Freitag, 12. Dezember 2014
SigiGötz-Entertainment-Heft #25 im Handel

Auch bei Ihnen schon bald unter dem Weihnachtsbaum?
Der legitime Steadycam-Nachfolger SigiGötz-Entertainment hat wieder einmal überragendes Material vorgelegt. Für den Selbstkostenpreis von nur drei Euro entführt uns das Glamour- und Filmmagazin dieses Mal zurück hinter die Kulissen des deutschen Lederhosen- und Reportfilms mit dem zweiten Teil des so epischen wie wertvollen Sylvie Engelmann-Interview. Dem verstorbenen Schauspieler Jacques Herlin, den Silvia Szymanski so treffend im Movies & Sports-Podcast würdigte, wird noch mal der rote Teppich ausgerollt. Und ich stricke mit meinem Beitrag an der Utopie, dass einmal ein ganzes Heft dem Werk Harald Reinls gewidmet sein wird. Der Winnetou-Regisseur hätte es jedenfalls verdient. Dazu exklusive Sigi-Rothemund-Fakten sowie abseitigere Buch- und Filmempfehlungen, über die man nirgendwo sonst stolpern kann.

Links: - SigiGötz-Entertainment, - Bestellen

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Mittwoch, 10. Dezember 2014
Die Jury des Reflecta-Festival kürte 2 Gewinner – Das Publikum feierte „Bär“

Der Großvater als fremdes Raubtier (Pascal Flörks' "Bär")
Am Samstagabend, den 6. Dezember, kürte die Reflecta-Jury im Frankfurter Mousonturm ex aequo die Kurzfilme „Omul“ (Brigitte Drodtloff) und „Wheels of Change“ (Stefan Wagner) zu den Gewinnern des Reflecta Artist Award 2014. Der mit 500 Euro dotierte Kurzfilm-Preis, der erstmals 2011 im Museo Reina Sofia Madrid vergeben wurde, zählte dabei über zweihundert Einsendungen.

„Wheels of Change“-Regisseur Stefan Wagner bedankte sich auf der Bühne bei seinen Eltern, die ihm im Zusammenhang mit dem Projekt abgeraten hatten, nach Afrika zu fahren. Gerade das habe ihn aber besonders angespornt, es doch zu machen, scherzte der 24-jährige Preisträger. In „Wheels of Change“ zeigt Wagner, wie ghanaische Jungunternehmer Fahrräder aus Bambus für die eigene Bevölkerung und den Export herstellen. Der Jury gefiel besonders, dass hier ein stolzes, selbstständiges Afrika-Bild gezeigt werde, das sich ganz bewusst von der sonstigen Medienberichterstattung distanziere.

In „Omul“ (übersetzt: Mensch), dem zweiten Preisträger-Film, zieht ein Mann den Unmut anderer Händler auf sich, als er auf einem rumänischen Markt beginnt, seine Produkte zu verschenken anstelle sie zu verkaufen. Regisseurin Brigitte Drodtloff traf so den Nerv des Reflecta-Festival, das vor allem Filmkunst auszeichnen will, die bewegt und zur gesellschaftlichen Veränderung für eine sozialere Welt anregt.

Der Gewinner des Reflecta-Publikumspreises heißt „Bär“ von Pascal Flörks. Der Kurzfilm setzte sich in einem qualitativ hochwertigen, teils internationalen Wettbewerb gegen die anderen neun Finalisten durch, die allesamt mit englischen Untertiteln zu sehen waren. Der 32-jährige Filmemacher schaffte eine persönliche Hommage an seinen verstorbenen Großvater, indem er Fotos aus dem Familienalbum oder dem Archiv gekonnt nachbearbeitete. Statt des Mannes, der im Zweiten Weltkrieg als Fallschirmspringer kämpfte, ist auf den Bildern stets ein Braunbär zu sehen. Mit Humor, aber auch Nachdenklichkeit blickt der Film so auf die komplizierte Beziehung der Generationen zurück.

In der Jury des Reflecta Artist Award 2014 saßen die Arte-Redakteurin Dr. Catherine Colas, der Regisseur und Drehbuchautor Peter Altmann, der die nachhaltige Filmproduktion „ecofilm“ betreibt und Matthias Pees, der Intendant und Geschäftsführer des Mousonturms.

Das Reflecta-Filmfestival fand vom 5. bis 7. Dezember in Frankfurt am Main statt. Das sorgfältig ausgesuchte Dokumentarfilm-Programm wurde im Mousonturm ergänzt um Debatten, globalisierungskritische Stadtrundgänge und Konzerte. Das empfehlenswerte Kurzfilmprogramm sowie die Dokumentarfilme werden aktuell in Frankfurter Partnerkinos wie dem Orfeo's Erben oder dem Filmforum Höchst wiederholt.

