlichkeit“ (Pedro Almodóvar)
Wettbewerb [Dt. Kinostart: 25.07.]

[Inhalt] Ein alternder Regisseur (Antonio Banderas) reflektiert die Entscheidungen, die er sein Leben getroffen hat. Dabei vermischen sich Vergangenheit und Zukunft.

[Hintergrund]

[Kritiker] „After a month or so, I still consider this one his Magnum Opus.“ (Cédric Succivalli, ICS) „Adored Pain & Glory. A graceful swan-dive through the past, perfectly played by a careworn Banderas. Feels like Almodovar's saddest, warmest & most personal film.“ (Xan Brooks, Guardian) „It may be the closest Almodóvar comes to crafting a memoir in the medium he knows best.“ (Eric Kohn, indieWIRE) „The director delivers another sensuous and deeply personal gem.“ (Peter Bradshaw, Guardian) „Beautiful, tender and (for all the autofiction elusiveness) intensely candid. Almodóvar going all-out Proustian.“ (Jonathan Romney, Screen Daily) Viersterne-Höchstwertung (Michel Ciment, Positif) „Pedro Almodóvar's PAIN AND GLORY is one of his finest.“ (Stephanie Zacharek, Time Magazine)

„A Hidden Life“ (Terrence Malick)
Wettbewerb

„I was left wondering if this great and singular filmmaker would ever give us another movie to love. I wonder no more. Sunday marked Malick’s return to Cannes, and it felt like a homecoming in more than one sense.“ (Justin Chang, Los Angeles Times) „Obviously his best film since The Tree of Life, but also a powerfully graceful portrait of defiance, and a provocative challenge to Scorsese's Silence.“ (David Ehrlich, indieWIRE) „Er hat Bilder von sublimer Schönheit, philosophische Tiefe & Aktualität in einem Europa, wo Menschen, die sich Christen schimpfen, wieder gegen andere hetzen.“ (Christian Jungen, NZZ) Viersterne-Höchstwertung (Michel Ciment, Positif) „Der neue Terrence Malick-Film ist fast so gut wie Der schmale Grat.“ (Jenny Jecke, Moviepilot)

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★★★★

„Bacurau“ (Juliano Dornelles & Kleber Mendonça Filho)
Wettbewerb

[Inhalt] Ein Dokumentarfilmer will ein Werk über ein brasilianisches Dorf drehen. Aber die Bewohner sind nicht das, als was sie sich ausgeben.

[Hintergrund] Kleber Mendonça Filho ist der Regie-Shootingstar Südamerikas. „Neighboring Sounds“ war 2012 noch ein Geheimtipp unter Festivaljunkies und Highbrow-Kritikern. Das teils sublim gespielte Charakterportrait „Aquarius“ mit der umwerfenden Sônia Braga dagegen wurde zwar in Cannes preistechnisch übersehen, war letztlich aber Filhos endgültiger internationaler Durchbruch. Sein neuer Film gehörte schon vor dem Festival zu den Most-Wanteds aus dem Wettbewerb. Nicht nur, weil er John Carpenters Track „Night“ im Score verwendet und Udo Kier richtig vom Leder ziehen lässt.

[Kritiker] „Ausufernd, brutal, eine Absage an Klischees voller Klischees, Assault on Precinct 13 in einem brasilianischen Dorf der nahen Zukunft. Mein Liebling im Wettbewerb bisher, nicht nur wegen der UFO-Drohnen.“ (Jenny Jecke, Moviepilot) „Ein faszinierend eigenständiges Stück Kino: Nicht verpassen.“ (Michael Sennhauser, SRF) „Psychedelischer Western, als hätte Alejandro Jodorowsky mit Hilfe von Werner Herzog ein Remake von Die glorreichen Sieben gedreht.“ (Thomas Schultze, Blickpunkt:Film) „The director of AQUARIUS has made a stealth action movie which cunningly develops his themes in a kickass manner!“ (Tim Robey, Daily Telegraph) „The director of Aquarius returns with a psychedelic Brazilian Western that’s part Seven Samurai, part Hostel, and maybe even part Udo Kier fighting ghosts with a sniper rifle. it obviously rules.“ (David Ehrlich, indieWIRE) „It's a tour de force. Clever, consequent, full of heart and ballsy af. Loved it.“ (Beatrice Behn, Kinozeit)

