Donnerstag, 21. Mai 2015
Richard Fleischer – der Zwang zum Bösen Werkschau eines amerikanischen Originals

Drei Werke von Richard Fleischer (r.o.)
Es wird wohl kein Filmgeschichtsbuch geben, in dem sein Name nicht auftauchen wird. Da war sich der Hollywood-Regisseur Richard Fleischer am Ende seiner Karriere in der Autobiografie „Just Tell Me When to Cry“ sicher. Ein Buch, das übrigens mit der allerersten, sehr profanen Set-Erfahrung Fleischers, nämlich dem Satz „John Wayne hasn’t shit yet“, beginnt. Manchmal kann es morgens eben auch mal länger dauern. Gerade, wenn die größte aller Filmlegenden erst den Trailer verlässt, wenn der Biohaushalt ausgeglichen ist. Fleischer spielte jedenfalls mit der Unausweichlichkeit seiner Person für die schreibende Zunft auf die eigene, ausufernde Filmografie an. In fünf Jahrzehnten drehte er über fünfzig Spielfilme, darunter bedeutende Filmklassiker wie „20.000 Meilen unter dem Meer“ und „Die Wikinger“, die fest im kollektiven Filmgedächtnis verankert sind. Er verdiente sich noch seine ersten Sporen bei RKO, dinierte mit D. W. Griffith und wurde vom milliardenschweren Filmmogul Howard Hughes beklaut. Es wäre einfacher, die Hollywoodstars aufzuzählen, die nicht mit ihm gedreht haben. Viel bemerkenswerter ist allerdings diese Tatsache: Im Jahr 2015 existiert – mit Ausnahme der eigenen Lebensbeichte – immer noch kein englisch- oder deutschsprachiges Filmbuch über den Regisseur. Was für ein Versäumnis, möchte man denken, wenn man ihn heute in seiner Gänze wiederentdeckt!
Evolution des Geschmacks
Für mich war Fleischer sehr lange Zeit einfach nur der Regisseur einiger meiner naiven Lieblingsfilme der Kindheit („Conan – Der Zerstörer“, „Red Sonja“). Trashige Fantasy-Muskelprotz-Filme mit Arnold Schwarzenegger, denen ich bis heute keinen ernsthaften zweiten Blick antun will. Und er war der Mann hinter dem Körper erkundenden Sci-Fi-Klassiker „Die fantastische Reise“. Einem Film also, den Joe Dante in den 1980er-Jahren als „Die Reise ins Ich“ rebootete und für mein kindliches Gemüt mit Sam Cooke-Songs, dem verrückten Martin Short und Rob Bottins meisterhaften Spezialeffekten aufhübschte. Fleischers Namen auf der Zunge zergehen zu lassen, war zwar faszinierend. Ich hatte ihn trotzdem vorerst unter den so emsigen wie uninspirierten Handwerkern Hollywoods abgespeichert, wie es sie dort zuhauf gibt. Das änderte sich schlagartig im Jahr 2004 mit dem Kinostart von „Kill Bill: Vol. 2“. Wenn Tarantino in seinen Filmen direkte Referenzen in Form von Postern oder gezeigten Ausschnitten macht, hört und sieht man schon ganz genau hin: Egal, ob es der Vietnam-Biker-Film „The Losers“ beim Blaubeerpfannkuchen-Frühstück in „Pulp Fiction“, Helmut Bergers „Der Tollwütige“ beim Kiffer-Sit-in in „Jackie Brown“ oder eben Henri-Georges Clouzots „Der Mörder wohnt in Nr. 21“ in „Inglourious Basterds“ war. In Michael Madsens Wohnwagen, wo sich die Braut mit Elle Driver einen Kampf auf Leben und Tod liefert, hängt, gut sichtbar angebracht, ein „Mr. Majestyk“-Poster an der Wand.

„Mr. Majestyk“ (dt. Verleihtitel: „Das Gesetz bin ich“) war ein recht untypischer Charles Bronson-Revenge-Flick: Viel zu ernsthaft erzählt und viel zu einfühlsam in der Liebesgeschichte inszeniert, als dass er in die Reihe des ungestümen Klischee-Bronson passte. Diese meisterliche Elmore Leonard-Adaption um einen von der Mafia drangsalierten Melonenfarmer weckte Lust auf mehr. Aber wo sollte man in diesem riesigen Werk anfangen? Es fehlten die Hinweise. Und so sammelte ich über die Jahre eher zufällig als bewusst immer mal wieder Fleischer-Perlen am Wegesrand ein: Als ich begeistert von Jack Cardiffs „Raubzug der Wikinger“ war und eine kleine Nordmänner-Phase hatte, war auch Zeit für Fleischers „Die Wikinger“. Der ziemlich schöne Western „Vier Vögel am Galgen“, der eher spröde Gangsterfilm „Der Don ist tot“ und die Sci-Fi-Bildungslücke „Jahr 2022 … die überleben wollen“ machten zwar Spaß, aber begeisterten nicht. Dann folgte eine langgezogene Rechts-links-Kombination: Die DVD-Sammelbox The Film Noir Classics Collection Vol. 2 offenbarte im Jahr 2005 selten gezeigte Film noir-Klassiker, die eines zweiten Blickes wert waren. Darauf fand ich auch Fleischers RKO-Durchbruch „Um Haaresbreite“, einen rasch produzierten Schwarzweiß-Thriller, der komplett in einem fahrenden Zug spielt und die Enge und Beschränktheit zu seinem Vorteil auszunutzen weiß. Vor allem war man dort mit seiner Begeisterung nicht allein, denn William Friedkin hatte als großer Fleischer-Fan einen schwärmerischen Audiokommentar beigesteuert.

Die Hard-Boiled-Anfänge: der Film noir "Um Haaresbreite"
Robin Wood & das New Beverly Cinema
Der richtige Niederschlag erfolgte jedoch erst 2007 mit „Mandingo“. Ich entdeckte gerade die Filmbücher des berühmten britisch-kanadischen Filmkritikers Robin Wood. In seinem Werk „Sexual Politics and Narrative Film“ schrieb er eine vielseitige Hymne auf das verkannte Sklavenepos, einen rauschhaften Text über die Verbindung von Rasse, Sexualität und Geschlecht in Hollywoodfilmen. Er bezeichnete den Film als aufklärerische Antithese zum verlogenen Hollywood-Überfilm „Vom Winde verweht“. Der wilde Exploitationfilm ließ in seiner Rohheit erahnen, wie hart und unerbittlich das Leben der schwarzen Sklaven in Amerika gewesen sein musste, gerade weil er nichts aussparte. Hiernach konnte man über soften Kunstquark wie „Twelve Years a Slave“ nur noch die Nase rümpfen. Ich hatte also meine drei Richard Fleischer-Meisterwerke („Mr. Majestyk“, „Um Haaresbreite“ und „Mandingo“) beisammen, aber immer noch keinen Plan, wo ich weitermachen sollte. Tatsächlich erhielt ich den erst diesen Januar, als Quentin Tarantino in seinem New Beverly Cinema eine kleine Fleischer-Retrospektive während den Dreharbeiten zu „The Hateful Eight“ programmierte. Inspiration ist bekanntlich das halbe Cineastenleben. Und nach so vielen Jahren des aufgestauten Wartens hatte ich die unbändige Lust, die nötige Zeit und die Filmkopien, um endlich im größeren Stil durchzustarten.
Du sollst keine Sandalen neben den meinigen tragen!
Am Gründonnerstag strahlte der österreichische Sender Servus-TV passenderweise Fleischers Bibelfilm „Barabbas“ aus. Das Sandalenepos mit Anthony Quinn war einer der größten Flops in der Karriere des gebürtigen New Yorkers. Ganze vier Jahre fand er keine neue Arbeit. Nach einer solchen Zwangspause kommen nicht viele Regisseure zurück. Fleischer hatte anschließend in den 1970er-Jahren seine produktivste Phase, haute jährlich fast immer zwei Produktionen raus, als wollte er zeigen, dass er so einfach nicht tot zu kriegen sei. Wenn man den Film „Barabbas“ heute sieht, versteht man sofort, warum diese prächtig ausgestattete Dino De Laurentiis-Produktion scheitern musste: Der Film erzählt nicht die klassische Jesus-Geschichte, sondern die Geschichte des Verbrechers, der an seiner Stelle vom Kreuz gelassen wurde. Noch heute wirkt diese Drehbuch-Entscheidung atemberaubend.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie wahnsinnig sie in den 1960er-Jahren zwischen den sonstigen Bibelschinken ausgesehen haben muss. „Barabbas“ ist dreigeteilt: Der Begnadigte stolpert, sein Glück nicht fassen könnend, durch Bierschänken und Hurenhäuser. Parallel wird Jesus‘ Kreuzigung und Wiederauferstehung im Hintergrund miterzählt; sie legt sich wie ein schuldbeladener Schatten auf Barabbas und lässt den Film fast surreal erscheinen. Barabbas versucht sich wieder als Räuberhauptmann, mordet und wird zu lebenslanger Zwangsarbeit in den Schwefelminen auf Sizilien verurteilt. Diese Szenen sind in ihren apokalyptischen Ausmaßen noch schwerer zu greifen. Fleischer zeichnet eine ganz reale Hölle unter der Erde. Klaustrophobisch, lebensfeindlich und unendlich brutal. Im letzten Abschnitt verschlägt es Barabbas als Gladiatorenkämpfer nach Rom. Die Action ist so spektakulär, wie Jack Palance als monströser, dauergrinsender Aufseher bösartig ist. Die Botschaft des Films ist ambiguen und dabei angenehm religionskritisch gehalten. Was für eine Entdeckung! Ich war begeistert und hatte einen Lauf.
Lebenserfahren oder -müde? Lee Marvin in "Vier Vögel am Galgen"
Richard Fleischer, Superstar
Wohin ich im New Beverly-Programmschwerpunkt zu Fleischer nun auch griff, wurde ich fündig. Zum Beispiel bei „Wen die Meute hetzt“, einem mit leidenschaftlich-heißer Nadel gestrickten Gangsterfilm-Schwanengesang über einen alternden Fluchtwagenfahrer, der es noch mal wissen will. Hauptdarsteller George C. Scott ist ein ähnlich Totgeweihter wie der in der Arena kämpfende Barabbas. Er nimmt ein Selbstmordkommando an, als er Tony Musante aus einem Gefängnistransport befreit und zwischen die feindlichen Linien der Mafia gerät. So wird es ein bitterer, melancholischer Road Trip, der viel mehr vom blutvollen italienischen Genrefilm der 1970er-Jahre als von Hollywood beatmet ist.
Fleischers Figuren gelten als gestrig und verbraucht und zeigen in existenzialistischen Ausnahmeerfahrungen, dass mit ihnen immer noch zu rechnen ist. Gleiches gilt für eben jenen George C. Scott im eher episodischen Cop-Film “Polizeirevier Los Angeles-Ost”. Sein Filmpartner Stacy Keach mag zwar der Protagonist sein, dem die Handlung bis zuletzt folgt. Aber in Erinnerung bleibt vor allem der pensionierte Scott, der im Stuhl am Fenster langsam zu dem einsamen Anrufer wird, über den er selbst im Dienst noch schmunzelte. „Polizeirevier Los Angeles-Ost“ ist vielleicht nicht eine von Fleischers besten Arbeiten, gehört jedoch zu seinen sympathischsten, weil sie auf ganz bodenständige Weise ein Gleichgewicht zwischen tragischen und schönen Momenten schafft. Und sie zeigt, dass es für den Job Polizist spezielle Typen braucht, die viel Privatheit und Freizeit aufgeben und von der Gesellschaft wenig zurück bekommen – es sei denn ein schlechtes Gehalt oder im dümmsten Fall einen Bauchschuss.
Sympathy for the Devil
Beschäftigt man sich auch nur oberflächlich mit Fleischers Filmografie, wird augenfällig, dass der Mann, dessen Vater Max Fleischer einst von Walt Disney im Cartoon War der 1920er- und 1930er-Jahre durch fiese Abwerbungen und Nachahmungen in die Knie gezwungen wurde, einen Hang zu Mörder- und Serienkiller-Geschichten entwickelte. Das fing bereits in den 1950er-Jahren mit dem Film „Das Mädchen auf der Samtschaukel“ an. Vier lupenreine Serienkiller-Filme sollten folgen (darunter die intensive Mia Farrow-Tour de Force „Stiefel, die den Tod bedeuten“). Am interessantesten ist vielleicht das Werk „John Christie, der Frauenwürger von London“. Mit dokumentarischer Akribie zeichnet Fleischer die Gräueltaten eines Briten (Richard Attenborough) seit dem Zweiten Weltkrieg nach: Der Mörder gibt sich als Mediziner aus, betäubt seine Opfer, wenn er ihr Vertrauen gewonnen hat, mit einer eigens konstruierten Gas-Apparatur. Er vergeht sich an den Frauen, tötet sie und verscharrt sie in seiner Umgebung. Letztlich sind es so viele, dass sie aus Platzmangel förmlich aus den Wänden wieder herauszufallen scheinen, weil nur notdürftig drüber tapeziert wurde. Kein anderer Fleischer-Film hat mich mehr beeindruckt, hat mich tiefer ins Mark getroffen.
Ja, das ist ein abgrundtief böser Horrorfilm, auch weil er die Spießigkeit des Nachkriegs-Großbritanniens so detailliert in der eintönigen Kleidung, den zerbombten Wohnungen und siffigen Kneipen schildert und die Taten noch ungleich grotesker erscheinen lässt. Das hier ist kein „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, bei dem man zum Schluss Mitleid mit dem Kindsmörder Peter Lorre hat. Es ist perfider: „John Christie“ stellt von Anfang an klar, wer das Monster ist, spielt geradezu mit der Antipathie des Zuschauers. Aber durch Fleischers genaues Beschreiben der Taten, durch das Teilhabenlassen an den Plänen und ihren Umsetzungen holt der Film einen unbemerkt mit ins Boot. Man ertappt sich dabei, innerlich zu zucken, als die wiederkommenden Maurer den Frauenwürger bei der „Arbeit“ stören. Dieser Hang Fleischers zum Horror und den menschlichen Abgründen kann nicht nur den damals angesagten Genres geschuldet sein, da sich das Thema wie ein roter Faden durch sein Œuvre zieht. Seine Autobiografie gibt darüber leider keinen Aufschluss, auch weil sie bereits Ende der 1960er-Jahre abreißt.