Links: - Facebook, - Reflecta, - Partnerkinos

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Preisträger des 7. Fetisch Film Festival in Kiel

Julia Hummer in "Top Girl"
Das 7. Fetisch Film Festival fand vom 27. bis 29. November in Kiel statt. Die Hauptpreise gingen an:

Best Film of the Year:
TOP GIRL oder la déformation professionnelle
Directed by Tatjana Turanskyj

Best Actress:
Julia Hummer in TOP GIRL oder la déformation professionnelle

Best Actor:
RP Kahl in TOP GIRL oder la déformation professionnelle

Best Trans-Performance:
Nicolas Maury in
LES RENCONTRES D’APRES MINUIT

Best Documentary Film:
FOLSOM FOREVER
Directed by Mike Skiff

Link: - Die weiteren Preise 2014

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Donnerstag, 27. November 2014
35mm-Bollwerk gegen die Barbaren

"Moskau in New York": Robin Williams entdeckt den Kapitalismus
Seit zwei Monaten programmiert Quentin Tarantino das eigene New Beverly-Cinema in Los Angeles. Grund genug für Movies & Sports, einen genaueren Blick auf die Auswahl zu werfen.

Zuerst einmal herrschte ein Gefühl der Enttäuschung vor. Zu sehr ist man die letzten Jahrzehnte von Quentin Tarantino verwöhnt worden. Zu enzyklopädisch sind seine Filme ausgefallen, zu gut bestückt waren seine epischen QT-Film-Festivals in Austin, Texas. Irgendwie kommt einem das meiste seltsam bekannt vor: Die ersten beiden Monate im New Beverly speisen sich nämlich größtenteils aus dem Fundus der Empfehlungen, die der „Django Unchained“-Regisseur seit den 1990er-Jahren mehrfach abgefeuert hat. Die Wiederentdeckung Paul Mazurskys zum Beispiel ist ein alter Hut. Howard Hawks‘ „His Girl Friday“ stand schon damals Pate in den Dialogen zwischen Honey Bunny und Pumpkin in „Pulp Fiction“. Und auch die Eastern in der Midnight-Schiene wie „Die Schlange im Schatten des Adlers“ oder „Die Todesfaust des Cheng Li“ haben ihre Festival-Hommage hinter sich und wurden in „Kill Bill“ gleich ganz durchdekliniert. Tarantino-Aficionados wissen seit längerem, dass der Filmemacher den taiwanesischen Bruce Li dem legendären Bruce Lee vorzieht. Das Programm ist darauf angelegt, dem Kinobesitzer selbst zu gefallen. Die eigenen Filme werden mit oder auch ohne Jubiläum an mehreren Tagen abgefeiert, Freunde wie Samuel L. Jackson bekommen zu ihrem Geburtstag ein Double Feature spendiert, Eli Roth darf an Halloween das eigene mediokere Werk in seiner Gesamtheit ausbreiten. Und da die Dreharbeiten zu „The Hateful Eight“, Tarantinos offiziell achtem Film, im Dezember beginnen werden, ist nicht davon auszugehen, dass sich dieser Zustand so schnell ändern wird.
Quentins unheimliche Begegnung mit Außerirdischen
Schließlich war Tarantinos Intervention im eigenen Haus nicht von langer Hand geplant, sondern mehr eine Kurzschlussreaktion auf die allgemeine technologische Entwicklung. Das Schlüsselerlebnis passierte ihm diesen Mai auf den Filmfestspielen von Cannes. Der Regisseur war als Ehrengast geladen worden, um die feierliche Einführung zu 50 Jahre „Für eine Handvoll Dollar“ zu halten. Aber als sich Tarantino danach genüsslich in den Sitz fläzen und den Sergio Leone-Klassiker genießen wollte, traf ihn der Schlag. Der heiligste Tempel der Cinephilie, das Filmfestival von Cannes, zeigte den Film nicht in 35mm, sondern als digitale Kopie. Diese ignoranten Barbaren! Eigentlich sah Tarantinos Lebensplan so aus, dass er noch mindestens zwei weitere Filme drehen wollte, um sich langsam aus Hollywood zu verabschieden. Dann würde er nur noch der spinöse Filmprofessor und Kinovorführer sein, als den er sich in seinem Vorruhestand immer schon gesehen hat. Er hätte zehn Filme beisammen. Eine schöne runde Zahl und ein einheitliches Werk von durchgängig hoher Qualität, auf das er mit vielleicht einmal hundert Lebensjahren stolz zurückblicken könnte. Aber nein, die Dekadenz greift gerade jetzt wild um sich. Kinos schaffen ihre 35mm-Projektoren ab und stellen ausschließlich auf digitale Projektion um. Und die letzten Firmen, die noch Zelluloidstreifen herstellen, schließen.

