Samstag, 3. November 2018
Dieter Kosslick: „Kein Netflix-Film im Berlinale-Wettbewerb“

Foto: Harald Krichel, Wikipedia (CC BY-SA 4.0)
Kein bisschen amtsmüde: Der Berlinale-Direktor Dieter Kosslick mag zwar 2019 in sein letztes Jahr gehen. Aber gerade bei gesellschaftspolitischen Themen brennt er im Interview nach wie vor lichterloh. Das Thema Netflix sieht er ambivalent.

Die kommende Berlinale wird thematisch von der Positionierung gegenüber dem Streaming-Riesen Netflix überlagert sein. Da ist sich der Berlinale-Direktor Dieter Kosslick im frisch veröffentlichten Pop-Talk-Interview mit Moderator Nabil Atassi sicher. Dabei schließt Kosslick aus, dass es einen Netflix-Film im Wettbewerb geben wird: „Wir haben Richtlinien, dass das nicht geht. Die Filme müssen vorher ins Kino, bevor sie gestreamt werden oder ins Fernsehen kommen können.“ Aber es sei eine große Diskussion, die vor ungefähr einem Jahr begonnen habe. „Diese Diskussion wird ihren Höhepunkt auf jeden Fall auf der Berlinale erleben. Da geht es dann um Sein oder Nichtsein, Stream oder nicht Stream.“

Klar ist aber auch, dass diese Diskussion den 70-Jährigen, der im Februar sein letztes Berliner Filmfestival leiten wird, emotional nicht sonderlich umtreibt. Darauf angesprochen, ob ihn politische Themen wie Migration, Turbo-Kapitalismus und menschliche Ausbeutung mehr bewegen als Netflix, sagte er: „Das kann man so sagen. Die Netflix-Debatte ist eine Debatte, die in der Filmgeschichte eine kurze Debatte sein wird. Entweder werden die Filme im Kino gezeigt oder sie werden nicht gezeigt. Oder, was meine Vermutung ist: Netflix wird sie selbst im Kino zeigen. Man macht das, womit man mehr Geld verdienen kann. Das ist keine ideologische, sondern eine Geld-Frage.“ Der Kapitalismus sei immer gleich geblieben. Deswegen gebe es heute auch diese Verwerfungen in der Gesellschaft. Kultur wiederum müsse darauf aufmerksam machen, wenn etwas nicht stimme.
Kosslick kritisiert den Papst
Bei der Frage nach den politischen Themen der kommenden Berlinale war Kosslick mit Herzblut dabei und schilderte als Schwerpunkt rechtsradikale Bewegungen in Deutschland, Italien, der Tschechei und der Slowakei. Er kritisierte den Papst, der Frauen bei Schwangerschaftsabbruch „Auftragsmord“ vorwerfe. „Das sagt er ausgerechnet in einer Situation, in der aufgedeckt wurde, dass in allen Ländern Tausende von Kindern missbraucht wurden. Was sind das für Organisationen?“, fragte Kosslick rhetorisch. Das könne man nicht durchgehen lassen. Darauf werde die Berlinale aufmerksam machen. Die Aussage Kosslicks könnte als Verweis auf François Ozons neuen Film „By the Grace of God“ gewertet werden, der am 20. Februar in die französischen Kinos kommt. Das Werk, das von Missbrauchsopfern eines katholischen Priesters in Lyon erzählt, tauchte bereits in der Negative Space-Vorschau für Berlin auf.

Einen Eröffnungsfilm konnte Kosslick zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht präsentieren. Die Abstimmung dafür werde sich in den kommenden ein, zwei Monaten abspielen. Aber natürlich habe er einen passenden Kandidaten im Auge. Angesichts der vielen Ansprüche an den Eröffnungsfilm sei das eben nur nicht so einfach. Darauf angesprochen, ob er nach der Berlinale in das politische Feld wechseln wolle, sagte Kosslick: „Vielleicht sollte ich mich bewerben, Bürgermeister von Berlin zu werden. Vielleicht mache ich das auch. Aber erstmal mache ich eine Pause und denke darüber nach. Es ist nicht das erste, was mir in den Kopf kommt.“ Kosslick war ab 1979 vier Jahre lang Büroleiter des Hamburger Bürgermeisters Hans-Ulrich Klose.