In seinem Herzen wohnen Schlangen ("Die Wikinger")
Im Wandel der Zeit
Mich faszinieren Trends in der Filmgeschichtsschreibung, vor allem, wenn sie Paradigmenwechsel zu bekannten Regisseuren einleiten. Wann hat sich das Bild gewandelt, wann wurde aus einem Stümper ein Auteur, wann erkaltete die Liebe der Cineasten für einen einstmals heiß und innig verehrten Filmemacher? So ein Zeitpunkt ist schwer zu bestimmen, weil es meist dauert, bis die Veränderung ins kollektive Gedächtnis eingesickert ist. Wie ein Archäologe macht man sich auf die Spur, forscht nach ersten zaghaften Würdigungsversuchen und hangelt sich dann am Retrospektiven-Programm der Festivals entlang. Richard Fleischer ist kein unbeschriebenes Blatt. Schon der legendäre Andrew Sarris führte ihn 1968 in seinem Standardwerk „The American Cinema“ neben Regisseuren wie Richard Brooks, Stanley Kubrick oder John Frankenheimer in der Kategorie strained seriousness: „These are talented but uneven directors with the mortal sin of pretentiousness. Their ambitious projects tend to inflate rather than expand.” Wie man bei den Franzosen Jean-Pierre Coursodon und Pierre Sauvage im ebenso unerlässlichen Filmbuch-Klassiker “American Directors Volume II” nachlesen kann, gab es in den 1950er-Jahren sogar europäische Kritiker-Strömungen, die Fleischer in den Stand eines major director erheben wollten.
Aber so wie Fleischers Karriere in den 1960er-Jahren mit Flops und künstlerischen Aussetzern zerfaserte, entschwanden auch die Anhänger. Die Fürsprecher waren in der Minderheit, setzten trotzdem immer wieder Leuchtfeuer der Anerkennung: Jean-Pierre Coursodons 1980er-Jahre-Essay in „American Directors“ gehört zum Schönsten und Sorgfältigsten, was bisher über Richard Fleischer publiziert wurde (im Französischen existiert wohl auch eine Fleischer-Monografie von Stéphane Bourgoin, die 1986 herausgekommen ist). In den 1990er-Jahren hielten der Spiegel-Journalist Lars-Olav Beier und Robert Müller die Fackel mit der einstündigen Dokumentation „Auf engstem Raum – Das Kino des Richard Fleischer“ hoch. 1997 erschien Robin Woods CineAction-Verteidigung von „Mandingo“.
„Alles wird anders dieses Mal!“
Im neuen Jahrtausend waren es vor allem die Filmfestivals, die das Erbe weiterführten. Das Turiner Filmfestival machte 2004 den Anfang, indem es zehn Fleischer-Filme als Tribut zeigte. Diese Auswahl inspirierte wiederum den künstlerischen Leiter des Edinburgh-Festivals, Chris Fujiwara, knapp zehn Jahre später eine eigene Fleischer-Retrospektive auf die Beine zu stellen. Fujiwara sah Fleischer als immer noch völlig unterschätzten Filmemacher an, dem sein richtiger Platz im Filmpantheon noch nicht zugewiesen war. Der amerikanische Kritiker Nick Pinkerton brachte die Fleischer-Filme dann im März 2014 nach New York ins Anthology. Diese umfangreichste Werkschau, die Pinkerton gleich selbst mit dem schönen Film Comment-Artikel „Futures & Pasts: Barabbas“ würdigte, mag Tarantino auf die Idee und zu einigen der 35mm-Kopien für das New Beverly gebracht haben. Während Turin auch Fleischer-Frühwerke wie das Kinderstar-Vehikel „Child of Divorce“ oder die Komödie „Also das ist New York!“ zeigte und sich Edinburgh auf die fantastischen 1960er-Jahre konzentrierte, legte das New Beverly Cinema den Schwerpunkt deutlicher auf die exploitativen 1970er-Jahre, wobei die Programmierung von „Der Prinz und der Bettler“ in der Kinder-Matinee absoluten Seltenheitswert hatte.
Wann ist ein Regisseur im Pantheon angekommen? Wenn er auf einer Sight & Sound-Bestenliste auftaucht? Wenn sein Name im Kanon eine Selbstverständlichkeit geworden ist? Jede Kritikergeneration bestimmt den eigenen Kanon wieder neu. Und ich plädiere bei der nächsten Abstimmung nicht mehr nur für den Lexikonplatz zwischen Terence Fisher und Victor Fleming, sondern dafür, Fleischer prinzipiell vor David Fincher und John Ford zu nennen. Das wäre mal ein Anfang!

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Dienstag, 19. Mai 2015
SigiGötz-Entertainment-Heft #26 ehrt Cine-Rock-Poeten Rolf Thissen

© SigiGötz-Entertainment
Hans Schifferle schreibt über Rolf Thissen. Der immer noch allerbeste deutsche Filmkritiker der Gegenwart würdigt das Werk des letztjährig verstorbenen Cine-Rock-Poeten, der sich für eines der wertvollsten deutschsprachigen Filmbücher aller Zeiten ("Pioniere und Prominente des modernen Sexfilms") verantwortlich zeichnet. Mehr Superlative gehen nicht! Hätte ich noch nie von SigiGötz-Entertainment gehört und würde über diese Information stolpern, wäre ich der erste, der ein Abo abschließen würde. Wenn ich das nicht schon längstens seit dem unerlässlichen deutschen Alternativ-Filmkanon von Heft Nummer zwölf getan hätte. Und es gibt im aktuellen Heft vieles mehr zu entdecken: Zum Beispiel die Top Ten- und Filmklassiker-Listen 2014, ein gewagt-lesenswertes Glamour Girl-Spezial über die Internet-Berühmtheit Jasmin 'Bitchnr1' Grabus, Silvia Szymanski, die nach Jacques Herlin mit dem Traumboy-Schauspieler Hans Hass jr. das nächste Movies & Sports-Podcast-Thema aufnimmt sowie mein kleiner Hofknicks vor Franz Josef Gottlieb (ich muss meine Gedanken zu Eberhard Schroeder endlich mal ordnen und zu Papier bringen). Ganz wehmütig wird man, wenn man viel zu schnell schon wieder am Ende des Heftes angelangt ist. Aber man kann die Artikel ja häufiger lesen oder sich einfach am äußerst charmanten Drumherum erfreuen.

Links: - SGE #26, - Bestellen

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Dienstag, 12. Mai 2015
Cannes-Ticker 2015

One Is the Loneliest Number ("The Lobster") © Element Pictures
Absteigend aufgelistet sind hier die Cannes-Filme 2015 aus allen Wettbewerben und Nebenreihen, die mich persönlich am meisten interessieren. Die eigene Vorfreude wie auch das Kritiker-Feedback vor Ort sorgen für die Abstufungen, die ich mit Sternen von fünf bis zwei kenntlich mache. Der Ticker wird mehrmals täglich upgedatet:

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Most-Wanted 2015:

01. My Golden Days - Arnaud Desplechin
02. Carol - Todd Haynes
03. Son of Saul - Laszlo Nemes
04. Green Room - Jeremy Saulnier
05. The Lobster - Yorgos Lanthimos
06. The Assassin - Hsiao-hsien Hou
07. Cemetery of Splendour - Apichatpong Weerasethakul
08. In the Shadow of Women - Philippe Garrel
09. Arabian Nights - Miguel Gomes

Kommentar: Die Directors' Fortnight musste retten, was der eher schwach besetzte Wettbewerb nicht einzulösen wusste. Das hatte auch damit zu tun, dass Festival-Chef Thierry Fremaux den französischen Anteil in schwindelerregende Höhen getrieben hatte.