Dafür habe er nicht unterschrieben, als er mit dem Filmemachen begann, so Tarantino. Digitale Kinoprojektion ist für ihn nicht mehr als Fernsehen in der Öffentlichkeit. Und dafür bräuchte man sein Haus nicht zu verlassen. 35mm-Filmkopien dagegen haben Charakter. Ihre Artefakte bezeugen, dass sie gelebt haben. Ganz zu schweigen vom hypnotischen Flicker-Effekt und der poetisch-magischen Illusion, bewegte Bilder zu sehen. Das New Beverly Cinema, das er lange Zeit finanziell unterstützte und das er kaufte, als der Besitzer verstarb, soll jetzt zu einem Bollwerk gegen die digitale Projektion werden. Ausschließlich 35mm- bzw. 16mm-Kopien sind erlaubt. Für einen bescheidenen Ticketpreis bekommt man am Abend ein Double Feature präsentiert. Dazu laufen coole, alte Werbungen, passende Trailer-Shows und Kurzfilme. Wahrscheinlich tut man dem Programm auch unrecht, wenn man es nur auf die Hauptfilme reduziert. Man müsste schon vor Ort sein, um das beurteilen zu können. Und schaut man etwas genauer hin, entdeckt man auch im Hauptprogramm die eine oder andere Perle, von der man bislang noch nichts gehört hat. Teilweise stehen die interessanten Empfehlungen auch gar nicht im Programm, sondern tauchen in Interview-Nebensätzen auf.
Das nicht ganz so stachelige Kindermädchen
Beispielsweise hat Tarantino der Deadline Hollywood-Journalistin Jen Yamato erzählt, dass er auch plane, samstägliche Kindervorstellungen für die nächste Generation zu veranstalten. Filme wie „Die Abenteuer der Familie Robinson in der Wildnis“ und „Der Mann in den Bergen“ sollen jungen Menschen den Spaß mit 35mm-Projektionen vermitteln. Welche Filme begeisterten den frühen Quentin und welche Werke hält er noch heute für ansehenswert? Tarantino, dessen Filme immer auch mit krasser Gewalt und Blutdurst assoziiert werden, erscheint in seinen Filmtipps immer dann am spannendsten, wenn diese am weitesten von den eigenen Werken entfernt liegen. Klein-Quentin sah mit seiner Mutter im Kino eben nicht nur Erwachsenenfilme wie „The Wild Bunch“ und „Die Kunst zu lieben“, sondern auch klassische Abenteuerstoffe, die für sein Alter bestimmt waren. „Der Mann in den Bergen“ ist eine faszinierende Mischung aus atemberaubender Tierdoku und romantischer Aussteigergeschichte um einen Vater, der fälschlicherweise des Mordes bezichtigt wird und sich in die Wälder des amerikanischen Westens flüchtet. Es ist ein bisschen so, als ob Daniel Defoe einen wilden Stummfilm geschrieben hätte. Es gibt fast keinen Dialog, nur gelegentlich einen romanhaften Off-Kommentar. In der Figur des Vaters, des Grizzly Adams (Dan Haggerty), verbinden sich Ideale der Abenteuerlust mit der jugendlichen Herangehensweise, vor Problemen einfach davon zu laufen. Zehn Jahre schlägt sich Adams in den Wäldern durch, wird unter den Dorfbewohnern zu einer Legende. Sein bester Freund soll ein Braunbär sein, einen Indianer soll er vor einer Bergkatze gerettet haben. Es stimmt alles. Das Unglaubliche ist, dass der Film das alles vor laufender Kamera und ohne doppelten Boden zeigt. Da sind teils lebensbedrohliche, teils spektakuläre, teils unwahrscheinlich intime Aufnahmen zwischen Mensch und Tier geglückt. „Der Mann in den Bergen“ ist ein märchenhafter Antizivilisationsreigen mit einer wundersam wehmütigen Stimmung.

Der andere angedachte 1970er-Jahre-Abenteuerfilm, „Die Abenteuer der Familie Robinson in der Wildnis“, folgt einer ähnlichen Fluchtbewegung in die Natur, auch wenn die Motive unterschiedlich sind. Die kleine Tochter der besagten Familie ist erkrankt – womöglich an der schlechten Stadtluft und dem allgegenwärtigen Stress. Also schmeißt der Familienvater seinen Baustellen-Job hin, packt seine unverschämt attraktive Ehefrau (Susan Damante) und die beiden Kinder und taucht ab. Tarantino hat eine erstaunliche hohe Trefferquote, was Filmtipps betrifft. Aber dieses Werk ging wohl vor allem dafür in die Filmgeschichte ein, dass nie häufiger die Tonangel unbeabsichtigt im Bild hing. Das ist seichtes, kitschig gemachtes Kinderkino mit schwülstigen Folk-Songs. Was die „Familie Robinson“ und „Der Mann in den Bergen“ verbindet, sind die wagemutigen Interaktionen zwischen Menschen und Tieren. Von Filmverrückten gedreht, die es damals einfach nicht besser wussten und ihren Hals riskierten.
Lang lebe Robin Williams!
Im tatsächlichen New Beverly-Programm fiel dagegen im ersten Monat vor allem das Robin Williams-Double Feature auf. Beide Titel suchte man vergebens in den endlosen Trauerbekundungen der letzte Zeit. Beide 1980er-Jahre-Filme sind ziemlich empfehlenswert. Paul Mazurskys „Moskau in New York“ ginge sogar glatt als Meisterwerk durch. „Rocket Man – Der Beste aller Zeiten“ von Roger Spottiswoode („Monster im Nachtexpress“) ist eine wundervoll leichte, comichafte Football-Komödie in der Slapstick-Tradition eines Frank Tashlin. Der Film erinnert an eine Zeit, als man noch unbekümmert „Mr. Baseball“, „American Wildcats“ und „Weiße Jungs bringen’s nicht“ heiß und innig liebte und keine Ahnung hatte, wer eigentlich dieser Eric Rohmer ist. Die Amerikaner haben schon immer besser als die Europäer verstanden, dass beim Sportfilm nie das Spiel selbst im Vordergrund stehen darf, sondern es immer um das Drumherum geht. Darin liegen der Zauber und die Poesie verborgen. Robin Williams spielt in „Rocket Man“ einen gepeinigten Mann, der regelmäßig zu einer Prostituierten fährt. Nicht, um mit ihr zu schlafen, sondern um immer wieder sein großes Trauma durchzusprechen. Williams griff als junger Footballer unglücklich daneben, als ihn der Quarterback Kurt Russell im entscheidenden Spielzug gegen den Erzrivalen mustergültig bediente. Das Trauma, das sein gesamtes Umfeld – inklusive der Prostituierten, die für die Beichtstunde den doppelten Preis verlangt – zu Tode langweilt, ging damals auch auf die kalifornische Kleinstadt über, dessen Namen man deswegen bis heute noch nie gehört hat. Wie der junge, vor Energie zerberstende Williams die eigenen Dämonen niederringt, das alte Team zusammentrommelt und die ganze Stadt für das Wiederholungsspiel motiviert, ist in seinen screwballhaften Dialogen und mit unzähligen tollen Nebenfiguren wundervoll anzuschauen.