Im Pop-Talk-Interview spricht Kosslick auch pointiert und ein bisschen wehmütig darüber, wie er mit dem offenen Brief der 79 Regisseure umgegangen ist, der eine Erneuerung der Berlinale gefordert hatte. Spiegel Online hatte den Brief am 24. November 2017 veröffentlicht und zugespitzt. Wenige Tage danach distanzierten sich bereits die ersten Unterzeichner, weil sie bei keiner Anti-Kosslick-Kampagne mitmachen wollten. Es wäre aber nicht zu viel behauptet, dass diese Aktion den Anstoß dafür gab, warum letztlich jemand wie Locarno-Direktor Carlo Chatrian ab 2020 die Berlinale künstlerisch leiten wird.

Links: - Podcast zur Berlinale-Zukunft | - Chatrians deutscher Geschmack | - Was 2019 auf der Berlinale laufen könnte

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Montag, 15. Oktober 2018
Was 2019 alles auf der Berlinale laufen könnte

Harmony Korines „The Beach Bum“ | © Neon

Wer kommt zu Kosslicks Berlinale-Abschiedsgala? Terrence Malick, Harmony Korine und François Ozon klingen passend. In der deutschen Filmszene hat der Festivaldirektor sogar freie Auswahl.

Die 69. Berliner Filmfestspiele vom 7. bis 17. Februar 2019 werden eine besondere Berlinale. Es sind die vorerst letzten roten Teppiche für den Festivaldirektor Dieter Kosslick, dessen Autobiografie „Schön auf dem Teppich bleiben“ passenderweise auf den kommenden Januar verschoben wurde. Emsig wird an seinem letzten Programm gewerkelt, von dem noch nichts nach außen gedrungen ist. Sein Nachfolger Carlo Chatrian schaut Kosslick dabei über die Schulter und kann eventuell auch bereits Insidertipps weiterreichen. Namen, Produktionsschmieden und Kinostarts geben jedenfalls schon Hinweise, was eventuell laufen könnte.

Das potenzielle Schwergewicht ist der neue Terrence-Malick-Film „Radegund“ über den österreichischen Bauer Franz Jägerstätter, der aus Gewissensgründen seinen Wehrmachtsdienst im Zweiten Weltkrieg verweigerte. Erwartet wurde Malick bereits in Cannes und Venedig. Jetzt scheint das Werk des Heidegger-Übersetzers, der "Radegund“ unter Mitwirkung des Filmstudios Babelsberg auf Deutsch gedreht hat, aber fertig zu sein. Der Cast ist erlesen und würde bereits für das Blitzlichtgewitter des ersten Wochenendes ausreichen: August Diehl, der Belgier Matthias Schoenaerts, Bruno Ganz, Jürgen Prochnow, Franz Rogowski, Alexander Fehling und Shootingstar Max Mauff.
„The Beach Bum“ als Weltpremiere?
Beinahe für Venedig fertig war Harmony Korines neuer Film „The Beach Bum“. Festivaldirektor Alberto Barbera schwärmte in höchsten Tönen von Matthew McConaugheys Performance, die er oscarwürdig nannte. Mit einem Kinostart am 22. März ist Korine prädestiniert für den Doppelschlag Sundance im Januar und Berlinale im Februar. Wobei es von Kosslick natürlich ein Coup wäre, wenn er „The Beach Bum“ exklusiv im Wettbewerb als Weltpremiere zeigen könnte. Zumindest hat Korine eine große Affinität zu Werner Herzog. Aber wenn er eine Geschichte mit einem Filmfestival hat, dann ist das der Lido.