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★★★★½

"My Golden Days" (Arnaud Desplechin): "Guy pieces together youth from love letters. Knock-out. Reeling. AD's most completely satisfying work." (David Jenkins, Little White Lies) "Several beautiful moments; mostly felt adrift in its nostalgia until years of emotions coalesce in last 40min." (Blake Williams, Mubi) "A Frencher-than-French tale of deeply-anchored yet partially thwarted romance, MY GOLDEN DAYS is touching, involving and very well acted." (Lisa Nesselson, SD) "Marvelously vivid coming-of-age drama." (Justin Chang, Variety) "Does nothing a coming-of-age tale hasn't done before. Just does it much better. Effortless. [B+/A-]" (Jordan Cronk, Cinema Scope) "An amalgamation of confessions, memories, colors, and genres that define a life in constant reflection. [B+/A-]" (Glenn Heath Jr., Slant) "Best film of Cannes so far? Arnaud Desplechin's MY GOLDEN DAYS, playing in Quinzaine. A sorrowful love letter of a film." (Karsten Meinich, Montages) "Desplechin's MY GOLDEN DAYS is a gorgeous, melancholy wallow in lost love. Also very funny. Lovely, just lovely." (Wendy Ide, The Times) "Bittersweet tale of youth and crazed love, with outstanding skirt falling down scene. Liked it when it was most surprising." (Isabel Stevens, Sight & Sound) "Do we really need yet another great French coming-of-ager? Do we?? Fine. [A-]" (Adam Cook, Movie Mezzanine) "Der beste Film des Festivals bisher und für mich ist das vielleicht sogar der beste Film des Jahres." (Diego Lerer, Microposia)

"Carol" (Todd Haynes): "CAROL is my Cannes #1 so far. Just a dream. As a fan of the book, it distils everything I loved about it and adds touches I never imagined." (Catherine Bray, BBC) "Blue is the Warmest Carol." (Karsten Meinich, Montages) "It hurts to be in love but what a feeling, what a cloud to float upon. Am I overdoing it? I don’t care. Best Picture, Director, Actresses." (Jeffrey Wells, HE) "So far, the two best Cannes 2015 competition movies are beautifully engineered to make you weep: SON OF SAUL and CAROL." (Eric Kohn, indieWIRE) "Is there a director more in control of every frame than Todd Haynes?" (Steven Zeitchik, Arts) "Todd Haynes's CAROL fulfills it's promise for me, full of magnificent tenderness." (Nick James, Sight & Sound) "All I wanted and more -- like stepping into a Hopper painting and finding a devastating romance unfolding in the dark corners." (Alison Willmore, BuzzFeed) "CAROL might be the most exquisitely unhappy film ever made. A pinnacle for all involved." (Tim Robey, Daily Telegraph) "A romantic melodrama without the romance or melodrama (in a good way). Rooney Mara steals the film from under Blanchett's nose." (David Jenkins, Little White Lies) "Hoping, w/time, the great final scene might help me forget how passionless this film is for the 115 minutes leading up to it." (Blake Williams, Mubi) "One of the finest things in the very fine CAROL: its New York winter aquarium atmosphere. A film to get under your skin." (Jonathan Romney, Sight & Sound) "CAROL is the work of an American master in peak form. A delicate balance of semiotics and sentiment. Blanchett, Mara aces." (Scott Foundas, Variety) "Elegant, brilliant, sumptuous – Haynes' CAROL is a well-acted drama, of top quality. Quite small, though, as a story, like 1st act of ADÈLE." (Karsten Meinich, Montages)

"Son of Saul" (Laszlo Nemes): "Formally devastating, thematically pummeling. Makes SCHINDLER'S LIST look like a sunny day at the park. [B+]" (Glenn Heath Jr., Slant) "Most sensory concentration camp movie ever. A tour de force debut from Laszlo Nemes. Amazing camera, sound." (Jason Solomons, BBC) "It's tense and powerful at first, repetitive in the second half. Visceral experience is memorable, but not as strong script wise." (Eren Odabasi, ICS) "Curious how such a handsome first-person Holocaust thriller (for lack of a more appropriate genre) can be so affectless." (Blake Williams, Mubi) "Still numb after SAUL FIA, a holocaust drama where the terror is in peripheral sound and vision. More impressive than moving." (Nick James, Sight & Sound) "Great or not, and it may be, it certainly deserves to be one of the most seriously discussed films in Cannes." (Jonathan Romney, Sight & Sound) "Gruelling-ain't-the-word POV death camp roundelay (with shallow-focus shield) in the COME AND SEE mode. Prizes." (David Jenkins, Little White Lies) "SHOAH meets CHILDREN OF MEN. Terrifying, first-rate thriller." (Eric Kohn, indieWIRE) "Laszlo Nemes' terrifyingly accomplished Holocaust drama SON OF SAUL is the Cannes competition standout so far." (Justin Chang, Variety) "IN THE FOG-gy technique spelunks into hot crucible of carnage, peripheral atrocities. Taxing in a good way. Best Director? [B+]" (Tim Robey, Daily Telegraph) "One of the most searing and penetrating Holocaust films I’ve ever seen, and that’s obviously saying something." (Jeffrey Wells, HE) "It may end up being one of the best movies in Cannes, and is certainly the best film about the Holocaust in a very long time." (Steven Zeitchik, Arts)

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★★★★

"Green Room" (Jeremy Saulnier): "Jeremy Saulnier's THE GREEN ROOM: grim, bloody, remorseless, funny and excellent." (Nick James, Sight & Sound) "My genre break-out of Cannes is Jeremy Saulnier's tight, tense siege horror GREEN ROOM, which was fucking fabulous. Loved every minute." (Catherine Bray, BBC) "Exhilaratingly nasty stuff, full of cleavers, white supremacists and gore. Gallows humour; skylight body count." (Wendy Ide, The Times) "Incredibly violent, punks-versus-skins thriller ups BLUE RUIN's ante with escalating tension and shocking humor. Bravo!" (Aaron Hillis, Village Voice) "GREEN ROOM is a total riot." (Adam Woodward, Little White Lies) "Here at Cannes 2015 we have been royally freaked out by Jeremy Saulnier's GREEN ROOM: a brutal siege-horror thriller about Nazi skinheads." (Peter Bradshaw, Guardian) "If you like films with punk music and pit bulls ripping throats out, this one's for you." (Leslie Felperin, THR) "Love the way Saulnier handles violence — like it's being carried out by people who have never really committed it before. Fun!" (Alison Willmore, BuzzFeed) "Boasts all the virtues folks claimed for BLUE RUIN without the accompanying idiocy. Good gory fun." (Mike D'Angelo, The Dissolve) "Standing ovation for Jeremy Saulnier at late show of GREEN ROOM. And a lot of ewwws and arrghs during the film. Horribly funny." (Kate Muir, The Times)

"The Lobster" (Yorgos Lanthimos): "Premise and first two thirds are deadpan absurdist excellence, then it meanders through a lesser third act. Still pretty swell." (Alison Willmore, BuzzFeed) "THE LOBSTER is an interesting experience because watching it feels sort of like getting boiled alive." (Sasha Stone, AwardsDaily) "Loved the concept and Weisz; disappointed Lanthimos can still only direct actors to do one thing." (Blake Williams, Mubi) "Lanthimos' THE LOBSTER is funny, surreal, bunuelesque. A great film." (Dominik Kamalzadeh, Standard) "Yorgos Lanthimos' LOBSTER completes a zany trilogy about the flaws of organized society. Maybe it's time to move on." (Eric Kohn, indieWIRE) "THE LOBSTER, new movie from DOGTOOTH director, is awesome, a deadpan Orwellian satire of the marriage-industrial complex." (Steven Zeitchik, Arts) "Struggling to find as much real-world resonance as I’d like, but this is much more DOGTOOTH than it is ALPS." (Mike D'Angelo, The Dissolve) "A macabre and often hilarious black comedy which runs out of ideas." (Peter Bradshaw, Guardian) "Makes ALPS look like Sirk. Entirely contingent on PWQ (Personal Wackiness Quotient). Way, *way* off the chart for me." (David Jenkins, Little White Lies) "The body-snatchers won; then what? Fab ideas in early going, Buñuelian verve and wit. But dwindles. More Colman! Farrell vg." (Tim Robey, Daily Telegraph) "Bound in the carapace of its own surrealism." (Jonathan Romney, Sight & Sound) "Buñuel for a post-Tinder world. Nerve-twingeingly funny, meticulously composed. Colin Farrell is In Bruges-good." (Robbie Collin, Daily Telegraph) "A potential revelation for critics and audiences...who have never seen a Marco Ferreri movie." (Scott Foundas, Variety) "Black absurdist comedy. Funny and utterly baffling. I loved it." (John Bleasdale, CineVue) "It's purely conceptual, entirely pleasureless cinema. Not for me. [D-]" (Adam Cook, Movie Mezzanine) "The budget boost and all-star cast has done nothing to dilute the trademark weirdness of the Hellenic duo." (Lee Marshall, SD) "Yorgos Lanthimos's first English-language feature is a wickedly funny, unexpectedly moving satire of couple-fixated society." (Guy Lodge, Variety) "Kongeniale Parabel über die Dialektik von Bindung und Freiheit." (Josef Lederle, Filmdienst)

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★★★½

"The Assassin" (Hsiao-hsien Hou): "Hou’s THE ASSASSIN a wuxia like nothing else: impenetrable plot, visually stunning, great martial arts of credible kind. Palme?" (Geoff Andrew, Sight & Sound) "The wuxia graded to gleaming, abstract perfection. One of the most beautiful films I've seen. [A]" (Jordan Cronk, Cinema Scope) "Hou evokes Jancsó's THE RED AND THE WHITE with this fractured, honorable, striking anti-war film." (Glenn Heath Jr., Slant) "One of the most beautiful films i've ever seen: Hou Hsiao Hsien's THE ASSASSIN, a slow, hard to follow, painterly ninja tale." (Nick James, Sight & Sound) "BARRY LYNDON of Kung Fu movies. Slow, the most beautiful film of the festival and fascinating." (John Bleasdale, CineVue) "Hou's ASSASSIN is transportive, intoxicating cinema of a high order: You don't just watch this movie, you live inside it. Masterful." (Scott Foundas, Variety) "Hou Hsiao-hsien's first wuxia masterfully blends the genre's essence and his own style. (9/10)" (Derek Elley, Film Business Asia) "The slowest martial-arts film in the East and one of the best films of Cannes 2015." (Stephanie Zacharek, Village Voice)

"Cemetery of Splendour" (Apichatpong Weerasethakul): " I won't mince words: This is a masterpiece. Transfixing from from frame one. [A]" (Jordan Cronk, Cinema Scope) "CEMETERY OF SPLENDOUR is a whispering tragedy, subtly overflowing with emotion. Stunning. [A]" (Adam Cook, Movie Mezzanine) "Legiac and longing tour of one spiritual world with ties to so many more. As above, so below. [A-]" (Glenn Heath Jr., Slant) "Ambitious, ambiguous poem of memory, dream, myth & politics should wow fans & mystify others." (Geoff Andrew, Sight & Sound) "The remake of THE POLTERGEIST I never knew I needed. Never change, Joe." (Blake Williams, Mubi) "Political sci fi via Celine & Julie-style exploration of dreams, fantasy, myth, legend, cinema, ghosts… and it's breathtaking." (David Jenkins, Little White Lies) "More readily parsed and less visually ravishing than his best films. Mysterious on the surface level only." (Mike D'Angelo, The Dissolve)

"In the Shadow of Women" (Philippe Garrel): "Maybe PG's funniest film (is that saying much?) Also nakedly confessional, beautifully played. Very great." (David Jenkins, Little White Lies) "I'll stand up for this as being Garrel's vampire movie (last shot confirmed this feeling). Modest and light." (Blake Williams, Mubi) "Has the textures and trappings of a nouvelle vague relic from the 1960s." (Allan Hunter, SD) "A deeply felt infidelity drama shot through with irony." (Boyd van Hoeij, THR) "IN THE SHADOW OF WOMEN is an intimate & deeply felt drama from Philippe Garrel, with a slight comic edge—but always gentle." (Adam Cook, Movie Mezzanine) "Infidelity drama w/ sex elided in favor of self-induced pain/severe irony. Jealously, indeed. [A-]" (Jordan Cronk, Cinema Scope) "Relationship drama like only the French can make, not very deep, but affecting and observant." (Marc van de Klashorst, ICS)

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★★★
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★★½

"Amy" (Asif Kapadia): "This documentary about the late British soul singer is an overwhelmingly sad, intimate – and dismaying – study of a woman whose talent and charisma helped turn her into a target." (Peter Bradshaw, Guardian) "Problematic." (David Jenkins, Little White Lies) "Gruesome exploitation movie. Mostly detestable." (Jenny Jecke, Moviepilot) "I saw AMY back at home and couldn't get it out of my head for days. A brilliant kaleidoscopic tragedy of wasted great talent." (Nick James, Sight & Sound) "AMY is a tremendous piece of work, very inspired in its use of voiceover interviews + sense of a life lived in the camera's unblinking gaze." (Scott Foundas, Variety) "Die Doku über Amy Winehouse ist miserabel. Zwei Stunden unveröffentlichte Bilder von ihren Alkohol- und Heroin-Konsum zeigen. What the fuck." (Diego Lerer, Microposia) "Kapadia's doc portrait-as-oral history approach once again suits a tragic subject, though this felt like it could have been tighter." (Alison Willmore, BuzzFeed)