Das Werk des New Hollywood-Regisseurs Paul Mazursky gehört bekanntlich nicht gerade zu Tarantinos Neuentdeckungen. Der Filmtitel „Moskau in New York“ tauchte allerdings zum allerersten Mal in diesem New Beverly-Oktober-Programm auf. Und was für ein wunderschöner Film das ist. Pauline Kael hat darüber bereits alles in „State of the Art“ geschrieben. Die Geschichte ist zweigeteilt: Lange, sehr atmosphärische Sequenzen, die Robin Williams als russischen Jazzspieler in Moskau zeigen, das Mazursky am Geiselgasteig auf dem Bavaria-Gelände hat aufbauen lassen. Auf den Spuren Ernst Lubitschs wandelnd, der Europa für Hollywood vielleicht am liebevollsten neu erfand, zeigt Mazursky elendig lange Schlangen um Häuserblocks, wo hauptsächlich für Toilettenpapier angestanden wird. In Williams‘ Liebesnest ist der Kühlschrank randvoll mit Wodka-Flaschen gefüllt. Und eigentlich ist seine Figur im Kommunismus gar nicht so unglücklich. Er hat eine vollbusige Freundin und wohnt mit seiner Familie in einer bescheidenen Unterkunft. Umso überraschender gestaltet sich sein Ausflug nach Amerika. Der Moskauer Zirkus ist zu einem Gastspiel in New York eingeladen worden. Und er, der in der Zirkus-Band spielt, nutzt die Gunst der Stunde in Bloemingdale’s, um zu türmen. Was Mazursky dann zeigt, ist für einen 1980er-Jahre-Hollywood-Film inspirierend ausgeglichen in der Bewertung der unterschiedlichen politischen Systeme. Ja, in Moskau wird man bespitzelt, unter Druck gesetzt und im schlimmsten Fall auch weggesperrt. In New York bricht Williams aber gleich zu Beginn angesichts der schieren Kaffee-Auswahlmöglichkeiten zusammen. Es sind die Ärmsten der Armen, die ihm Asyl in ihrer winzigen Wohnung gewähren. Hier lauern keine KGB-Agenten, nur einfache, junge Männer mit kalten, leeren Augen, die ihn direkt vor der Haustür überfallen. Der Film macht erfahrbar, wie es wohl sein muss, wenn man sich gegen sein altes Leben entscheidet und irgendwo in der Fremde völlig neu anfängt.

Robin Williams ist ein Erlebnis. Nicht nur, dass man ihm den russischen Jazzspieler von der ersten Sekunde an abnimmt. Er leuchtet hier förmlich von innen. Seine Figur ist so sympathisch, weil Williams sie mit seiner tierischen Sexualität, seinen Zweifeln und den kleinen Freuden am Leben so menschlich zeichnet. „Moskau in New York“ ist die bislang schönste Entdeckung des New Beverly-Programms. Man könnte natürlich noch über einige andere Entdeckungen schreiben. Zum Beispiel über den großen Unbekannten William Witney, den Tarantino schon ewig pusht, der dem geneigten Leser jetzt aber im Gewand einer Jules Verne-Verfilmung begegnet. „Robur – Der Herr der sieben Kontinente“ mit Vincent Price und Charles Bronson ist einen Blick wert. Und wenn man will, kann man gleich Witneys richtiges Meisterstück, „Der schwarze Mustang“, dran hängen. George C. Scott hat mit „Die Rache ist mein“ einen abgrundtief melancholischen Debütfilm über Militärexperimente und die Folgen für die Zivilbevölkerung hingelegt, der unter die Haut geht. Und im November widmete Tarantino dem Italo-Star Guiliano Gemma das exotische Double Feature „Der feurige Pfeil der Rache“ und „Ben & Charlie“. Auch nicht gerade zwei Filme, die in der Vergangenheit sonderlich viel Liebe in Cineasten-Zirkeln genossen hätten. „Wenn Leute kommen, wäre das super. Wenn sie nicht auftauchen, scheiß auf sie!“, lautet das Credo des Hausherrn. Zumindest Movies & Sports konnte auf diese Weise bereits inspiriert werden.