„The Lighthouse“ (Robert Eggers)
Directors' Fortnight

„It’s cinema to make your head and soul ring.“ (Robbie Collin, Daily Telegraph) „Robert Eggers’s gripping nightmare The Lighthouse is the best thing in Cannes with sledgehammer performances from Willem Dafoe and Robert Pattinson, like Steptoe and Son in hell.“ (Peter Bradshaw, Guardian) „The Lighthouse. Two men unravel on a crag. What a fantastically rich and intense celebration of cinema as art.“ (Lee Marshall, Screen Daily) „Well, well, well, well, well, well.“ (Thomas Schultze, Blickpunkt:Film)

„Mektoub, My Love: Intermezzo“ (Abdellatif Kechiche)

[Hintergrund] So viele schlechte Kritiker-Wortspiele, so viel aggressiv vorgetragene Verachtung und Hass können einfach nicht irren. Das kann nur ein spannender Film sein.

„Zombi Child“ (Bertrand Bonello)
Directors' Fortnight

„If you like ambitious scary films that go completely wackadoo at the end – and God knows I do – then Bertrand Bonello’s Zombi Child is all kinds of good news.“ (Robbie Collin, Daily Telegraph) „Wollte irgendwas von wegen 'I walked with a teenage Zombie in einem Mädcheninternat' schreiben, aber egal. Keine Ahnung, wie ich den unter 1000 Wörter beschreiben soll. Film des Festivals bisher. Mochte Nocturama trotzdem mehr.“ (Jenny Jecke, Moviepilot)

„Rocketman“ (Dexter Fletcher)
Außer Konkurrenz [Dt. Kinostart: 30.05.]

„Rocketman is magnificent and ridiculous, a feathered melanage of clichés and originality, of respectful homage and unrepentant nostalgia.“ (Stephanie Zacharek, Time Magazine) „Vielmehr stellt sich die Frage, warum Dexter Fletchers süffiges Musical nur außer Konkurrenz in Cannes gezeigt wird.“ (Thomas Schultze, Blickpunkt:Film) „Es ist natürlich ein bisschen übertrieben, Millionen in Richard Maddens Bewerbungsvideo für James Bond zu stecken, aber mich hat es überzeugt.“ (Jenny Jecke, Moviepilot)

„Deerskin“ (Quentin Dupieux)
Directors' Fortnight

[Inhalt] Die Obsession eines Mannes (Jean Dujardin) für seine Hirschfelljacke treibt ihn in Armut und Kriminalität.

[Hintergrund] Aktuell gibt es in der Arte-Mediathek einen Schwerpunkt zum Franzosen Quentin Dupieux, den man früher unter seinem Musiker-Pseudonym Mr. Oizo mit dem Welthit „Flat Beat“ kannte. Zu sehen sind seine Filme „Rubber“ und „Wrong“ sowie seine TV-Serie „Wrong Cops“ und eine 92-minütige Masterclass mit ihm.

[Kritiker] „It's a terrific, sly, dark, funny genre piece by the other great Quentin of contemporary cinema - Dupieux. It features three great performances - by Jean Dujardin, Adèle Haenel and a suede jacket.“ (Lee Marshall, Screen Daily) „Ein megalomanischer Spaß mit einem tollen Jean Dujardin. Und das schreibe ich als Dupieux-Skeptikerin.“ (Jenny Jecke, Moviepilot).

Taron Egerton in „Rocketman“ | © Paramount Pictures
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★★★½

„First Love“ (Takashi Miike)
Directors' Fortnight

[Inhalt] In einer Nacht in Tokio treffen sich der junge Boxer Leo und das drogensüchtige Callgirl Monica. Hinzu kommen ein korrupter Cop, ein Yakuza und eine Killerin der Triaden.