"One Floor Below" (Radu Muntean): "Radu Muntean's teasing psychological slow-burner ONE FLOOR BELOW shows that Romanian cinema still has the edge in Dostoyevskian drama." (Nick James, Sight & Sound) "The Romanians do it again! Out of competition but Radu Muntean’s ONE FLOOR BELOW is probably best film I’ve seen so far." (Geoff Andrew, Sight & Sound) "A very fine if not exactly groundbreaking film about perspective and distance." (Leslie Felperin, THR) "Quietly builds into a devastating portrait of a weak man and the weak society he represents, both of which have lost their moral compasses." (Lee Marshall, SD) "Muntean's ONE FLOOR BELOW is a very confident and subtle psychological drama. The best I've seen here so far." (Eren Odabasi, ICS)

"A Tale of Tales" (Matteo Garrone): "Liked one tale out of three. I think. It's hard to be sure given how poorly and pointlessly they're intercut." (Mike D'Angelo, The Dissolve) "Garrone's bizarre, baroque fabulist folly TALE OF TALES: like a bloated remake of DAS SINGENDE, KLINGENDE BÄUMCHEN." (Jonathan Romney, Sight & Sound) "Matteo Garrone's film is fabulous in every sense and Toby Jones has a shout at Best Actor." (Peter Bradshaw, Guardian) "Garrone's INTO THE WOODS, only vastly better shot. Less perverse than expected, but quite entrancing." (Justin Chang, Variety) "Well I loved loved loved TALE OF TALES. Power of imagination and story. Great." (Sasha Stone, AwardsDaily) "Packed to the (sea monster's) gills with gorgeous, evocative, unfamiliar fairy tale imagery, but doesn't cohere into a whole." (Alison Willmore, BuzzFeed) "For all its atmospheric riches, TALE OF TALES is a tale told by an idiot, signifying nothing save that Matteo Garrone is a good director." (Jeffrey Wells, HE) "Strange, original, uneven but still impressive follow-up to REALITY, a memorable cinematic experience." (Lee Marshall, SD) "Python meets Pasolini in this horrific, hilarious - and very grown up - fairy tale anthology." (Robbie Collin, Daily Telegraph) "Finally a jolt of life. Surreal/nutty collision of deconstructed archetypes/sincerity. A dream with a fever." (Glenn Heath Jr., Slant) "It's grotesque and gory, fantastical but with a human core. As all fairy tales should be." (Marc van de Klashorst, ICS)

"Our Little Sister" (Hirokazu Koreeda): "The film is quiet, understated and gentle, allowing the audience to take pleasure in teasing out its narrative subtleties, and presented with wonderful freshness and clarity." (Peter Bradshaw, Guardian) "A generous spirited, pristinely shot and, quite frankly, somewhat dull effort." (Leslie Felperin, THR) "Cozy, understated drama about four sisters in a seaside town that drifts into the sentimental a little more than I liked." (Alison Willmore, BuzzFeed) "Ultra-subtle & a tad too cheery for its own good." (Eric Kohn, indieWIRE) "Kore-eda's OUR LITTLE SISTER a typically sweet (& sour) Ozu-inflected tale of siblings' prospects with men, work, each other etc." (Geoff Andrew, Sight & Sound) "An intimate, warm embrace of a film, it radiates joy and harmony despite playing out entirely in the shadow of a difficult father's death." (Dave Calhoun, TimeOut) "Enchanting film, which channels the Japanese master Ozu Yasujiro at the same time as it lovingly recreates the world of Hollywood 1940s family melodramas like MEET ME IN ST. LOUIS and LITTLE WOMEN. (Nick Roddick, Sight & Sound) "Lovingly crafted small-scale family drama is full of characters you won't want to leave behind. Heartbreaking." (Tim Robey, Daily Telegraph) "Kore-eda Hirokazu is at the top of his game in this graceful rondo of family manners." (Derek Elley, Film Business Asia)

"My Mother" (Nanni Moretti): "Splendid work by Buy, Turturro, Lazzarini in Moretti's warm, funny, very moving MI MADRE." (Scott Foundas, Variety) "Nanni Moretti’s MIA MADRE is surely his finest since THE SON'S ROOM. Again beautifully understated, and with very funny Turturro." (Geoff Andrew, Sight & Sound) "Moretti strikes perfect balance of drama and comedy, Buy magnificent. Last 15 minutes really affecting." (Marc van de Klashorst, ICS) "This festival is rather lachrymose in its choices. MIA MADRE yet another sweet contemplation of death. It's thin but we'll done." (Nick James, Sight & Sound) "Nanni Moretti's warm and witty MIA MADRE is his best since THE SON'S ROOM and John Turturro is on terrific form." (Peter Bradshaw, Guardian) "MIA MADRE is great. Applause. Not a dry eye in the house." (Sasha Stone, AwardsDaily) "MIA MADRE alternates between joy and sadness, dream and reality, touching drama and smart satire with exceptional ease and grace. Masterful." (Eren Odabasi, ICS)

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★★

"Inside Out" (Pete Docter & Ronaldo Del Carmen): "Best Pixar since UP, even w its manic WRECK-IT RALPH tendencies. Strong plea for a full emotional life." (Michael Phillips, Chicago Tribune) "Not UP or WALL-E level daring, but still a gratifyingly inventive, clever return to form for Pixar with a nicely realized theme." (Alison Willmore, BuzzFeed) "It's easily animated feature front runner. Will make shitloads of dough. More FINDING NEMO than WALL-E." (Sasha Stone, AwardsDaily) "Best Pixar in years." (Jonathan Romney, Sight & Sound) "Original, joyfull, funny: the new Pixar movie INSIDE OUT is a triumph!" (Christian Jungen, NZZ)

"Sicario" (Denis Villeneuve): "Emily Blunt literally token female in Villeneuve's SICARIO. Mann-lite, lots of brooding process without ever knowing what's at stake." (David Jenkins, Little White Lies) "America the cowardly, America the ugly, America the land of wolves and silencers. Deakins MVP. Bleak and sleek. [B/B+]" (Glenn Heath Jr., Slant) "Bleak and bloody brilliant. Denis Villeneuve gives the drug war its French Connection. Benicio Del Toro towers." (John Bleasdale, CineVue) "Can Denis Villeneuve please stop making movies that feature women? Or people?" (Jenny Jecke, Moviepilot) "Despite portentous air, ultimately more silly thriller than mythic statement on dark times. But Blunt, Del Toro, Brolin all terrif." (Alison Willmore, BuzzFeed) "Whoa. Did Denis Villeneuve just take Michael Mann's crown? SICARIO is a muscular, brutal action thriller." (Peter Bradshaw, Guardian) "I think I took about six breaths during the entirety of Denis Villeneuve's blistering SICARIO." (Scott Foundas, Variety) "SICARIO is very effective, black-hearted suspense. Silly if you think about it; best not to. Brolin, Del Toro let loose." (Dave Calhoun, TimeOut) "People are calling this conventional; it’s actually quite radical. [83]" (Mike D'Angelo, The Dissolve)

"Youth" (Paolo Sorrentino): "Youth is a warm, poignant, and expectedly ravishing follow up to Bellezza. Surprises in every scene, leaves deep emotional impact." (Eren Odabasi, ICS) "Paolo Sorrentino's YOUTH is a minor indulgence, tweaked with funny ideas and images, beset with a heavy sentimentality." (Peter Bradshaw, Guardian) "Sorrentino’s YOUTH is about effects of ageing on memory, bodies, hopes & relationships. Fun - though I wish he’d use less music." (Geoff Andrew, Sight & Sound)

"Maryland" (Alice Winocour): "The surprise of Cannes 2015 thus far: Alice Winocour's superb DISORDER, which is all sorts of psychologically complicated and studly." (Glenn Heath Jr., Slant) "Sets up many familiar narrative elements and proceeds to sidestep them all. Tough, muscular filmmaking. [B/B+]" (Jordan Cronk, Cinema Scope) "MARYLAND also showcases sharp, who'da-thunk-it genre chops from Alice Winocour. Hollywood would do well to get her number." (Guy Lodge, Variety) "Hollywood does better with this sort of sleekly packaged suspense." (Todd McCarthy, THR)

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???

"Night Fare": "Favourite film in the Cannes market so far? Julien Seri's NIGHT FARE that's TAXI DRIVER meets MANIAC COP, with a fab twist ending." (Alan Jones, FrightFest)

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Mittwoch, 6. Mai 2015
Eine Nase tankt E10 – Thomas Gottschalks Autobiografie „Herbstblond“

"Hilfe, das 14-49-Jährige-Zielgruppen-Monster!" © Lisa-Film
Wenn ich an Thomas Gottschalk denke, kommen mir spontan immer die paar Zeilen in den Kopf, mit denen Florian Illies seinen Bestseller „Generation Golf“ beginnen ließ: Samstagabend, die warme Wanne, das Playmobil-Piratenschiff, Schwarzbrot mit Nutella und zur Krönung des kindlichen Glücksmoments „Wetten dass“ im Fernsehen. Illies meinte damals zwar den Showmaster Frank Elstner, aber für meine Generation gilt das mindestens im gleichen Maße für Thomas Gottschalk.

Eine eigenwillige Erzählstruktur hat Gottschalk für seine Autobiografie „Herbstblond“ gewählt, die als Hörbuch deutlich mehr Sinn macht, da es sich eher um ein Auto-Parlando denn um Prosa handelt: Zuerst berichtet der bald 65-Jährige noch chronologisch seinen Werdegang, vom früh verstorbenen Vater, den schulischen Problemen, erstem Kuss und Sex ("sie hatte nichts an außer das Radio") sowie den Anfängen beim Bayerischen Rundfunk. Das unterhält ziemlich glänzend, zumal Gottschalk die Kunst beherrscht, ewig zu erzählen und doch nichts zu sagen. Dann folgt allerdings ein riesiger Block zum Themenkomplex „Wetten dass“, der die gesamte zweite der dreieinhalb CDs umfasst. Das ist absolut legitim, weil nichts seine Karriere so stark prägte wie die ZDF-Show. Nur gerät das Ganze zu einem einzigen, ärgerlichen Rechtfertigungsversuch für die „Wetten dass“-Katastrophe um Samuel Koch, die Gottschalk praktisch selbst durch seine Dünnhäutigkeit gegenüber Presse und Einschaltquote mit forciert hatte.

Darauf kreist das Buch ausdauernd um Marcel Reich-Ranicki, den Gottschalk stolz wie ein Beweisfoto für seine verkannte Intellektualität vorzeigt. Schließlich moderierte der Kulmbacher die Ausgabe der Goldenen Kamera, bei der der Literaturpapst seine klug getimte Hasstirade auf die deutsche Fernsehindustrie abließ. Und letztlich sprach er auch bei Reich-Ranickis Beerdigung; seine Rede wurde sogar von der Frankfurter Allgemeinen abgedruckt. Da erinnert Gottschalk an einen Schlagerbarden wie Jürgen Drews, der in keinem Interview die Tatsache auslassen kann, mal ein paar Semester Medizin studiert zu haben. Von Struktur ist zu diesem Zeitpunkt bereits keine Spur mehr. Gottschalk stürzt sich auf bekannte Namen wie Hans Küng und Show-Flops wie seine RTL-Affäre, um sie als Stichwortgeber zu gebrauchen. Auf den restlichen Seiten werden überhastet die Familie, die USA und die Anwesen abgefrühstückt. Zum Schluss zitiert er im Hörbuch – angeblich immer noch auswendig könnend – „Die Telefonbuchpolka“ von Georg Kreisler.
Hommage an Siggi Götz & Dieter Pröttel?
Wer etwa auf Anekdoten, Hintergrundinformationen und Insider zu Gottschalks Filmkarriere ("Der Ring der Musketiere", anyone?) hofft, wird bitterlich enttäuscht. Wenige Sätze bezeugen zwar, dass sie stattgefunden hat. Für Einzelheiten war er jedoch nicht zu haben. Es sei denn, man gibt sich mit der Erkenntnis zufrieden, dass der große Blonde am Filmset anfangs immer mit Blick in die Kamera spielte, so wie er es vom Fernsehen gewohnt war. Beim "Trabbi Goes to Hollywood"-Regisseur Jon Turteltaub zählt er zur Entschuldigung für die eigene cineastische Entgleisung vermeintlich wertvollere Folgefilme wie "Während du schliefst" und "Das Vermächtnis der Tempelritter" auf. Na ja. Mit Gottschalks prägnantem Vorwort zum sehr empfehlenswerten Filmbuch „Die Supernase“ über den Lisa Film-Produzenten Karl Spiehs wird man glücklicher.