Link: - New Beverly Cinema

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Montag, 20. Oktober 2014
Historisch: Erster Hofbauer-Kongress in Frankfurt am Main
Vom 7. bis 9. November passiert es wirklich: Das sagenumwobene Hofbauer-Kommando macht das Rhein-Main-Gebiet unsicher. Es ist eine riesige Ehre und vor allem dem Filmkollektiv Frankfurt zu verdanken, dass die Eingreiftruppe ihr Stammterritorium Nürnberg für ein Wochenende verlässt, um einige der größten Schätze der vergangenen Kongresse ("Der Perser und die Schwedin", "Roulette d'amour") im Uni-Kino Pupille und im Filmforum Höchst zu zeigen. Weiter aufgewertet wird die Veranstaltung mit exklusive Einführungen ausgewählter Perlen durch die Ferroni Brigade. Es lohnt schon allein die Anreise, um einmal Olaf Möller ekstatisch von einem völlig unbekannten Film schwärmen zu hören. Ich freue mich darüber hinaus besonders auf Ernst Hofbauers nächsten Schlagerfilm "Tausend Takte Übermut". Der erster Link führt zu den anregenden Programmtexten des aktuellen Kongresses, der zweite zurück zum letzten glorreichen Kongress samt der drei Movies & Sports-Podcasts.

Freitag, 07.11. (Filmforum Höchst)

16.30 Uhr - UNERSÄTTLICHE TRIEBE
18.30 Uhr - FRANKFURT KAISERSTRASSE
22.45 Uhr - 69 – VORSPIEL ZUR EKSTASE
01.00 Uhr - TAUSEND TAKTE ÜBERMUT
03.00 Uhr - "STÄHLERNER ÜBERRASCHUNGSFILM"

Samstag, 08.11. (Filmforum Höchst)

16.30 Uhr - HERBSTROMANZE
22.45 Uhr - NORDISCHE NÄCHTE – VERSCHWIEGENE PARTIES
01.00 Uhr - SÜNDE MIT RABATT
03.00 Uhr - "VIDEOKNÜPPEL"

Sonntag, 09.11. (Uni-Kino Pupille)

16.30 Uhr - DER PERSER UND DIE SCHWEDIN
18.15 Uhr - TANJA – DIE NACKTE VON DER TEUFELSINSEL
20.00 Uhr - … UND NOCH NICHT SECHZEHN
23.15 Uhr - BARON PORNOS NÄCHTLICHE FREUDEN
01.00 Uhr - SCHWEDISCHER SOMMERWIND
03.00 Uhr - EXPECTATIONS – HEMMUNGSLOSE VERFÜHRERIN

Links: - 1. auswärtiger Sondergipfel, - 13. Hofbauer-Kongress

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Donnerstag, 2. Oktober 2014
Tarantino spricht über New Beverly-Programm

Das nächste Bühnenstück? Aldrichs "Ardennen 1944"
Wer endlich einmal verstehen will, warum 35mm-Kopien den digitalen Kopien auf allen Ebenen so überlegen sind, der höre sich Quentin Tarantino an. Dieses Plädoyer muss verbreitet werden. Der Regisseur war in der Radiosendung "The Treatment" zu Gast bei Elvis Mitchell. Knapp eine halbe Stunde lang spricht er über die Magie des echten, flickernden Kinos, seine Programmauswahl im ersten Monat und was da noch kommen wird. Wer also wissen will, wer hinter Elvis Presley der attraktivste Schauspieler der Filmgeschichte ist, wie sich Roland Emmerich um die Bewahrung von Kopientechniken verdient gemacht hat und welche Kurzfilme vor dem Hauptprogramm laufen, hört bei "The Treatment" rein (am Ende des Artikels verlinkt). Wer allerdings schon wissen will, welche Filme Tarantino im November zeigt, schaut bei Amy Nicholsons L.A. Weekly-Artikel vorbei. Dort lässt sich Tarantino nämlich schon ein wenig in die Karten schauen: Ein Double Feature wird um den Themenkomplex Gefängnisgewalt kreisen. "Fortune and Men's Eyes" und "Short Eyes" beeinflussten in den 1970er-Jahren, laut Tarantino, die Darstellung von Gefängnissen im Kino. Diese beiden Filme sollen die bis dahin verharmlosende und ausblendende Filmsicht verändert haben, indem sie die schonungslose Gewalt und die sexuellen Übergriffe unter Mithäftlingen in aller Deutlichkeit zeigten.

Links: - The Treatment - L.A. Weekly

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Mittwoch, 27. August 2014
Venedig-Ticker 2014

Liebling in Nebenreihe verbannt © Sophie Dulac
Der so genannte Buzz, der regelmäßig in Venedig generiert wird, ist mit Vorsicht zu genießen. Die meisten amerikanischen Kritiker können sich pro Jahr nicht zwei Europa-Reisen leisten. Und so ist man vornehmlich auf die britischen Filmkritiker angewiesen, die im Gegensatz zu den auch immer zahlreichen deutschen Kritikern deutlich schneller und zielsicherer schießen. Aber gerade weil wir uns zum jetzigen Zeitpunkt im Auge des entstehenden Oscar-Tornados befinden, neigen einige der Anwesenden zu überspitzten Werturteilen. Zum einen liegt das an der Exklusivität der eigenen Meinung zu den heißesten Filmen der Saison. Zum anderen an der Möglichkeit, zumindest eine gute Woche lang im Oscar-Spiel die ersten Duftnoten zu setzen, bevor die Festivals in Telluride und Toronto den Rest der Welt einweihen werden.