Zwei andere international bedeutende Namen sind aufgrund der Kinostarttermine nicht unwahrscheinlich: Jordan Peeles Film „Us“ mit Lupita Nyong’o startet am 14. März. Noch wahrscheinlicher ist François Ozons Werk „Alexandre“, der am 20. Februar in Frankreich in die Kinos kommt. Es soll um sexuellen Missbrauch und die Katholische Kirche gehen. Die Berlinale und Ozon pflegen eine fruchtbare Beziehung. Viele seiner Filme zeigte er schon am Potsdamer Platz.

Eine große Überraschung wäre es, wenn Tim Burtons Disney-Realverfilmung von „Dumbo“ nach Berlin käme. Der weltweite Kinostart am 4. April würde das anbieten. Nur haben die immens erfolgreichen Realfilme von Disney einen solchen Slot nicht nötig. Es wäre eine Geste Burtons für Kosslick. Zwei weitere internationale Wild Cards wären Pablo Larrains „Ema“ und Julie Delpys „My Zoe“ mit Gemma Arterton und Daniel Brühl.
Von Schipper bis Lamberto Bava
Was deutsche Produktionen angeht, wird Kosslick aus dem Vollen schöpfen können: Angefangen bei Sebastian Schippers „Roads“ bis Jan Ole Gersters neuer Zusammenarbeit mit Tom Schilling („Lara“). Bekommt Fatih Akin die Heinz-Strunk-Verfilmung „Der goldene Handschuh“ bis Februar fertig oder spekuliert er auf Cannes? Ein sehr heißer Kandidat ist indes Burhan Qurbanis Version von „Berlin Alexanderplatz“ mit Albrecht Schuch und Jella Haase, die am 11. April in den deutschen Kinos startet.

Weitere deutsche Namen, die aber auch auf anderen Festivals wie Locarno aufschlagen könnten, wären: Angela Schanelec („Ich war zuhause, aber ...“), Nikias Chryssos („A Pure Place“), Anne Zohra Berrached („Geliebt“), Marco Kreutzpaintner („Der Fall Corlini“) und Christian Schwochow („Deutschstunde“). Zwei weitere internationale Joker wären Jessica Hausners neuer Film „Little Joe“ und Jayro Bustamantes „Temblores“. Negative Space wünscht sich auf jeden Fall den neuen Lamberto-Bava-Horror „Twins“ mit Lars Eidinger und Gerard Depardieu.

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Samstag, 23. Juni 2018
Dieter Kosslicks Autobiografie erscheint am 5. November

© Hoffmann und Campe
Wie schaut der 70-jährige Festivalchef Dieter Kosslick in seiner Autobiografie auf die 18 Jahre Regentschaft der Berlinale zurück? Was prägte den so einflussreichen Mann in seiner Kindheit und Jugend?

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat mit Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek die neue Berlinale-Doppelspitze in der Hauptstadt vorgestellt. Aber 2019 darf nochmal Mr. Berlinale, Dieter Kosslick, den roten Teppich ausrollen. Wie passend, dass der Buchtitel seiner Autobiografie das weiter im Blick behält: „Dieter Kosslick – Schön auf dem Teppich bleiben“. Das 304-seitige Buch soll laut Hoffmann und Campe am 5. November erscheinen. Auf der Frankfurter Buchmesse, die am 10. Oktober beginnt, wird der Mann mit dem Schal seine Erinnerung höchstwahrscheinlich das erste Mal vorstellen.

Es geht natürlich nicht nur um seine Zeit seit 2001 als Berlinale-Direktor, sondern auch um seine Kindheit als Halbwaise in Pforzheim wie auch seine Karriere im Hamburger Rathaus. Leider ist noch keine selbstgelesene Hörbuch-Fassung der Autobiografie angekündigt. Aber gerade nach Christian Jungens lesenswerter Moritz-de-Hadeln-Biografie „Mister Filmfestival“ ist die Vorfreude auf Kosslicks Perspektive zum wichtigsten deutschen Filmfestival groß. Vielleicht kann Kosslick darin auch gegen die Vorurteile seiner größten Gegner anschreiben, dass er sich viel mehr mit dem Medium Film auskennt als allgemeinhin angenommen wird.



