Samstag, 5. November 2016
"Toni Erdmann" rockt Hauptkategorien des Europäischen Filmpreises


In allen wichtigen Kategorien ist der Maren-Ade-Film "Toni Erdmann" für den Europäischen Filmpreis nominiert worden. Das ist ein gutes Omen für die Oscars.

In Cannes ist der Maren-Ade-Film "Toni Erdmann" trotz euphorischster Kritikerreaktionen noch leer ausgegangen. Beim Europäischen Filmpreis dagegen, dessen Nominierungen am Samstag bekannt gegeben worden, ist er in allen fünf Hauptkategorien (Film, Regie, Drehbuch, Hauptdarstellerin, Hauptdarsteller) nominiert. Dicht auf den Fersen ist ihm der Ken-Loach-Film "I, Daniel Blake" mit vier Nominierungen. Auch das Paul-Verhoeven-Werk "Elle" ist als bester Film, für beste Regie und die beste Hauptdarstellerin (Isabelle Huppert) nominiert. Es ist damit wieder einmal ein Klassentreffen des Cannes-Jahrgangs, das in den vergangenen Jahren aber auch immer mehr zu einer Vorauswahl für die Oscars geworden ist. Der Berlinale-Gewinner "Seefeuer" ist als beste Dokumentation nominiert.

Der Europäische Filmpreis 2016 wird am 10. Dezember in Breslau vergeben. Im vergangenen Jahr gewann Paolo Sorrentinos "Ewige Jugend" als bester Film.

Link: - Europäische Filmpreisnominierungen 2016

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Freitag, 6. Dezember 2013
Oscar-Nominierungen da aka Peter Travers veröffentlicht Top Ten 2013
Peter Travers' Top Ten:
01. Twelve Years A Slave
02. Gravity
03. The Wolf of Wall Street
04. Before Midnight
05. Her
06. American Hustle
07. Captain Phillips
08. Nebraska
09. Blue Jasmine
10. Inside Llewyn Davis
Peter Travers hat es sich nun fast schon seit Jahrzehnten zur eisigen Lebensaufgabe gemacht - ganz im Gegensatz etwa zu einer Kritiker-Ikone wie Roger Ebert, die noch versuchte, das Ergebnis in ihrem Sinne zu beeinflussen - die 'besten Filme' der Academy Awards mit seiner eigenen Top Ten vorherzusagen. Der mental begabte Rolling Stone-Kritiker bestätigt die beiden großen Favoriten "Twelve Years a Slave" und "Gravity". Er unterstreicht aber ebenso, dass "The Wolf of Wall Street", "Her" und "American Hustle" das Rennen noch spannend machen könnten. Und er macht Hoffnung auf eine 'Best Picture'-Nominierung für "Before Midnight", wobei Travers' Image ein bisschen angekratzt ist, weil seine Trefferquote in den letzten Jahren unter achtzig Prozent gesunken war.

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Mittwoch, 4. Dezember 2013
Roboterliebe würzt Oscar-Rennen
Wenn man den amerikanischen Oscar-Bloggern in den letzten Wochen so zuhörte, hätte man glauben können, dass das Rennen um den Goldjungen längst entschieden sei. Demnach gebe es tatsächlich nur zwei ernsthafte Anwärter, nämlich den Weltraum-Thriller "Gravity" und "Twelve Years a Slave", jenen als afroamerikanische Antwort auf "Schindlers Liste" abgestempelten neuen Film von Steve McQueen, der praktisch nicht mehr verlieren könne. Wie so häufig belehren uns die ersten Kritikerpreise eines Besseren. Die sich vorgedrängelt habenden New Yorker Filmkritiker wählten David O. Russells Allstar-Period-Piece "American Hustle" zum besten Film. Ein Werk also, das bislang in der Verlosung fehlte, weil es schlicht gesagt noch niemand gesehen hatte. Und das National Board of Review, was nach dem Rolling Stone-Kritiker Peter Travers als bestes Oscar-Orakel Hollywoods gilt, setzte Spike Jonze' roboterliebende Einsamkeitsstudie "Her" auf Platz eins. Einen Film, der bisher unter ferner liefen geführt wurde. Der alte William Goldman-Spruch "Nobody Knows Anything" ist treffender denn je. Zu sehr konzentrierten sich die so genannten Oscar-Experten wie Sasha Stone, Kris Tapley und Anne Thompson auf die beiden "Superstars" und eindeutigen Zugpferde im Rennen. Ich würde sagen: Jetzt haben wir überhaupt ein Rennen! Schreibt es nicht gleich wieder kaputt! Schließlich erscheint doch erst noch Martin Scorseses Börsen-Saga "The Wolf of Wall Street" und wird das Feld von hinten aufrollen.