[Hintergrund]

[Kritiker] „Takashi Miike’s FIRST LOVE starts as hard-boiled pulp fiction before softening into a hilarious and violent and hilariously violent absurdist comedy about why it’s better to not be a yakuza. Top drawer stuff from the prolific director.“ (David Ehrlich, indieWIRE) „First Love is basically Takashi Miike’s True Romance dialled up to 11. Completely mad. Had an absolute blast with it.“ (Adam Woodward, Little White Lies)

„Beanpole“ (Kantemir Balagov)
Un Certain Regard

„Beanpole is incredibly bleak, but crafted with such care that it’s also deeply compelling. Events so disturbing that you long to look away are presented in images so striking that you cannot. It's my film of the festival so far.“ (Jessica Kiang, Variety) „Best things about Cannes so far: Balagov’s BEANPOLE ...“ (Nick James, Sight & Sound)

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Freitag, 10. Mai 2019
Ehemalige taz-Filmkritikerin Cristina Nord leitet das Forum
Cristina Nord | © Kathrin Windhorst
Die Ex-Filmkritikerin, Autorin und Kuratorin Cristina Nord übernimmt ab dem 1. August die Leitung der Berlinale-Sektion Forum.

„Das Berlinale Forum bietet seinem Publikum die Möglichkeit, junge, experimentelle und essayistische Formen des Films zu entdecken“, kommentiert Cristina Nord ihre neue Aufgabe als Leiterin. „Das Forum gewährt vielen unterschiedlichen Spielarten des Kinos Raum und eröffnet damit neue Wege für die Wahrnehmung. Der internationale Zugang, das Bewusstsein für Filmgeschichte und die Lust daran, mit und in Filmen zu denken und Gesellschaft zu reflektieren, sind beispielhaft. Sie ergänzte: „An dieses Erbe anzuknüpfen und es unter sich verändernden Bedingungen in die Zukunft zu führen, ist eine Aufgabe, der ich mit großer Freude entgegenblicke. Dem Vorstand des Arsenals bin ich dankbar für das Vertrauen, das er in mich setzt.“

Nord war von 2002 bis 2015 Filmredakteurin im Kulturressort der taz in Berlin. Außerdem war sie als Dozentin sowie als Kuratorin für unterschiedliche Institutionen tätig, unter anderem für die Freie Universität Berlin, das Haus der Kulturen der Welt und die Duisburger Filmwoche. Nach ihrem Abschied von der Filmkritik und ihrem Wechsel zum Goethe-Institut im Jahr 2015 verantwortete sie die Leitung der Programmarbeit mit regionalem Fachauftrag für Südwesteuropa in Brüssel, wo sie Projekte aus allen kulturellen Sparten konzipierte und umsetzte. Die Berlinale begleitete sie journalistisch am einprägsamsten seit vielen Jahren mit bissigen SMS für das gestrenge Kulturmagazin Cargo.
Geprägt von Pasolinis „Salo“
Ein Erweckungserlebnis in jungen Jahren war für Nord die Sichtung von „120 Tage von Sodom“. Der Pasolini-Film überforderte sie laut einem Revolver-Interview, weckte aber auch ihre Neugierde am Medium. In ihrer Zeit bei der taz ließ sie größtenteils die Finger von Hollywood und war stattdessen eine treue Unterstützerin des internationalen Kunstkinos. Zu ihren größten Favoriten zählten der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul („Blissfully Yours“, „Uncle Boonmee“), der philippinische Regisseur Lav Diaz („Norte“, „A Lullaby to the Sorrowful Mystery“) und der portugiesische Regisseur Miguel Gomes („Our Beloved Month of August“, „Tabu“).

Der Vorstand des Arsenals, seit 2004 bestehend aus Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus, freut sich, Nord in Abstimmung mit der Berlinale-Leitung sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) als Leiterin des Forums gewonnen zu haben.
„Die ideale Kandidatin“
„Ihr Profil macht sie zur idealen Kandidatin, den seit jeher experimentier- und diskursfreudigen Charakter des Forums in enger Verbindung mit den Aktivitäten des Arsenals weiter zu schärfen und dabei neue, eigene Impulse zu setzen. Neben hervorragender Kenntnis des zeitgenössischen internationalen Kinos sowie der Filmgeschichte bringt sie vielfältige kuratorische Erfahrungen mit und ist nicht nur mit filmkulturellen Fragestellungen, sondern auch mit verschiedenen aktuellen Diskursen vertraut. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit, die mit der Vorbereitung des 50. Jubiläums des Forums beginnt“, so der Vorstand des Arsenals.