© Hoffmann und Campe

Links: - Vorgänger De Hadeln | - Nachfolger Chatrian

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Freitag, 22. Juni 2018
Rissenbeek & Chatrian sind das Berlinale-Duo

Mariette Rissenbeek | © German Films, Kurt Krieger
Carlo Chatrian | © Locarno Festival, Michela Di Savino
Kulturstaatsminsterin Monika Grütters am Freitagmittag:

„Mariette Rissenbeek, die langjährige Geschäftsführerin von German Films, zeichnet sich aufgrund ihrer bisherigen erfolgreichen Tätigkeiten im Filmgeschäft für den Posten der Berlinale-Geschäftsführung aus. Sie hat langjährige Erfahrung im Umgang mit allen bedeutenden Filmfestivals der Welt und ist sowohl national als auch international in der Filmbranche sehr gut vernetzt.“
+
„Carlo Chatrian hat als Leiter des Locarno Filmfestival bewiesen, dass er erfolgreich ein Arthouse-Publikumsfestival kuratieren und verantworten kann. Er steht für eine künstlerisch anspruchsvolle Mischung im Programm und hat auch immer einen Fokus auf noch unentdeckte Talente gelegt.“
+
„Jünger, internationaler und experimentierfreudig wird die künftige Leitung mit Chatrian, der gleichzeitig die künstlerisch-kuratorischen Kompetenzen mitbringt, die sich viele Experten und Filmkünstler gewünscht haben.“
+
„Weiblicher wird die künftige Leitung mit Rissenbeek, die gleichzeitig für Kontinuität und filmwirtschaftliche Kompetenz steht, die verschiedene Filmfestivals und alle deutschen Player kennt und über einen reichen Erfahrungsschatz und ein weit verzweigtes Netzwerk verfügt.“

Carlo Chatrian am Freitagmittag:

„Ich fühle mich, als hätte ich einen Preis gewonnen – nur, dass ich bis jetzt noch überhaupt nichts geleistet habe. Deswegen bin ich ein wenig bewegt. Die Berlinale hat eine lange und ruhmreiche Geschichte. Ich fühle mich geehrt und stolz, jetzt Teil dieser Geschichte zu sein. Vielen Dank, Frau Grütters, mir diese Möglichkeit gegeben zu haben.
+
Es ist eine riesige Herausforderung, die ich sehr ernst nehme. Gleichzeitg begreife ich es als Chance. Heute sind alle Scheinwerfer auf mich und Mariette gerichtet. Aber Festivals wie Filme sind immer das Werk einer Gruppe von Menschen. Deswegen freue ich mich darauf, das Berlinale-Team kennenzulernen und mit ihm zu diskutieren.“
+
„Ich muss Sie bitten, mit mir geduldig zu sein. Ich werde etwas Zeit mit Ihrer Sprache brauchen. Ich werde mein Bestes versuchen. Und ich werde Zeit brauchen, um diese so unglaublich gut organisierte Maschine zu verstehen, die ich in den vergangenen 15 Jahre als Zuschauer besucht habe, dessen innere Mechanismen ich aber noch nicht kenne.“

Mariette Rissenbeek am Freitagmittag:

„Ich freue mich wahnsinnig und finde auch, dass das eine ganz tolle Aufgabe ist, die der Aufsichtsrat der KBB mir und Carlo Chatrian übertragen hat. Ich möchte mich für das Vertrauen bedanken. Ich kenne die Berlinale seit fast 20 Jahren tatsächlich von der anderen Seite. Wir haben sie als Plattform mit internationalen Partner genutzt, um in Kontakt zu treten.“
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„Ich habe gesehen, wie die Berlinale ausländische Filmemacher, Festivalvertreter und Journalisten anspricht. Ich glaube, es ist wahnsinnig spannend zu gucken, wie sich das Festival in den nächsten Jahren weiterentwickeln kann.“
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„Meine Rolle liegt darin, Carlo Chatrian genügend Zeit und Aufmerksamkeit zu geben, die Filme anzuschauen und das Programm zu gestalten. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Berlinale, die ich zu einem sehr großen Teil auch schon persönlich kenne. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in 2020 eine dahingehend ganz besondere Berlinale gestalten werden, dass es einfach 70 Jahre Berlinale sind und wir Vergangenheit und Zukunft feiern können.“