Am Ende kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da jemand eher einfach Gestricktes zur rechten Zeit am rechten Ort war. Kurzzeitig vergessen ist der Spaß, den man mit Filmen wie „Die Einsteiger“ oder „Piratensender Powerplay“, den legendären „Wetten dass“-Momenten oder den Kulmbacher Filmnächten auf Sat.1 gehabt hatte. Hängenbleibt vor allem der weinerliche Ton. Und man muss an die knalligen Worte Harald Schmidts denken, dass es nichts Schlimmeres gebe als diese verwelkten Transsexuellen, die nach dem Ende von „Wetten dass“ noch überall rumstolpern und nicht kapieren, wenn ein Projekt vorbei sei. Das, was RTL Gottschalk anbiete, sehe zwar aus wie ein Klassenzimmer, sei aber eigentlich noch unter dem Dschungel. Und man wünscht sich ein bisschen den Gottschalk herbei, der nach Markus Lanz‘ Verkündung vom „Wetten dass“-Ende dem Spiegel Online-Journalisten spontan ins Telefon diktierte: „Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können.“ Hättest du, Tommy, hättest du!

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Donnerstag, 16. April 2015
Cannes-Programm 2015

Der andere Trier: Eisenberg in "Louder Than Bombs" © Motlys
Das 68. Filmfestival von Cannes findet vom 13. bis 24. Mai statt.

Festivaldirektor Thierry Frémaux reizt das französische Kontingent mit vier Wettbewerbsfilmen (darunter der neue Jacques Audiard-Film "Dheepan") voll aus. Wenn man den französischen Eröffnungsfilm "La Tête haute", der außer Konkurrenz gezeigt wird, noch hinzunimmt, ist das ein starker Fokus auf die eigenen Talente. Augenfällig auch, dass alle drei Cannes-tauglichen Italiener (Morettis Neuer wird schon in der Trade Press besprochen) zum rechten Zeitpunkt fertig wurden und somit einen breiten europäischen Block bilden. Auch wenn Yorgos Lanthimos' letzter Film "Alpeis" kein Meisterwerk war und die ganz große Euphorie abgeklungen ist, bin ich doch sehr gespannt auf seinen Wettbewerbsbeitrag "The Lobster". Die Handlung um eine dystopische Zukunftsvision, in der Singles eingesperrt und dazu gezwungen werden, innerhalb einer 45 Tage-Frist den passenden Partner zu finden, klingt schon mal interessant. Auch dem Australier Justin Kurzel traue ich viel zu. Sein Serienkillerfilm "Snowtown" landete 2011 auf meiner persönlichen Top Ten. Und obwohl seine Schauspieler jetzt Michael Fassbender und Marion Cotillard heißen, reizt mich seine "Macbeth"-Verfilmung vorerst nur wenig, weil ich Shakespeare-Adaptionen per se nicht sonderlich spannend finde. Das kann sich jedoch schnell ändern, wenn ich die ersten Bewegtbilder sehe.

Nachtrag (23.04.): Mit dem ergänzten Nicloux-Film "The Valley of Love" sind es jetzt sogar grenzensprengende fünf französische Wettbewerbsbeiträge.

Wettbewerb:

THE ASSASSIN - Hou Hsiao Hsien
CAROL - Todd Haynes
CRONIC - Michel Franco
DHEEPAN - Jacques Audiard
THE LOBSTER - Yorgos Lanthimos
LOUDER THAN BOMBS - Joachim Trier
MACBETH - Justin Kurzel
MARGUERITE AND JULIEN - Valérie Donzelli
MIA MADRE - Nanni Moretti
MON ROI - Maïwenn
MOUTAINS MAY DEPART - Jia Zhang-Ke
OUR LITTLE SISTER - Hirokazu Kore-eda
THE SEA OF TREES - Gus Van Sant
SICARIO - Denis Villeneuve
A SIMPLE MAN - Stéphane Brizé
SON OF SAUL - László Nemes
THE TALE OF TALES - Matteo Garrone
THE VALLEY OF LOVE - Guillaume Nicloux
YOUTH - Paolo Sorrentino

Highlights 2014: Foxcatcher, Goodbye to Language, Two Days One Night, Leviathan, Wild Tales, Saint Laurent, Clouds of Sils Maria, Winter Sleep, Timbuktu

In der wichtigsten Nebenreihe und Talentschmiede für den offiziellen Wettbewerb, Un Certain Regard, werden die Entdeckungen der letzten Jahre eigentlich meistens jenseits der großen Namen gemacht. Die bekanntesten Filmemacher sind sicherlich die beiden ästhetisch gestrengen Rumänen Radu Muntean ("Tuesday, After Christmas") und Corneliu Porumboiu ("Police, Adjective"). Auch der melancholische Japaner Kiyoshi Kurosawa ("Kairo") ist ein alter Bekannter. Instinktiv würde mich der Isländer Grimur Hakonarson ("Rams") wegen des Seltenheitswertes interessieren.

Nachtrag (23.04.): Durch die Ergänzungen stark aufgewertet worden, zumal Regisseure wie Weerasethakul oder Mendoza eigentlich den Sprung in den offiziellen Wettbewerb bereits geschafft hatten.

Un Certain Regard:

"Alias Maria" (Jose Luis Rugeles Gracia)
"Cementry of Slendour" (Apichatpong Weerasethakul)
“The Chosen Ones” (David Pablos)
"Don't Tell Me the Boy Was Mad" (Robert Guediguian)
“Fly Away Solo” (Neeraj Ghaywan)
“The Fourth Direction” (Gurvinder Singh)
“The High Sun” (Dalibor Matanic)
“I Am a Soldier” (Laurent Lariviere)
“Journey to the Shore” (Kiyoshi Kurosawa)
"Lamb" (Yared Zeleke)
“Madonna” (Shin Suwon)
“Maryland” (Alice Winocour)
“Nahid” (Ida Panahandeh)
“One Floor Below” (Radu Muntean)
“The Other Side” (Roberto Minervini)
“Rams” (Grimur Hakonarson)
“The Shameless” (Oh Seung-uk)
"Sweet Red Bean Paste" (Naomi Kawase)
"Taklub" (Brillante Mendoza)
“The Treasure” (Corneliu Porumboiu)

Highlights 2014: Bird People, White God, Jauja, Force Majeure, Amour fou

Mit den ersten beiden veröffentlichten Titeln ("Arabian Nights", "My Golden Years") hat die autarke Directors' Fortnight bereits mehr Staub aufgewirbelt als im letzten Jahr mit dem gesamten Programm. 2014 punktete eigentlich nur Bruno Dumonts TV-Serie "Kindkind". Thierry Frémaux mag 2015 keinen Platz für die beiden Kritikerlieblinge Gomes und Desplechin gefunden haben. Umso mehr Strahlkraft verleihen diese cineastischen Schwergewichte jetzt der Nebenreihe. Und ich freue mich ziemlich auf den nächsten Jeremy Saulnier-Film ("Blue Ruin"), der irgendetwas mit Patrick Stewart und Neonazis zu tun haben soll.

Directors' Fortnight:

"In the Shadow of Women" (Philippe Garrel)
"Arabian Nights Trilogy" (Miguel Gomes)
"My Golden Years" (Arnaud Desplechin)
“Allende, mi abuelo Allende” (Marcia Tambutti)
“The Brand New Testament” (Jaco van Dormael)
“The Cowboys” (Thomas Bidegain)
“Embrace of the Serpent” (Ciro Guerra)
“Fatima” (Philippe Faucon)
“Green Room” (Jeremy Saulnier)
“The Here After” (Magnus von Horn)
“Much Loved” (Nabil Ayouch)
“Mustang” (Deniz Gamze Erguven)
“Peace to Us in Our Dreams” (Sharunas Bartas)
“A Perfect Day” (Fernando Leon de Aranoa)
“Songs My Brothers Taught Me” (Chloe Zhao)
“Yakuza Apocalypse: Great War of the Underworld” (Takashi Miike)
“Dope” (Rick Famuyiwa)

Die Critics' Week ist meistens für ein, zwei Geheimtipps gut. Und sie beherbergt dieses Jahr die bislang einzige deutsche Co-Produktion aller Cannes-Reihen. Aber fast selbstverständlich zu erwähnen, dass dieser Film, nämlich "Mediterranea", von keinem Deutschen, sondern von einem Italoamerikaner gedreht wurde.

Critics' Week:

“The Anarchists” (Elie Wajeman)
“Les deux amis” (Louis Garrel)
“La Vie en grand” (Mathieu Vadepied)
“Degrade” (Arab and Tarzan Abunasser)
“Krisha” (Trey Edward Shults)
“Mediterranea” (Jonas Carpignano)
“Ni le ciel, ni la terre” (Clement Cogitore)
“Paulina” (Santiago Mitre)
“Sleeping Giant” (Andrew Cidivino)
“La tierra y la sombra” (Cesar Acevedo)

Highlights 2014: It Follows, The Tribe, The Kindergarten Teacher

Bei den reihenlosen Event-Filmen stellt sich die Frage, wie schwach der neueste Pixar geworden sein muss, dass er nicht einmal mehr Cannes eröffnen kann. Böse formuliert. Mit Woody Allen habe ich eigentlich seit seinem starken dritten Frühling ("Vicky Cristina Barcelona", "Midnight in Paris") schon länger wieder abgeschlossen. Und wenn man dem Netz-Buzz Glauben schenken will, soll man für George Miller noch mal ein Türchen aufmachen, weil er angeblich zu seinen Wurzeln zurückgekehrt ist. Ich bleibe da skeptisch, weil der Australier zu lange die Donnerkuppel nicht mehr betreten hat und seit Jahrzehnten Filme für die ganze Familie dreht. Ich lasse mich gerne positiv überraschen.

Out of Competition:

“Amnesia” (Barbet Schroeder)
“Asphalte” (Samuel Benchetrit)
“L’esprit de l’escalier” (Pabla Lucavic)
“Hayored lema’ala” (Elad Keidan)
“Inside Out” (Pete Docter, Ronaldo Del Carmen)
“Irrational Man” (Woody Allen)
“The Little Prince” (Mark Osborne)
“Mad Max: Fury Road” (George Miller)
“Oka” (Souleymane Cisse)
“Panama” (Pavle Vuckovic)
“A Tale of Love and Darkness” (Natalie Portman)

Die drei Mitternachtspremieren schauen allesamt nach viel Spaß aus. Warum Gaspar Noe hierhin verbannt wurde, wird sein dreistündiger Erotikfilm "Love" zeigen müssen. Aber wie die Amy Winehouse-Doku und der koreanische Genrefilm sind das jeweils Projekte, die jetzt schon meine vollste Aufmerksamkeit haben.