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Most-Wanted 2014:

01. Ich seh Ich seh - Severin Fiala & Veronika Franz
02. Métamorphoses - Christophe Honoré
03. A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence - Andersson
04. Birdman - Alejandro González Iñárritu
05. The Look of Silence - Joshua Oppenheimer

Kommentar: Gefühlt der schwächste Wettbewerb seit langer, langer Zeit. Ich habe gerade mal eine Top-5 zusammen bekommen.

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★★★★½

"Ich seh Ich seh" (Severin Fiala & Veronika Franz): "A wicked little chiller full of foreboding and malevolent twists. It has cult potential stamped all over it." (David Rooney, THR) "Franz und Fiala drehen mit dieser garstigen Kollaboration Mutterliebe, kindliches Urvertrauen und die menschliche Sehnsucht nach Geborgenheit durch den Fleischwolf, dass die Knochen splittern." (Dietmar Dath, FAZ) "Sehr sehenswertes Spielfilmdebüt." (Barbara Schweizerhof, Die Presse) "It's put together with such precision and menace." (Nick James, Sight & Sound)

[Der österreichische Horrorfilm feierte in der Orizzonti-Nebenreihe Weltpremiere. Regie führten Ulrich Seidls Partnerin und sein Neffe.]

"Métamorphoses" (Christophe Honoré): "It's reminiscent of Pasolini’s literary films from the early 1970s, such as his DECAMERON and 1001 NIGHTS adaptations. There’s a lot less humor in Honore’s work, which feels more gently melancholy." (Boyd van Hoeij, THR)

[Lief leider nicht im Wettbewerb, sondern nur in der autonomen Nebenreihe Venice Days.]

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★★★★

"A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence" (Andersson): "It's magnificent and has some real shocks." (Nick James, Sight & Sound) "Hilarious deadpan Scandi-surreal genius. Cinematography in another dimension." (Kate Muir, The Times) "Heaven." (Robbie Collin, Daily Telegraph) "A Critic Sat on a Lido Reflecting on a Masterpiece." (Xan Brooks, Guardian)

"Birdman" (Alejandro González Iñárritu): "One of the most sustained examples of visually fluid tour de force cinema anyone's ever seen." (Todd McCarthy, THR) "A magnificent and enthralling film that fits into no easy genre bracket." (Mark Adams, SD) "Venice opener BIRDMAN was such a treat. Michael Keaton never better, and it's Inarritu's best film." (Catherine Bray, BBC) "Call it a DARK KNIGHT of the soul. [5/5]" (Robbie Collin, Daily Telegraph) "A mighty technical feat and a whole heap of fun. But 2-hrs in the head of hysterical, self-absorbed actor?" (Xan Brooks, Guardian) "Großartig." (Brigitte Häring, SRF) "Like so many stories about existential crises, it suffers from a kind of generic listlessness. And it whacks a little too obviously at some of its targets." (Stephanie Zacharek, Village Voice) "The most exhilarating 21st Century film I’ve seen." (Jeffrey Wells, Hollywood Elsewhere)

[Iñárritu ist von den drei mexikanischen Musketieren, die einst auszogen, um die Welt zu erobern, mein drittliebster.]

"The Look of Silence" (Joshua Oppenheimer): "It's more personal, more combative. But it’s just as much a must-see as its predecessor: innovative, inspired and important. [5/5]" (Peter Bradshaw, Guardian) "Tremendous companion piece to ACT OF KILLING. Tackles genocide from survivors' POV; a film of righteous fury." (Xan Brooks, Guardian) "It's a spellbinding sequel that internalises the moral critique of THE ACT OF KILLING." (Nick James, Sight & Sound) "It’s a gripping but also often tense and uncomfortable viewing experience." (Lee Marshall, SD)

[Der US-Verleiher Drafthouse Films ("Bullhead", "Klovn: The Movie") hat sich die Nordamerika-Rechte gesichert. Tim Leagues Auswahl bedeutet Qualität.]

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★★★

"The Price of Fame" (Xavier Beauvois): "The true story is quite small, Beauvois manages to turn it into something big, brash and even quite moving through sheer mastery of the filmmaking tools at his disposal." (Boyd van Hoeij, THR) "Quite enjoyed THE PRICE OF FAME, broad, winsome picaresque abt 2 clowns who steal Chaplin's corpse." (Xan Brooks, Guardian)

"Manglehorn" (David Gordon Green): "It is to David Gordon Green’s credit that he manages to keep MANGLEHORN intriguing, even if the film never completely delivers." (Mark Adams, SD) "This is the director's most accomplished and life-affirming dramatic work to date." (Adam Woodward, Little White Lies) "Pacino's larger-than-life persona is wrong fit for what could be a spiritual sequel to SCARECROW." (Peter Debruge, Variety) "Playing an embittered, curdled loser the actor looks as vital and exciting as he did in his pomp." (Xan Brooks, Guardian) "Since stepping away from studio work, Green has been on an agreeable track. But MANGLEHORN is a wrong turn." (David Rooney, THR)