Links: - NYFCC, - National Board of Review

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Montag, 25. Februar 2013
Oscarmüde 2013
Sich heutzutage die Oscar-Veranstaltung anzusehen, hat etwas von einer eigentümlichen Selbstkasteiung, die ich noch vornehmlich aus reiner Nostalgie betreibe. Aus einem längst vergessenen Gefühl der Naivität und Unwissenheit heraus, das man jetzt einfach nicht mehr nachspielen kann. Dazu weiß man zu viel. Oder wie es das Gafferlein ausdrückte: "Nie wieder Oscars! Bis nächstes Jahr!" Das Enigmatische ist weg. Monate vorher kann man in speziell davon lebenden Blogs lesen, wer die heißesten Favoriten sind. So revolutionär und toll man die Entdeckung der Oscar-Blogs damals fand, so viel Spannung und Überraschungsmoment haben sie aus der Verleihung genommen. Man selbst ist soweit in die Materie eingetaucht, dass im September klar ist, wenn ein Projekt wie "Argo" mit brav ausgefüllter Oscar-Checkliste in Telluride gestartet wird, wohin Ende Februar die Reise geht. Aber das ist heute ein weiteres Problem: Ich sehe gar nicht mehr die Filme, um mich darüber aufzuregen. Ich könnte nicht einmal sagen, dass der "Argo"-Sieg unverdient war, weil ich mir nicht mehr die Mühe gemacht habe. Die Ausdehnung auf zehn Nominierungen als bester Film ist eine Farce, aber da wiederhole ich mich.

Kurz bevor ich den Fernseher ausgemacht habe, nachdem ich noch mal für Tarantinos Preis hochgeschreckt bin, wurde der von mir sehr geschätzte Film "Moonrise Kingdom" genannt. Das war der kleine Moment des Mitfühlens und Interessiertseins von früher, als es mir nicht egal war, wer in welcher Kategorie gewinnt. Als man Roger Ebert hasste, weil er "Crash" gegenüber "Brokeback Mountain" pushte und als ein gewisser Russell Crowe als "Gladiator" auf dem Weg zum Podium dahinschmolz. Aber das scheint ewig her zu sein. Also klammert man sich an die Bewertung des Gastgebers des Abends, an Seth MacFarlane, der seine Sache akzeptabel machte. Seit dem Pärchen James Franco und Anne Hathaway haben sowieso alle Hosts einen Freifahrtschein, weil niemand mehr so schlecht sein wird. Der sofort nach der Verleihung aufgezeichnete Slashfilmcast bezeichnete diesen Job treffenderweise im "Big Bang Theory"-Mode als Kobayashi Maru-Test der Unterhaltungsindustrie. Man kann eigentlich nur verlieren. Die Frage lautet, wie man dabei performt. Ein bisschen sehr weinerlich und ein Zeitphänomen, die Kritik der eigenen Leistung durch die Parodie der selbigen vorwegzunehmen und damit abzufedern. Aber das kann man so machen: Zum Beispiel Mr. Skin spielen und den Hauptdarstellerinnen "We Saw Your Boobs" trällern, William Shatner auf dem Intercom haben, zeigen, dass man singen kann, auch wenn man es nicht live macht. Oder die schlechteren Gags einfach wegklatschen. Oder noch besser: von Channing Tatum und Charlize Theron wegtanzen lassen.