Midnight Screenings:

“Amy” (Asif Kapadia)
"Love" (Gapar Noe)
“Office” (Hong Won-chan)

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Freitag, 13. März 2015
Terza Visione wieder in Nürnberg - 2. Festival des italienischen Genrefilms

© Hofbauer-Kommando
Am letzten März-Wochenende (27. - 29.03.) laden das Filmhauskino und das Kommkino Nürnberg zum zweiten Mal ein zur opulenten Spaghetti-Party. Neben Genregiganten wie Lucio Fulci, Dario Argento und Mario Bava wird auch noch weniger bekannten Regisseuren und Genres ein Platz eingeräumt. Zum Beispiel ist Domenico Paolella zurück, der im letzten Jahr mit dem herrlich verspielten "Maciste im Kampf mit dem Piratenkönig" zu begeistern wusste. Dieses Mal wird sein Piratenfilm "Rächer der Meere" gezeigt. Kurator und Mit-Organisator Christoph Draxtra über den Regisseur: "Für den Piratenfilm italienischer Provenienz war Domenico Paolella, was John Ford für den amerikanischen Cowboyfilm war." Die fehlende Buio Omega-Delegation wird ausgeglichen mit hochkarätig besetzten Filmpatenschaften, die in die Werke einführen werden. Der Mainzer Filmwissenschaftler Sano Cestnik erzählt etwa von "Cop Hunter", der Perlentaucher Lukas Foerster von "Das nackte Cello", und Andreas Beilharz wird den Halbstarken-Film "Die Nächte sind voller Gefahren" anpreisen.

FREITAG, 27.03.

18:30 Uhr ENTLEIN QUÄLT MAN NICHT (OmU) - Lucio Fulci, 1972
21:15 Uhr ESCALATION - Roberto Faenza, 1968
23:30 Uhr DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA - Mario Bava, 1966

SAMSTAG, 28.03.

12:30 Uhr RÄCHER DER MEERE - Domenico Paolella, 1961
15:00 Uhr DER KAMPFGIGANT - Bruno Mattei, 1987
17:30 Uhr RINGO KOMMT ZURÜCK - Duccio Tessari, 1965
21:30 Uhr BORA BORA - Ugo Liberatore, 1968
23:45 Uhr COP HUNTER (OmeU) - Marino Girolami, 1976

SONNTAG, 29.03.

13:00 Uhr IM NETZ DER GOLDENEN SPINNE - Alberto De Martino, 1966
15:30 Uhr DAS NACKTE CELLO - Pasquale Festa Campanile, 1971
17:30 Uhr DIE NÄCHTE SIND VOLLER GEFAHREN - Leopoldo Savona, 1959
21:30 Uhr OPERA (OmeU) - Dario Argento, 1987

Links: - Mehr Infos,- 1. Terza Visione

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Sonntag, 15. Februar 2015
Berlinale 2015

Lars Eidinger und Victoria Schulz in "Dora" © Felix Hächler
Über den Berlinale-Wettbewerb als Schicksalsrad und warum Mittel- und Südamerika sowie Lars Eidinger für die Glanzpunkte meines persönlichen Trips sorgten.

Zweimal bin ich vorletzten Samstag durch die Ausstellung unter dem Holocaust-Mahnmal gelaufen: Einmal aufgekratzt suchend, von einer wahnwitzigen Fantasie getrieben, die in ihrer Peinlichkeit selbst filmischen Rekordhaltern wie Jules, Jim und Catherine die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte. Ein zweites Mal kroch ich dann fast in demütiger Büßergeste wie in Zeitlupe durch die Räume der Ausstellung. Der Grund dafür tut hier nichts zur Sache. Aber er erklärt unter anderem, warum ich auf meinem diesjährigen Berlinale-Trip erstaunlich wenige Filme gesehen habe. Auch hatte es damit zu tun, dass mir im Vorfeld die Möglichkeit fehlte, zahlreiche Karten bereits online zu sichern. Ich verbrachte also viel Zeit in den endlosen Warteschlangen der Arkaden, eine Art Vorhölle für Zukurzgekommene. Die durchschnittliche Wartezeit betrug im besten Fall nur eine Stunde. Egal, ob man sich eine halbe Stunde vor der Häuschenöffnung anstellte oder einfach mitten am Tag reinplatzte. Die zeltende Grundmasse war immer da. Ungewiss war aber auch immer, ob man denn überhaupt Karten für die gewünschte Vorstellung bekam. Für den Sundance-Darling „The Diary of a Teenage Girl“ oder die deutsche One-Cut-Wettbewerbsüberraschung „Victoria“ war natürlich nichts mehr zu machen. Dort leuchtete das rote Ausverkauft-Symbol eigentlich ständig von den Computer-Bildschirmen, die den Verfügbarkeitsstatus signalisieren sollten, wenn sie denn mal nicht ausgefallen waren. Von den Tageskassen der einzelnen Kinos will ich gar nicht erst anfangen. Zumal man dort, zum Beispiel beim Friedrichstadt-Palast, als Schlange, wenn man nicht zum Kopf gehörte, durchgehend der Kälte ausgesetzt war. Warum, liebe globale Erwärmung, hast du eigentlich noch nicht die Februar-Woche der Berlinale erreicht?
Im Gedenken an Michael Althen
Dafür bin ich doch erstaunlich glücklich mit meiner Ausbeute gewesen. Vielleicht auch, weil eine gewisse Entspanntheit eingetreten ist. Man weiß: Man wird terminlich sowieso nicht alles Wichtige („Aferim!“, „Under Electric Clouds“, „Sworn Virgin“, „Was heißt hier Ende?“) sehen können. Also genieße ich im Stillen: Diesen dauerhaften Geschmack von Blut und Hustenbonbons im Rachen; die eisigen Winde, die einen bei jedem U-Bahn-Aufgang herzlich willkommen heißen; den Cinema Scope-Herausgeber Mark Peranson, der wie ein guter Geist des Festivals an jeder Ecke auftaucht; Hans-Ulrich Pönack, der am gegenüberliegenden Tisch eine Curry-Wurst verspeist; den schnarchenden Zuspätkommer in der „Niagara“-Retro, der den eigenen Minutenschlaf noch zu überdecken versteht; den supersympathischen Cutter Jann Anderegg von „Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ in der Schlange des eigenen Films, der ein bisschen von dem Panorama-Film „Eine deutsche Jugend“ erzählt; Andi von den Eskalierenden Träumen, mit dem man einfach mal wieder ein paar Stunden zusammen hocken und abnerden kann; die bedauerlichen Seelen am roten Teppich, die für eine Handbewegung eines so genannten Promis Stunden in der Kälte ausharren; die beiden alten Filmkritiker in den Hakeschen Höfen beim Auftakt der Woche der Kritik, die während des Eröffnungsfilms „Burn the Sea“ nur zu gerne Hand angelegt hätten (eigentlich eine physische Unmöglichkeit); scharf gebratene Bob’s Burgers in Neukölln; diesen Wahnsinn beim Kinoeinlass, wenn sich Rentner körperlich angehen, weil sich angeblich eine Person ein paar Zentimeter nach vorne gedrängelt haben soll; einen märchenhaften Spaziergang durch den Tiergarten zum Haus der Kulturen der Welt; endlich zu verstehen, was es mit Dieter Hallervordens rassistischer Aussprache der Mohrenstraße auf sich hat; die Erzählung der Karawane der Tapferen, die sich an die Ränder Berlins aufmachte, um die heiligen Hallen eines exzentrischen Filmsammlers zu bestaunen; im Fieberwahn auf einem geradezu mikroskopisch kleinen Fernseher „Batman Begins“ zur Entspannung laufen zu lassen. Vielleicht ist es das, was der verstorbene Filmkritiker Michael Althen in seinem Buch „Warte, bis es dunkel ist“ meinte, als er von den in unserem Bewusstsein verfangenen Kieselsteinen schrieb.
Der Wettbewerb - die unberechenbare Bestie
Eine gute Handvoll Filme fand auch ihren festen Platz in meine Gehirnwindungen. Der Berlinale-Wettbewerb ist aber in dem Sinne harte Arbeit, dass man im Idealfall wirklich alle zwanzig Filme gesehen haben sollte. Die Trefferquote Dieter Kosslicks liegt inzwischen ungefähr bei fünfzig Prozent. Eine deutliche Steigerung gegenüber früheren Jahrgängen. Aber es bleibt ein Glücksspiel zu entscheiden, welche Filme wegen ihrer Qualität oder eben wegen ihrer Stars, Fördermittel oder Herkunftsländer eingeladen wurden. Jedenfalls wenn man nicht alles sieht, so wie ich das tat.

Ich denke mir also: Benoit Jacquot, der Regisseur von dem guten 2012er-Eröffnungsfilm „Leb wohl, meine Königin!“, und Everybody’s Darling Léa Seydoux verfilmen gemeinsam einen Roman, den schon Luis Buñuel für würdig erachtete. Kann doch eigentlich nicht schief gehen, oder? Pustekuchen! „Tagebuch einer Kammerzofe“ ist herrlich egales Kostümkino, das leidlich unterhält und dem Ausgangsstoff nicht eine interessante Facette hinzuzufügen hat. Es sei denn, man legt Wert auf Holzdildos oder antisemitische Knechte. Aber die scheinheilige Bourgeoisie wurde in der Filmgeschichte doch unzählige Male unterhaltsamer und spitzfindiger enttarnt. Ein weiterer Fall: Ok, ich liebe Sherlock Holmes. Eigentlich in jeder erdenklichen Reinkarnation: ob in der parodistischen Nazi-Komödie „Der Mann, der Sherlock Holmes war“ mit Hans Albers und Heinz Rühmann, in Billy Wilders kongenialem 1970er-Film „Das Privatleben des Sherlock Holmes“ oder in der Gestalt des Androiden Data auf dem Raumschiff Enterprise. Aber wenn der Bill Condon-Film „Mr. Holmes“ seinen inzwischen 93-jährigen Titelhelden um die zwei elementaren Stärken der Mythologie beraubt, nämlich um seinen scharfsinnigen Verstand und Dr. Watson, dann sieht man zwei Stunden lang einfach nur einem senilen, kaltherzigen Mann zu, der den vielleicht langweiligsten Fall seines Lebens zu klären hat. Dass unser aller Lieblings-Yeti Terrence Malick wieder zu Höchstform zurückfinden würde, hatte ich nicht wirklich erwartet. Es sollte nur wieder etwas spannender und interessanter sein. „Knight of Cups“ aber, dem gut der deutsche Verleihtitel „Der Ritter, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat“ zu Gesicht gestanden hätte, ist leider Quark. Schön gefilmter, bewusstseinszerfließender, mit halbnackten Supermodels vollgestopfter Quark, der ungefähr auf dem gleichen Unterhaltungslevel schwebt wie die Bergpredigten, die regelmäßig in den Berliner U-Bahn-Stationen abgehalten werden. Das mag für den Moment kicken, wenn man darüber als erstes auf Twitter schreiben kann. Aber ich weiß, zu welchem Spät-Malick ich greifen werde, wenn ich Bock auf „Tree of Life“ habe. Genau, dann doch lieber das Original, das zumindest noch eine Ahnung hat, wohin es eigentlich wollte.
Lateinamerika to the rescue
Geliebt habe ich im Wettbewerb vor allem zwei Filme aus Mittel- und Südamerika. Jayro Bustamantes Debütfilm „Ixcanul“ aus Guatemala ist eine intime, unaufgeregte Familientragödie, die unter die Haut geht. Eine junge Bauernfrau wird zum Wohle der Familie mit dem Vorarbeiter einer Kaffeeplantage vermählt. Sie hat aber anderes im Sinn: Es zieht sie in die Ferne, jenseits des Vulkans, in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dafür braucht sie die Hilfe eines jungen Mannes, der sie schamlos ausnutzt. Es ist zum einen der klassische Festivalblick in eine fremde Kultur, die so sinnlich gezeigt wird, dass man glaubt, selbst da gewesen zu sein und jetzt noch den Bratendunst der Hochzeitsfeier in der Nase zu haben. Zum anderen ist es aber Bustamantes Erzählgabe, die kein Gramm Fett überflüssige Handlung erlaubt und die genau weiß, wo die Kamera hingehört, wie lange Szenen stehen gelassen werden und sich Szenerien visuell weiterentwickeln lassen. Es rührt vor allem die Zärtlichkeit an, mit der die kleine Familie das gefallene Mädchen wieder auffängt. Im Herzen des Films steht eine saunaähnliche Höhle, in der Mutter und Tochter ihre Körper und Seelen pflegen. Umso mehr ich mich an „Ixcanul“ erinnere, umso schöner finde ich den Film, der gestern von der Wettbewerbsjury den Alfred-Bauer-Preis für neue Perspektiven im Weltkino erhielt. Wenn man sich frühere Preisträger wie „Vic+Flo Saw a Bear“, „If I Want to Whistle, I Whistle“ oder auch “Gigante” vergegenwärtigt, allesamt Berlinale-Lieblingsfilme meinerseits, dann kann man das nur als würdige Auszeichnung ansehen. Zumal die Jury um Präsident Darren Aronofsky den Preis als drittletztes vergab und damit seine Bedeutung unterstrich.