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Montag, 4. August 2014
Movies & Sports-Podcast #3 - 13. Hofbauer-Kongress (Gast: Sano Cestnik)

"Vanessa": Urlaub war das Leitthema des 13. HK-Kongresses
Der abschließende dritte Podcast sollte ursprünglich einmal ein fokussierter Rückblick auf das Kongress-Programm mit zwei Gästen werden. Letztlich wurde es aber sogar ein bisschen mehr als das: Sano Cestnik, den cineastischen Lebemann und Filmkritiker von den Eskalierenden Träumen, könnte man - passend zu einer der Gesangsnummern in "Holiday in St. Tropez" - als fünften Beatle des Hofbauer-Kommandos bezeichnen, das hinter der Organisation des Festivals steht. Während die offiziellen Mitglieder also Rede und Antwort für den bayerischen Zündfunk mit dem blauen ARD-Mikrofon standen, hatte ich die Gelegenheit, etwas ausführlicher mit jemandem zu sprechen, der ganz nahe dran ist und doch inzwischen von außen draufschaut. Aus einem geplanten Dialog wurde ein Interview, das nicht nur einige der Programm-Highlights des 13. Hofbauer-Kongresses streift, sondern auch ein Stück weit hinter die Kulissen blickt, die Entstehung der Kongresse aufgreift und eigentlich am meisten von Sano selbst offenbart. Das ist insoweit hochinteressant, weil Sano ein extrem lesenswerter Filmkritiker ist, von dem man noch viel hören und noch mehr lesen wird. Außerdem konnte ich auf diese Weise zumindest unbewusst Alexander Kluges geschätzten DCTP-Interview-Formaten ein kleines, übermüdetes Denkmal setzen, deren Überleben im Privatfernsehen aktuell ja arg bedroht ist. Meine Zusammenfassung des Festivals liefere ich hier in traditioneller Listenform nach - und zwar in klassischer Lukas-Foerster-Ästhetik.

Ranking:

***** Atemlos vor Liebe
***** Holiday in St. Tropez
***** Vanessa
***** Eis am Stiel
****+ Dir muss er ja nicht gefallen
****+ Zärtliche Chaoten II-Trailer
**** Drei Schwedinnen in Oberbayern
**** Scopitones
**** SGE-Kurzfilme
**** Giulia
**** Das Recht zu lieben
***+ Wegen Verführung Minderjähriger
*** Mädchen des Lasters
*** Wang Yung – Stahlharte Hongkong-Killer
** Das Strandhaus
* Grün ist die Heide

Shownotes:

00:00:52 - Schwerpunkt Schlagerfilm
00:03:36 - Warum eigentlich "Giulia"?
00:07:58 - Anfänge des Hofbauer-Kommandos
00:09:37 - Gibt es schlechte Filme?
00:16:40 - "Der erste Ritter" als Augenöffner
00:17:51 - Außerirdischer Märchenonkel Siggi Götz
00:19:38 - Film des Monats
00:20:50 - Sano über Sarno
00:22:55 - Rätselhafter Surftipp
00:23:55 - Ré­su­mé



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Lesetipps: - Sano über "Schleppzug M17", - Sano über Nena

Links: - M&S-Podcast #1, - M&S-Podcast #2

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Freitag, 1. August 2014
M&S-Podcast #2 - 13. Hofbauer-Kongress (Gäste: Silvia Szymanski & Sebastian Selig)

Einstmals "Flash-Teens im Blitzlicht"
Hatte der erste Tag des 13. Hofbauer-Kongresses mit "Holiday in St. Tropez" bereits die Schlager-Revolution gebracht, wurde man am zweiten Tag Zeuge eines seltenen Schauspiels: Das Filmprogramm war so gut aufeinander abgestimmt, dass jede Vorstellung von der vorherigen profitierte. So schaukelte sich alles zu einem grandiosen Finale hoch, bei dem man selbst noch in tiefster Nacht hellwach auf die Leinwand starrte und nicht glauben konnte, was man da sah. Und die, die doch einschliefen, glaubten nachher, die extravagante deutsche Loveploitation "Atemlos vor Liebe" mehr geträumt als gesehen zu haben. Es war der perfekte Sturm, ja der erhoffte Taifun der Zärtlichkeit, mit dessen Spätfolgen zumindest ich an den letzten beiden Tagen zu kämpfen hatte.

Und es war ein glücklicher Moment, dass mir für den Rückblick darauf im zweiten Movies & Sports-Podcast Silvia Szymanski und Sebastian Selig zur Seite standen. Silvia wurde im letzten Jahr um den Michael-Althen-Preis betrogen. Meiner Meinung nach ist sie die interessanteste Filmkritikerin Deutschlands. Niemand schreibt aktuell leidenschaftlicher, ehrlicher und persönlicher über Film. Und Sebastian ist womöglich der beste Anheizer der Republik, ein Filmkritiker, der vor allem bekannt für seine hymnischen und rauschhaften Texte ist, nach denen man sofort das empfohlene Werk sehen will. Mit Lukas Foerster den ersten Podcast aufzunehmen, war eine große Ehre, aber da hakte es noch bei mir wegen diverser Faktoren im Getriebe. Der zweite Podcast war zumindest ein bisschen so, als ob ich als NBA-Fan in der Halbzeitpause des Allstar-Game ein paar Körbe mit LeBron James und Kevin Durant werfen durfte. Ich bin ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Programm, Freitag, 25.07.