Das Geheimrezept der Oscars für den Rest der Welt lautet sowieso die totale Übermüdung. Denn wenn man sich die Show am nächsten Tag aufgezeichnet anschaut und die Werbung vorspult, was ich ein einziges Mal getan habe, ist das eine ganz schrecklich langweilige Veranstaltung. Erst durch den Schlafentzug und dieses zwei-Stunden-Vakuum, indem kein wichtiger Preis vergeben und ständig gewartet wird, erhält das Ganze seinen Zauber. Und durch die so genannten Oscar-Momente, die ich in diesem Jahr vergeblich gesucht habe. Christoph Waltz' Preis hätte es nicht gebraucht, sowohl Samuel L. Jackson als auch Leo Di Caprio wären würdigere Kandidaten gewesen. Shirley Basseys Stimme ist alt geworden, und Adele hatte das Pech, den Titelsong zu einem schwachen Bond singen zu dürfen. Und ob man jetzt Khediras Freundin neben Annemarie Warnkross und Steven Gätjen stehen hat oder - wie von der Süddeutschen vorgeschlagen - Katrin Bauerfeind - es macht keinen Unterschied. Denn die deutsche Preshow schaut sich doch niemand ernsthaft an. Und auch Twitter ist ziemlich anstrengend geworden. Die bloße Anzahl an amerikanischen Möchtegern-Stand-Up-Comedians ist erdrückend. Und ich klinge immer mehr wie ein knöchriger Dinosaurier, der auf der falschen Party war. Vielleicht lese ich das nächste Mal einfach weniger im Vorfeld und schaue mehr die Filme! Nur weil viel getanzt und gesungen wurde, heißt das nicht automatisch, dass es eine klassische und gute Show war. Und nur weil einer der Produzenten der Mann hinter "Chicago" war, brauchte es nicht unzählige Verweise auf eben jenen egalen Best Picture-Gewinner. Ein kleiner Lichtblick, gerade während des Wartens, war der Audioflick-Live-Podcast der GameOne-Truppe, auch wenn dort kurzzeitig die Lichter ausgingen.

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Freitag, 16. September 2011
Oscar-Chancen für Wim Wenders' "Pina"
In Mexiko wird die Tage zwischen "Miss Bala" und "We Are What We Are" entschieden, wenn es darum geht, den richtigen Vertreter zu den Oscars zu schicken. Wirklich keine schlechte Auswahl. Ich will nicht behaupten, dass die Kategorie des besten fremdsprachigen Films ganz plötzlich cool geworden ist. Aber es ist doch kein Zufall, wenn im letzten Jahr unter den fünf nominierten Filmen das wilde griechische Meisterwerk "Dogtooth" auftauchte. Ok, es gewann dann Susanne Bier mit dem Tränendrücker "In a Better World", aber hey, den hatte immerhin Drehbuchgott Anders Thomas Jensen geschrieben. Wenn man sich mit der Ungerechtigkeit abgefunden hat, dass die Welt nur fünf Startplätze in einer klein gehaltenen Nebenkategorie hat und dafür meist erschreckend einfallslose Hollywoodware mehrere Stunden in aller epischen Breite abgefeiert und beworben wird, dann macht das richtig Spaß.
"Tanzt, tanzt - sonst sind wir verloren"
Und zwar schon in der Vorauswahl-Phase, wenn die einzelnen Länder von Kommissionen brav ihre vielversprechendsten Werke einreichen lassen. Deutschland schickte nach "Die Fremde" in diesem Jahr Wim Wenders' Bausch-Hommage "Pina" ins Rennen, was mutig ist. Denn weder Hitler, Terroristen noch die Stasi kommen ausdrücklich vor. Dann ist es ein 3D-Dokumentarfilm. Das wird schwer, aber nicht unmöglich. Auf der Berlinale lagen die internationalen Filmkritiker der Filmerfahrung zu Füßen. Und so ging es beim Telluride-Festival, dem ersten echten Gradmesser der Oscar-Season, weiter. "Waltz with Bashir" wurde 2008 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Auch das macht Hoffnung. Und dass Wenders für die Academy kein Fremder ist, sondern bereits 2000 einen Oscar für "Buena Vista Social Club" mit nach Hause nehmen durfte, könnte letztlich hilfreich sein. Die noch junge, im Oscarspiel eher unerfahrene Verleihfirma Sundance Selects bringt "Pina" in die US-Kino.
Von Palmen, Bären und Löwen
Die aktuell größten Konkurrenten heißen "A Separation" (Iran) und "Le Havre" (Finnland). Festivalpreise schaden inzwischen nicht mehr. So haben etwa auch Griechenland ("Attenberg") und Ungarn ("The Turin Horse") auf ihre prämierten Aushängeschilder gesetzt. Der polnischen Einsendung von Agnieszka Hollands Weltkriegsdrama "In Darkness", das auch in Telluride gezeigt wurde, wird eine rosige Zukunft prophezeit. Aber wir stehen noch ganz am Anfang. Über sechzig Länder werden Filme einschicken. Nur knapp ein Drittel der Auswahl steht schon fest. "The Skin I Live In" von Almodóvar scheint in Spanien wahrscheinlich, nachdem er von der Oscarschmiede Sony Pictures Classics für den US-Markt gekauft wurde. Auch der israelische Film "Footnote" gehört zu ihrem Repertoire. Belgien wird wohl die Dardenne-Brüder mit "The Kid with a Bike" schicken. In der Türkei deutete einiges auf das Epos "Once Upon a Time in Anatolia" hin. Die schmächtige Kategorie des besten fremdsprachigen Films ist zu einem Stell-dich-ein der Festival-Darlings geworden, die dann aber wiederum nicht selten von Out-of-the-Blue-Nennungen verdrängt werden. Exotik und großes Gefühlskino spielen keine untergeordnete Rolle. Es bleibt spannend.