Noch ein bisschen mehr gefallen hat mir der chilenische Wettbewerbsbeitrag „El Club“ von Pablo Larraín, der den Großen Preis der Jury gewann. Viel besser kann Festivalkino eigentlich nicht sein: Visuell betörend, teuflisch unterhaltsam, aber voller Widerhaken und Abgründe, in die man sich nur zu gerne fallen lässt. Es geht um eine bizarre Herren-WG in einem kleinen Fischerdorf, in der die katholische Kirche auffällig gewordene Priester abgeschoben hat. Eine Nonne kümmert sich um ihr Leib und Wohl. In seiner Freizeit vertreibt sich der Männerbund die Zeit mit Windhunderennen, die am Wochenende die einzige Attraktion in der entlegenen Gegend sind. Die scheinbare Ruhe wird durch einen Neuankömmling gestört. Ein Pater, der sich früher an Kindern vergangen haben soll. Sein Unglück ist, dass ihn einer der damals Geschändeten ausfindig gemacht hat. Der Pater wird sich eine Kugel in den Kopf jagen. Und die Kirche schickt einen weiteren Geistlichen, um den Vorfall aufzuklären. Klar, ist das eine bitterböse Abrechnung mit Religion und kirchlichen Institutionen, die letztlich sogar ein erwägenswertes Versöhnungsangebot aufzeigt. Aber die Kunst des Regisseurs Pablo Larraín (2013 oscarnominiert für „No“) liegt vor allem darin, die Faszination an dieser Gruppe von menschlichen Entgleisungen hoch zu halten. Das Porträtieren der einzelnen Priester schwankt irgendwo zwischen Leatherfaces Familie und Tod Brownings „Freaks“. Das Bild ist bewusst unscharf gehalten. Das natürliche Licht wird so eingefangen, dass es geradezu giftig aussieht. Es hilft nach und nach dabei, die Vergangenheit der verschiedenen WG-Mitbewohner zu beleuchten, die solche Wahnsinnsgesichter haben, dass sie auch alle in einem Sergio-Leone-Italowestern hätten mitspielen können. Wie dann der Geschändete, der den Pater in den Selbstmord treibt, nicht einfach nur Stein des Anstoßes bleibt, sondern integraler Bestandteil der Handlung wird, hat mir extrem gut gefallen.
"Das merkwürdige Kätzchen: Vol. 2"
Mein allerliebster Film lief aber im Panorama und heißt „Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern“. Ein wilder, sehr mutiger, teils atemberaubender Film über eine junge Dame namens Dora. Es passieren drei bedeutende Dinge in ihrem Leben: Die übervorsichtigen Eltern setzen ihre Beruhigungsmedikamente ab, die Pubertät ergreift Besitz von ihrem Körper, und sie wird in der Schule als ‚Mongo‘ beschimpft. Die geistig behinderte Dora will nun das Leben mit vollen Händen greifen und zeigen, dass sie nicht anders als die andern ist. Dabei gerät sie in die Fänge von Lars Eidinger, der hier als Arschloch-Apotheker wohl seine absolute Traumrolle gefunden hat. Was für ein amoralisches Monster von einer Figur, die man weder einem deutsch-schweizerischen Film noch dem Rest der Welt zugetraut hätte. Eine meiner absoluten Lieblingsszenen ist die, in der Eidinger von Doras Vater in einer Kneipe heimgesucht wird. Der Vater versucht Eidinger ins Gewissen zu reden, aber dieser ist viel zu sehr in seinen Geldautomaten vertieft. Zu der Dandy-Hymne „Ich bin zu jung“ von Dagobert knallt Eidinger dem Vater die eigenen Verfehlungen nur so um die Ohren. Auch eine Cabrio-Fahrt mit Dora und Eidinger zu dem DAF-Song „Verschwende deine Jugend“ gehört zu den zahlreichen Highlights. „Dora“ versprüht moralische und erzählerische Freiheit, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Der eigentliche Konflikt des Films kreist dann auch weniger um das sexuelle Erweckungserlebnis der Tochter, als vielmehr um die Eifersucht der Mutter. Die Schweizer Regisseurin Stina Werenfels hat da mit ihrem Team ein kleines, hart-zartes Meisterwerk kreiert, das für mich alles das eingelöst hat, was man mir 2013 noch von dem Schweizer Arthouse-Darling „Das merkwürdige Kätzchen“ im Forum versprochen hatte.

Wieder gäbe es noch so viel mehr zu schreiben: Zum Beispiel über den süßen, sehr tollen Italo-Coming-of-Age-Film „Short Skin“ in der Generation-Sektion, der Tintenfische die neuen Apfelkuchen sein lässt. Der Protagonist, der mit seiner kehlig-heiseren Stimme und seinem schwarzen Afro-Locken charmant-melancholisch an ein europäisches Alter Ego Woody Allens erinnert, leidet unter einer Vorhautverengung. Überhaupt habe ich einige Filme gesehen, die dahin gingen, wo es wirklich weh tut. Genannt sei nur die tschechische Dokumentation „Daniel’s World“ über einen jungen Stückeschreiber und Studenten, der pädophil ist und um gesellschaftliche Akzeptanz kämpft. Beiden Filmen kann ich hier mit zwei Sätzen sicherlich nicht gerecht werden – und versuche es deshalb auch gar nicht erst. Genauso wenig wie meinen Ausflügen in die Technicolor-Retro der Berlinale, wo ich zwar die beiden herbeigesehnten King Vidor-Filme „Duel in the Sun“ und „An American Romance“ verpasste, aber viel Spaß in Jacques Tourneurs „Die Piratenkönigin“, „Black Narcissus“, „Niagara“ und „Blondinen bevorzugt“ hatte, der letztlich doch der mit Abstand beste Film des Festivals war.

Link: - Berlinale 2013

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Mittwoch, 21. Januar 2015
Sundance-Ticker 2015

Jared Hess' Neuer "Don Verdean" (Rockwell, Clement) © Lionsgate
Absteigend aufgelistet sind hier die Sundance-Filme 2015, die mich persönlich am meisten interessieren. Die eigene Vorfreude wie auch das Kritiker-Feedback vor Ort sorgen für die Abstufungen, die ich mit Sternen von fünf bis drei kenntlich mache. Der Ticker wird mehrmals täglich upgedatet:

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Most-Wanted 2015:

01. The Diary of a Teenage Girl - Marielle Heller
02. Mississippi Grind - Anna Boden & Ryan Fleck
03. Hot Girls Wanted - Jill Bauer & Ronna Gradus
04. Dope - Rick Famuyiwa
05. The Witch - Robert Eggers
06. Mistress America - Noah Baumbach
07. The Nightmare - Rodney Ascher

Kommentar: Für Sundance ist das eine sehr bescheidene Ausbeute. Irritierend auch, wie wenige Sundance-Filme auf der Berlinale gezeigt werden. Ob da ein Zusammenhang besteht? Zumal ja zum Beispiel noch die letzten Filme von Noah Baumbach und Andrew Bujalski mit Kusshand genommen wurden ...
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★★★★

"The Diary of a Teenage Girl" (Marielle Heller): "Frank, daring, funny chronicle of '70s San Francisco coming of age. Star Bel Powley sure to be a Sundance breakout." (Alison Willmore, BuzzFeed) "A fine adaptation of Phoebe Gloeckner's autobiographical novel." (Dennis Harvey, Variety) "A strikingly intimate look at a teenager's sexual life in an outstanding debut film." (Todd McCarthy, THR) "It's another Sundancefest gem + that rare American movie that doesn't punish its protagonist for her sexual curiosity." (Scott Foundas, Variety) "Lovely, honest look at teen sexuality. Won't be enjoyed by young people thanks to inevitable R rating." (Matt Patches, Grantland) "Like a Fox Searchlight remake of NYMPHOMANIAC PT 1. Sensitive, genuine & deeply mediocre. Valuable for kids." (David Ehrlich, TimeOut)

"Mississippi Grind" (Anna Boden & Ryan Fleck): "Ben Mendelsohn and Ryan Reynolds give terrific performances as gambling buddies in this bittersweet, beautifully textured road movie." (Justin Chang, Variety) "Ryan Reynolds’ performance as a charming gambler in MISSISSIPPI GRIND is his best ever. This is also the best film he’s ever starred in." (Jeffrey Wells, HE) "A rambling, Southern-tinged CALIFORNIA SPLIT update that's a great time until its half-dozen endings." (Alison Willmore, BuzzFeed) "Inspired by 1970s Hollywood films such as FIVE EASY PIECES and THE LAST DETAIL." (Anthony Kaufman, Screen Daily) "A good bet for lovers of unhurried, character-driven contemplation." (David Rooney, THR) "Everyone’s favourite under-the-radar Aussie pays back the praise with a blistering turn as a gambler in this winning spin on Robert Altman’s CALIFORNIA SPLIT." (Jordan Hoffman, Guardian) "A rambling, gambling, pleasing throwback to 70's road films, with good Ryan Reynolds and a great Ben Mendelsohn." (Ty Burr, Boston Globe)

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★★★½

"Hot Girls Wanted" (Jill Bauer & Ronna Gradus): "If everyone who watches porn saw HOT GIRLS WANTED, sad, empathetic doc about the amateur industry, it'd be the biggest movie of the decade. But no one wants the reality when the fantasy sells so well. All the more reason then. Hope it gets seen." (Ty Burr, Boston Globe) "A cinéma vérité look at the disturbing, exploitative world of amateur porn and the young women it preys on." (Kenneth Turan, L.A. Times)

"Dope" (Rick Famuyiwa): "An Inglewood mixtape of RISKY BUSINESS, noir tropes, Tarantino verve & ‘90s hip-hop culture. electric but often misjudged." (David Ehrlich, TimeOut) "Sat down for DOPE expecting great '90s haircuts and a few good jokes. Left totally charmed. Audiences are going to love it." (Amy Nicholson, L.A. Weekly) " Armed with snappy dialogue, dynamic camera­work and breakout star Shameik Moore, this is a crowd-pleaser from start to finish." (Boyd van Hoeij, THR)