Der Filmkritiker Ulrich Gregor („Geschichte des Films“) und seine Frau Erika waren maßgeblich am Aufbau des Forums in den 1960er-Jahren beteiligt. Zuerst riefen sie als Vorläufer im Jahr 1964 die Woche der Kritik ins Leben. Sie zeigten neue Filme von Lina Wertmüller („Die Basiliken“), Bo Widerberg („Das Rabenviertel“) und Jean-Luc Godard („Die Außenseiterbande“). 1970 etablierten sie dann das Forum im gekauften Arsenal-Kino als Gegenveranstaltung zur Berlinale. Der Ruf als Korrektiv zum Wettbewerb hatte aber in den vergangenen Jahren etwas gelitten. 2018 machte der Leiter Christoph Terhechte, der 2001 von Gregor übernommen hatte, mit seinem Abschied den Weg frei für einen Generationenwechsel.

Links: - Neue Sektion Encounters, - Das neue Berlinale-Team

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Dienstag, 7. Mai 2019
Neuer Berlinale-Wettbewerb heißt Encounters
Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek | © Alexander Janetzko / Berlinale 2019
Die neue Berlinale-Spitze schnitzt sich eine eigene Un Certain Regard-Reihe, die Encounters heißen wird. Der New Yorker Filmkritiker Dennis Lim ist derweil zum Auswahlkomitee ergänzt worden.

Die neue Berlinale-Spitze Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek setzt nach den verheißungsvollen Personalentscheidungen Ende März auch die ersten programmtechnischen Duftmarken. Die Sektionen Kulinarisches Kino und Native sind Geschichte. Sie wird es 2020 nicht mehr geben. Dafür installiert das Duo einen weiteren Wettbewerb neben dem großen internationalen Wettbewerb, dem bisherigen Aushängeschild der Berlinale.

Die neue Sektion heißt Encounters. Sie soll eine Plattform für „ästhetisch und formal ungewöhnliche Werke von unabhängigen Filmemachern“ sein. Ziel sei es, neue Stimmen des Kinos zu unterstützen und den verschiedenen narrativen und dokumentarischen Formen mehr Raum im offiziellen Programm zu geben. Maximal 15 Filme sind dafür angedacht. Es können Welt- oder internationale Premieren, Spiel- oder Dokumentarfilme sein. Eine Jury wählt den besten Film, die beste Regie und vergibt den Spezialpreis.
Kuratorisch bessere Handhabung für Chatrian
Interessant ist, dass das Forum personell immer noch nicht neu besetzt wurde. Mit der Sektion Encounters verändert der künstlerische Leiter Chatrian nicht nur die Gewichtung der Reihen. Er hat auf diese Weise auch kuratorisch einen größeren Zugriff auf die einheitliche Gestaltung des Festivals.

Zu den programmlichen Veränderungen gab das Berliner Filmfest am Montag weitere personelle Entscheidungen bekannt. Folgende Delegierte werden zusätzlich für weitere Regionen des Auswahlkomitees zuständig sein: Jacob Wong (VR China, Taiwan und Hongkong), Ryan Werner (USA), Paz Lázaro (Lateinamerika), Eduardo Valente (Brasilien), Meenakshi Shedde (Indien und Südasien), Maryanne Redpath (Australien und Neuseeland) und Dorothee Wenner (Subsahara-Afrika). Darüber hinaus hat das Leitungsduo als Berater Norman Wang, Luciano Monteagudo, Jason Ryle, den ehemaligen Village-Voice-Filmkritiker Dennis Lim und die ehemalige langjährige EFM-Direktorin Beki Probst berufen.

Bis zum Sommer will das Festival weitere programmtechnische Veränderungen bekannt geben. Die 70. Jubiläums-Berlinale findet vom 20. Februar bis zum 1. März 2020 statt.

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