Link: - Wikipedia

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Donnerstag, 25. August 2011
Wie Salander & Dujardin die Oscars retten
Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie die Oscars noch langweiliger werden sollen als dieses Jahr. "True Grit"? "Inception"? "Black Swan"? "127 Hours"? "The King's Speech"??? Aber Hollywood ist fleißig und arbeitet daran. Blickt man nämlich über die erste Top-Liste, die Sasha Stone drüben bei Awards Daily veröffentlicht hat, dann beschleicht einen die pure Langeweile. Sie und ihre Oscarblog-Kollegen setzen logischerweise auf die großen Namen. Auf Platz eins findet sich George Clooneys neuer Film "The Ides of March" wieder, ein Politik-Drama um den so idealistischen wie schmutzigen US-Wahlkampf. Das klingt zumindest dank der Besetzung mit Ryan Gosling und Marisa Tomei etwas spannender als Clooneys letzter Film, der Football-Totalflop "Leatherheads".

Auf Platz zwei wartet Steven Spielberg mit "War Horse" auf seine Gelegenheit. Es ist ja eine Weile her, dass unser Lieblings-Steven als Regisseur ganz oben mitgemischt hat. Und an den letzten Pferde-Film, der für Oscars nominiert wurde, nämlich "Seabiscuit", kann sich bestimmt niemand mehr erinnern. Der neue Alexander-Payne-Film "The Descendants" hat einen urlangweiligen Trailer und - genau - George Clooney in der Hauptrolle. Ansonsten setzt man unter den nur allzu fantasielosen Bloggern vor allem auf die guten alten Biopics, in diesem Fall J. Edgar Hoover (Leo Di Caprio) und Margaret Thatcher (Meryl Streep). Und man hofft natürlich auf altbekannte Namen wie Stephen Daldry ("Extremely Loud and Incredibly Close") und Cameron Crowe ("We Bought a Zoo"). Aber es gibt Hoffnungsschimmer, die das Rennen wieder interessant machen könnten.