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★★★

"The Witch" (Robert Eggers): "A jaw-droppingly bold gift from God, THE WITCH is a major horror event on par with recent festival sensations like KILL LIST and THE BABADOOK. (David Ehrlich, TimeOut) "Malick’s THE NEW WORLD meets THE EXORCIST is as fine an elevator pitch as any." (Jordan Hoffman, Guardian) "Ye Olde CABIN IN THE WOODS. You'd think witchcraft & Satanism would always be this chilling, bleak & weird. Refreshing!" (Matt Patches, FITWR) "THE WITCH is like THE CRUCIBLE meets KILL LIST. A very impressive debut." (Eric Kohn, indieWIRE) "Most important influences on Eggers here were Kubrick's THE SHINING and Bergman's CRIES AND WHISPERS." (Todd McCarthy, THR) "An impressive feature debut with this gripping historical horror-thriller." (Justin Chang, Variety) "Often stunning, flame-licked film." (Samuel Zimmerman, STYD) "This is the breakout horror movie of Sundance. You must see it!" (Devin Faraci, Badass Digest)

"Mistress America" (Noah Baumbach): "Like FRANCES HA on adderall, Baumbach goes the full Sturges for his lightest, funniest & most winning film." (David Ehrlich, TimeOut) "Fastest spoken dialogue in an American film since Howard Hawks’s HIS GIRL FRIDAY, or else since Peter Bogdanovich’s THEY ALL LAUGHED." (Todd McCarthy, THR) "Felt labored to me for a long time, but takes off once it commits wholeheartedly to a screwball vibe. [57]" (Mike D'Angelo, TimeOut) "Lots to like, but it's such a concentrated dose of rapidfire clever Baumbach lines it becomes a little distancing." (Alison Willmore, BuzzFeed) "It's a CLUELESS for relentless millennial ambition. A hysterical, wild companion to FRANCES HA." (Matt Patches, FitWR)

"The Nightmare" (Rodney Ascher): "It manages to be terrifying and inquisitive at the same time. Like ROOM 237, a true original." (Eric Kohn, indieWIRE) "I'm now going to eat 3 lbs of espresso beans, because after THE NIGHTMARE I'm never sleeping again." (Jordan Hoffman, Guardian) "THE NIGHTMARE is both creepy fun and oddly comforting." (Sam Zimmerman, Fangoria) "sleep paralysis doc is a logical next step for Ascher, but silly/scary/sleep-ruining fun is all there is to it." (David Ehrlich, TimeOut) "I have sleep paralysis, but it's way less dramatic than what these folks describe. Fascinating, repetitive." (Mike D'Angelo, TimeOut)

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Freitag, 16. Januar 2015
„Honig im Kopf“ wird Boxoffice-Phänomen

Warum immer ich, deutsche Filmkritiker? ("Der bewegte Mann")
Deutsche Filmkritiker hassen Til Schweiger. Das ist ein Fakt, ja mittlerweile eine Art Naturgesetz der Branche. Und wer es nicht tut, gerät schnell in den Verdacht, Gefälligkeitsjournalismus zu betreiben.

Til Schweigers Alzheimer-Komödie „Honig im Kopf“, die nach drei Wochen bereits 2,64 Millionen Zuschauer in die Kinos gelockt hat, beginnt jetzt in den Charts richtiggehend zu schweben. Klugerweise hatte sich Schweiger als Kinostart das Zeitfenster zwischen den Jahren ausgesucht. Da haben die meisten Menschen frei, die Kinos laufen vor Zuschauern über. Beeindruckende Zahlen lassen sich also deutlich einfacher erzielen. Aber nun, im trüben Januar, kommt es auf den Film selbst an. Was erzählen sich die Zuschauer, wird der Film weiterempfohlen? Wenn er nur von der Dauerbeschallung durch Trailer und Werbung künstlich getragen würde, fiele er spätestens jetzt in sich zusammen. Das Gegenteil ist bei „Honig im Kopf“ der Fall: Erste Zahlen besagen, dass das Ergebnis noch das letzte Wochenende übertrumpfen wird. 600.000 frische Zuschauer in drei Tagen, erzählt man sich. Schweiger hat einen Nerv getroffen. Es würde mich nicht wundern, wenn der Film letztlich in „Keinohrhasen“-Dimensionen (über 6 Mio. Zuschauer) landen würde.

These: Es ist heutzutage schick, Til Schweiger zu hassen. In den Augen der Filmkritiker gibt es auch triftige Gründe, mit Abscheu auf sein Werk zu blicken:

1) Wenn sie einen seiner Filme sehen wollen, können sie das nicht mehr kostenlos in der Pressevorführung tun, sondern müssen dafür an der Kinokasse bezahlen.

2) Viele seiner aktuellen Filme laufen sehr erfolgreich. Es gibt nicht viel, was in der deutschen Filmindustrie regelmäßig ein Publikum findet. Wenn man sich über Schweiger aufregt, kann man sicher sein, dass man Gehör und Leser findet.

3) Neuere Schweiger-Filme sehen ästhetisch alle gleich aus: ungefähr wie ein verfilmter Waldorfkindergarten, in ökologisch gut abbaubaren Farbfiltern. Irgendwie scheint da immer goldener Herbst zu sein. Schweiger besetzt auch immer die gleichen Schauspieler, meistens Freunde und Prominente und vor allem aber die eigenen Kinder. Nur seine Schauspielpartnerinnen wechselt er – wie in der Realität – gern und häufig.

4) Die Ironie für die eigene Filmfigur geht ihm meistens ab. Das müssen immer beruflich erfolgreiche Womanizer sein, deren einziger Makel das Fremdgehen ist. Wie kann man so einen süßen Schluri nicht lieben.

Dabei werden aber schnell die Qualitäten eines Schweigers vergessen oder bewusst verdrängt. Einen so unterhaltsamen und - angesichts der Thematik - so leichten Publikumsfilm über ein gesellschaftlich so relevantes Thema wie Alzheimer zu drehen, der dann auch noch Millionen von Menschen in die Kinos zieht, nötigt mir Respekt ab. Potenzielle sechs Millionen Menschen im Fernsehen bekommt man bei den Öffentlich-Rechtlichen fast automatisch durch die eingeschlafene Grundmasse an Zuschauern geschenkt, die nach der Tagesschau nicht umschalten wollen/können. Im Kino allerdings solche Dimensionen zu erreichen, ist eine ganz andere kulturelle Leistung. Hier wird die Lust und Leidenschaft für ein um Anerkennung kämpfendes Medium gelegt. Am lautesten lachten nämlich in meiner ziemlich gut besuchten Nachmittagsvorstellung die Kinder.

Und man muss erst einmal den Film schreiben, der dem altehrwürdigen Dieter Hallervorden solch eine tolle Bühne bietet. Klar, eigentlich war schon der wunderbare Film „Sein letztes Rennen“ Hallervordens „The Wrestler“. Ein Werk, mit dem es die einstige Ulknudel allen noch einmal zeigen konnte, dass er ein großer, fälschlich ignorierter Schauspieler ist, der im ernsten mindestens genauso gut wie im komischen Fach sein kann, wenn man ihn nur machen lässt. Aber was wäre dieser immer noch viel zu wenig beachtete Triumph wert gewesen, wenn Hallervorden nicht diese Links-Rechts-Kombination nachgelegt hätte. Umso so süßer schmeckt doch jetzt der Zuschauererfolg auf aller breitesten Ebene. Und hätte Schweiger nicht „Sein letztes Rennen“ gesehen, es hätte kein „Honig im Kopf“ gegeben. Schweiger hätte wahrscheinlich eher eine romantische Komödie für die Poetry-Slammerin Julia Engelmann geschrieben (Arbeitstitel: "Geistertölpel").

„Honig im Kopf“ ist ein typischer Schweiger-Film in dem Sinne, dass er viele schreckliche Manierismen des Filmemachers fortsetzt. Genannt seien nur einmal der alles verklebende, allzu seichte und belanglose Pop-Soundtrack, der mehr auf die Verkaufszahlen als auf die Atmosphäre schielt – und natürlich die katastrophal unsympathisch gezeichnete Motz-Ehefrau, die gegen den hilflosen Alzheimer-Patienten stänkert. Aber im Gegenzug hat er herrlich profane Dialoge voller Schimpfwörter, die nicht fürs Kino geschönt wurden. Er traut sich ehrlichen, hausgemachten Fäkalhumor, der den Film erdet. Er hat den grandiosen Hallervorden, dazu den natürlichen, weil eben auch schmerzvollen Umgang mit der Alzheimer-Erkrankung. Und dann natürlich solche Gedankengänge, wie sie die Tochter im Kloster formuliert. Das Kind leidet offensichtlich schwer unter den Konflikten der Eltern. Angesichts dessen erscheint ihr das Zölibat der Nonnen, die ihre Liebe ausschließlich Gott versprochen haben, als Treue-Akt geradezu vorbildlich und nachahmenswert zu sein. Mögen Schweigers Inszenierungen von Paar-Beziehungen durch seine rosarote Brille einseitig gefärbt sein – bei der Kinderperspektive auf diese zeigt sich Schweiger aber immer mal wieder als sensibler Beobachter.

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Dienstag, 30. Dezember 2014
Meine Top Ten 2014

© Annapurna Pictures
01. FORMA – Ayumi Sakamoto
02. THE VOICES – Marjane Satrapi
03. BIRD PEOPLE – Pascale Ferran
04. FOXCATCHER – Bennett Miller
05. BLACK COAL, THIN ICE – Yi'nan Diao
06. BLUE RUIN – Jeremy Saulnier
07. BOYHOOD – Richard Linklater
08. WIE DER WIND SICH HEBT – Hayao Miyazaki
09. THE GRAND BUDAPEST HOTEL – Wes Anderson
10. COLD IN JULY / IT FOLLOWS / THE GUEST – Back to the 80’s

Lieblingsserien: Bob’s Burgers (Staffel 1 bis 4), Kindkind, Doctor Who (Staffel 5 & 6), Pastewka (Staffel 7), Rick & Morty, True Detective, Fargo, The Knick, Game of Thrones (Staffel 1 bis 4) + Lieblings-Dokus: Der Letzte der Ungerechten, Blackfish, Restrisiko, Die wirklich wahre Geschichte von 3sat + Lieblingsbücher: Forty Lashes Less One (Elmore Leonard), Arbeit und Struktur (Wolfgang Herrndorf), Das Lied von Eis und Feuer (George R. R. Martin) + Lieblings-Hörspiel: Paul Temple und der Fall Gilbert (1957) + Lieblings-Interviews: Harald Schmidts Abschieds-Marathon + Lieblings-Festival: Das Reflecta-Filmfestival im Frankfurter Mousonturm + Lieblings-Kurzfilme: Bär (Pascal Flörks), Dir muss er ja nicht gefallen (Franz Stephan) + Lieblingskritiker: Pavao Vlajcic + Lieblings-Zeitschrift: SigiGötz-Entertainment Nummer 24 (Sigi Rothemund-Spezial) + Lieblings-Fiktion: Christian Ulmen als jüdischer Patient Oliver Polak + Lieblings-Podcasts: Movies & Sports-Podcasts vom 13. Hofbauer-Kongress, Flimmerfreunde + Lieblings-Einleitungen: Buio-Omega-Olaf zu „Das Lusthaus teuflischer Begierden“ auf dem Terza Visione, Andi zu „Der Perser und die Schwedin“ auf dem Hofbauer-Sondergipfel in Frankfurt a. M. + Lieblings-Trailer: Zärtliche Chaoten 2 + R.I.P. Craig Ferguson.
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Lieblingsklassiker: Im Weltraum gibt es keine Gefühle, Maciste im Kampf mit dem Piratenkönig, The Dion Brothers, Holiday in St. Tropez, Vanessa, Atemlos vor Liebe, Ferien mit Piroschka, Im Banne des Unheimlichen, Salomon und die Königin von Saba, Der schweigende Engel, The Life and Times of Grizzly Adams, Moscow on the Hudson, The Best of Times, Stranger at My Door, Rage (1972), Der Perser und die Schwedin, Tanja – Die Nackte von der Teufelsinsel.

Links: - 2013, - 2012, - 2011, - 2010, - 2009

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