00:00:55 - SGE-KURZFILME (1975-2014)
00:05:48 - DIE BORDELLCHEFIN VON HONGKONG (1977)
00:09:56 - DREI SCHWEDINNEN IN OBERBAYERN (1976)
00:16:24 - ATEMLOS VOR LIEBE (1970)
00:23:07 - FWU-FILME



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Lesetipps: - Silvia Szymanski, - Sebastian Selig

Links: - M&S-Podcast #1, - M&S-Podcast #3

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Dienstag, 29. Juli 2014
Movies & Sports-Podcast #1 - 13. Hofbauer-Kongress (Gast: Lukas Foerster)

Aufgepasst, Helene Fischer! Der Schlagerfilm ist zurück!
Irgendeiner musste ja den Job machen! Und da ich die passende Smartphone-App und den nötigen Übermut besaß, seid ihr selbst schuld, es nicht selbst gemacht zu haben. Denn den regelmäßig in Nürnberg und Fürth abgehaltenen Hofbauer-Kongressen, die vor allem das deutsche Genrekino der 1960er und 1970er-Jahre feiern, fehlt die Präsenz abseits der eingeschworenen Facebook-Zirkel. Das soll nicht heißen, dass diese hier auf Movies & Sports zu finden ist. Vielleicht inspiriert es aber den ein oder anderen das nächste Mal, eigene kleine Podcasts aufzunehmen und die Kunde in die Welt hinauszutragen. Denn bislang gibt es nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag. Dabei prägt die Auswahl der Macher mittlerweile auch stärker die cineastische Diskussion, welche vergessenen und verdrängten Genres eines zweiten Blickes wert sind. An die Tage vom 24. bis 27. Juli 2014 wird man sich noch erinnern müssen, weil hier unter anderem die Wiedergeburt des deutschen Schlagerfilms über die Bühne ging. Ob das eine gute oder schlechte Sache war, wird die Zukunft zeigen. Je nachdem, ob man mehr auf "Holiday in St. Tropez" oder "Grün ist die Heide" setzen wird, schätze ich. Nur ignorieren kann man die Tatsache nicht mehr.

Es geht meinerseits etwas trüb und hölzern los, was durchaus als unbeabsichtigte Reminiszenz an den ein oder anderen Kongress-Film zu verstehen ist. Aber die allererste Ausgabe des Movies & Sports-Podcast lohnt allein für Lukas Foersters kluge Gedanken, die er auch zum Teil in seinem Blog Dirty Laundry verschriftlicht hat.

Programm, Donnerstag, 24.07.

00:01:12 - WANG YUNG - STAHLHARTE HONGKONG-KILLER (1973)
00:09:24 - HOLIDAY IN ST. TROPEZ (1964)
00:14:27 - GIULIA (1986)
00:20:21 - WEGEN VERFÜHRUNG MINDERJÄHRIGER (1960)



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Sonntag, 29. Juni 2014
Top Ten 2014 - 2. Quartal

© kukuru inc.
Ayumi Sakamotos "Forma" - ein Film wie Donnerhall und ein Name, den wir demnächst im Cannes-Wettbewerb lesen werden. Aber auch der langjährige Kameramann Jeremy Saulnier hat einen Namen, den man sich spätestens nach "Blue Ruin" merken sollte. Dazu gab es Miyazakis wunderschönen Schwanengesang, der auf den Spuren Thomas Manns wandelt. Und wie habe ich Sansa Starks Entwicklung in der vierten Staffel "Game of Thrones" geliebt: Valar morghulis! Ansonsten habe ich in den letzten Monaten hauptsächlich das ziemlich überbewertete Venedig-Programm 2013 nachgeholt und in den letzten Tagen die erfrischend andersartige US-Serie "Bob's Burgers" für mich entdeckt. Dafür liegen Sundance, Berlin und Cannes noch fast komplett vor mir.
Top Ten
01. FORMA – Ayumi Sakamoto
02. BLUE RUIN – Jeremy Saulnier
03. THE WIND RISES – Hayao Miyazaki
04. BLACKFISH – Gabriela Cowperthwaite
05. GAME OF THRONES 4. Staffel – David Benioff & D.B. Weiss
06. NYMPHOMANIAC VOL. 2 – Lars von Trier
07. BLUTGLETSCHER – Marvin Kren
08. RESTRISIKO – Kathrin Bühlig
09. THE GRAND BUDAPEST HOTEL – Wes Anderson
10. THE SNOW WHITE MURDER CASE – Yoshihiro Nakamura

Most-Wanted: The Guest, Der Samurai, Bird People, Black Coal Thin Ice, Wild Tales, Kraftidioten, It Follows, A Girl Walks Home Alone at Night

Link: - 1. Quartal

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