Wenn zum Beispiel tatsächlich der französische Stummfilm "The Artist" mit der Hilfe der Gebrüder Weinstein durchbrechen sollte. Die Gurus glauben an Jean Dujardin: Sie führen "The Artist" auf Platz drei. Die Cannes-Sensation in schwarzweiß hat bereits eine überraschend große Zahl an Fürsprechern hinter sich geschart. Oder Platz sieben und acht des Guru-Chart: Da steht Woody Allens unwiderstehliche, locker-leichte Sommernachtsfantasie "Midnight in Paris" und der britische Agententhriller "Tinker, Tailor, Soldier, Spy", der wundervoll besetzt ist und vom "Let the Right One In"-Regisseur Tomas Alfredson inszeniert wurde. In diesen Fällen würde ich mir die Woody Allen- und Briten-Hörigkeit der Academy gefallen lassen. Woody noch mal auf der Bühne zu sehen, könnte sogar an den bereits erfüllte Scorsese-Traum heranreichen, mit dem feinen Unterschied, dass Allen die Auszeichnung wirklich für den richtigen Film bekäme. Und man soll ja nicht gierig werden, gerade nicht in einem Jahr, wo die Oscarjury die Best Picture-Liste bei Bedarf auf fünf Nominierungen zusammenschrumpfen lassen kann. Aber Lisbeth Salander als "Girl with the Dragon Tattoo" hätte schon auch was. Obwohl es wohl nur ein dämliches Remake wird. Einfach der Vorlage wegen.

Link: - Awards Daily

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Dienstag, 1. Februar 2011
Clean Sweep, Peter Travers!
Anfang Dezember postete der Rolling Stone-Filmkritiker Peter Travers seine persönliche Top Ten. Knapp zwei Monate später wissen wir, dass er wohl der einzige Mensch dieses Planeten ist, der den exakt selben Geschmack wie die Academy-Mitglieder des Oscars hat. Es gab bislang nur Gerüchte und Mutmaßungen, dass er einen ziemlich guten Riecher hätte, wenn es um die Vorhersage der Nominierungen ging. Jetzt erst ist bewiesen: Die Academy und Peter Travers sind ein und die selben Person! Demnach gewinnt "The Social Network" knapp vor "Inception" und "The King's Speech".

Link: - Ahnung gehabt

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Freitag, 29. Oktober 2010
Mehr Oscar Buzz für Noomi Rapace
Erst "Sherlock Holmes 2", dann "Mission: Impossible 4", jetzt Ridley Scotts "Alien"-3D-Prequel: Und Christoph Waltz bekam nach seinem Durchmarsch nur "The Green Hornet" angeboten. Noomi Rapace kann zwischen den attraktivsten Frauenrollen Hollywoods wählen, wenn es um aktuelle Blockbusterprojekte geht. Der Rolling Stone-Filmkritiker Peter Travers fordert in seinem semi-unterhaltsamen Videoblog eine Oscarnominierung für das Mädchen mit dem Drachentattoo. Gut, das habe ich bereits vor einem Jahr getan. Den dafür notwendigen Charlie Rose-Auftritt hat sie auch schon absolviert. Im Moment spricht vieles für den schwedischen Raubvogel.

Links: - Peter Travers, - Charlie Rose, - Early Buzz

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Sonntag, 19. September 2010
Oscar Buzz-Update: Vol. 1
Schon so spät im Jahr, und es will trotzdem kein echtes Oscarfieber aufkommen. Vielleicht liegt es an der faden Verleihung vom März, vielleicht am bisherigen Spannungsverlauf, ganz sicher aber an den möglichen Kandidaten. Und dass neuerdings zehn Filme nominiert werden können, macht das Ganze nicht besser. Jeder halbwegs taugliche Hollywoodfilm packt es jetzt ins Finale.

Peter Weir und Terrence Malick werden aller Voraussicht nach nicht am Rennen teilnehmen. Dafür liegen bereits, schwer wie Blei, gefällige Selbstläufer wie der Christopher Nolan-Blockbuster "Inception" und das Pixar-Franchise "Toy Story 3" im gemachten Bett. Hinzu kommen die Klassiker der Academy Awards, die britische Kostümkomödie ("The King's Speech") und der alternative Indiehit ("The Kids Are Alright"), die sich hübsch auf die Schlagworte 'Hitler' und 'Homosexualität' zusammenfassen lassen. Und auch altbekannte Lieblinge sind wieder am Start. Die heißen heute nicht mehr unbedingt Clint Eastwood oder Steven Spielberg, sondern Danny Boyle ("127 Hours") und David Fincher ("The Social Network"). Nehmen wir noch den neuesten Mike Leigh-Film ("Another Year") hinzu, und wir hätten insgesamt sieben ziemlich aussichtsreiche Kandidaten.

Viel spannender erscheinen andere Filmprojekte, denen zum jetzigen Zeitpunkt eher geringe bis keine Chancen eingeräumt werden. Darren Aronofskys Balletsploitation "Black Swan" etwa, die Venedig eröffnete und in den Beschreibungen der Kritiker wie eine Neuauflage von Paul Verhoevens "Showgirls" klingt. Nur mit dem Unterschied, dass der Schauspielerin Natalie Portman eine sichere Nominierung als beste Hauptdarstellerin nachgesagt wird. Auch sehr interessant fände ich es, wenn das US-Remake des schwedischen Horrormeisterwerks "Let the Right One In", das ganz fantastische Kritiken in Toronto bekam, überraschen könnte. Umso ironischer wäre da eine Nominierung als bester Film, weil das Original von seinem Heimatland nicht einmal für die Oscars eingereicht wurde.

Spätere Kinostarts versprechen dagegen wenig Konfliktpotential. Kein "Avatar" in Sicht! Die Coens ("True Grit"), David O. Russell ("The Fighter") und Paul Haggis ("Next Three Days") hoffen auf Oscar-Buzz, der ihre Filme am Boxoffice schweben lässt. Und vielleicht sollte man auch nicht das zuende gehende Mega-Franchise "Harry Potter" aus den Augen verlieren. Beim schwächelnden "Herrn der Ringe" belohnte die Jury schließlich auch den Durchhaltewillen und die unglaublichen Erfolgszahlen.

Link: - Oscar-Übersicht

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Freitag, 3. September 2010
Weirs Gulagfilm "The Way Back" im Oscarrennen
Wer den Blog seit über einem Jahr verfolgt oder selbst so oscarverückt ist, dass er die wichtigsten Indikatoren kennt, wird es schon wissen: Das kleine Telluride-Filmfestival, in den meist schneebedeckten Bergen Colorados gelegen, ist gemeinsam mit den Festivals in Venedig und Toronto der Startschuss für die offizielle Oscarsaison und wichtigster Informationsgeber, wenn es um mögliche und unmögliche Kandidaten für die kommenden Monate geht. Unter den dieses Mal eingeladenen Filmen befinden sich frühe Cannes-Favoriten wie Mike Leighs "Another Year" und Inarritus "Biutiful", mehr Cannes-Filme wie "Carlos", "Of Gods and Men", "The Princess of Montpensier" und "Poetry", die für den Auslandsoscar interessant werden könnten und sogar zwei Berlinale-Perlen, "The Illusionist" und "If I Want to Whistle, I Whistle". Das ist alter, bestätigter, ja, verfestigter Buzz, wenn man so will. Frischen Buzz erhalten dagegen Projekte wie Tom Hoopers Historienschinken "The King's Speech", der die halbe britische Insel als Cast aufbietet, Stephen Frears' "Tamara Drew", "Never Let Me Go" von Mark Romanek und - man lese und freue sich - Peter Weirs seit der Berlinale heiß ersehnter, immer wieder aufgeschobener Gulagfilm "The Way Back" mit Colin Farrell. Endlich gibt es richtige Schwergewichte, die das bisher so ultralangweilige Oscarrennen ("Toy Story 3" oder "Inception"?) in Gang bringen.

Update: "The Way Back" wurde vom Verleih Newmarket Films für den 21. Januar 2011 programmiert. Damit ist er jetzt schon wieder aus dem Oscarrennen. Sehr schade!

Links: - Oscar-Übersicht, - Deadline Hollywood

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