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Dienstag, 19. Juni 2018
B.Z.: Carlo Chatrian wird neuer Berlinale-Chef

Foto: Universo Producao/Divulgacao, flickr (CC BY-NC-ND 2.0)
Es wäre eine großartige Wahl: Die B.Z. vermeldet, dass Locarno-Direktor Carlo Chatrian neuer Berlinale-Chef wird.

Die B.Z. meldet am Dienstagabend, dass der Italiener Carlo Chatrian der Nachfolger von Dieter Kosslick wird. Demnach wird der aktuelle künstlerische Leiter von Locarno am Freitag von Kulturstaatsminsterin Monika Grütters als neuer Berlinale-Chef präsentiert. Dass der 46-Jährige der Auserwählte ist, will die Tageszeitung aus Kreisen der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) erfahren haben. Die bislang kolportierte Doppelspitze für Berlin soll es demnach nur in abgeschwächter Form geben.

Laut B.Z. gehörten zu den anderen aussichtsreichen Kandidaten auf die Kosslick-Nachfolge Persönlichkeiten wie Cameron Bailey vom Filmfest Toronto, Bero Beyer vom Filmfest Rotterdam und der Film-Kurator des New Yorker Museum of Modern Art, Rajendra Roy.
Förderer bedeutender Auteurs wie Lav Diaz
Seit 2013 verantwortet Chatrian als künstlerischer Leiter das Programm in Locarno. Unter seiner Riege gewannen Auteurs wie Lav Diaz („From What Is Before“), Hong Sang-soo („Right Now, Wrong Then“) und Albert Serra („Story of My Death“) den Goldenen Leoparden des internationalen Wettbewerbs. Im vergangenen Jahr konnte die ganz famose Dokumenation „Mrs Fang“ von Wang Bing den Hauptpreis gewinnen. Das ist schon die Crème de la Crème des internationalen Kunstkinos. In Chatrians Zeit fiel auch die epische Retrospektive zum bundesrepublikanischen Film 1949-63, die der Filmkritiker Olaf Möller kuratierte.

Chatrian studierte Literatur und Philosophie in Turin. Er arbeitete als Filmkritiker für verschiedene Publikationen, darunter Filmcritica und Cineforum. Der Italiener tat sich außerdem als Autor zahlreicher Film-Monographien hervor: Er schrieb unter anderem Bücher über Wong Kar-Wai, Frederick Wiseman und Nanni Moretti. Vor Locarno arbeitete er als Kurator in Nyon, Lausanne, Paris und Mailand.

Links: - B.Z. | - Lesenswertes Zeit-Portrait

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Kulturstaatsministerin Grütters präsentiert neue Berlinale-Doppelspitze am Freitag

Jetzt wird's ernst: Kulturstaatsministerin Grütters benennt die neuen Chefs der Berlinale | Christof Rieken, Wikipedia CC BY-SA 3.0
Der zukünftige künstlerische Leiter der Berlinale, der am Freitag in Berlin präsentiert wird, soll laut des Tagesspiegel Festivalerfahrung haben und aus dem europäischen Ausland kommen.

Die Findungskommission unter Vorsitz der Kulturstaatsministerin Monika Grütters präsentiert am Freitag um 14 Uhr die Nachfolger des langjährigen und verdienten Berlinale-Direktors Dieter Kosslick. Dann unterbreitet sie dem Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) ihren Vorschlag, dessen Zustimmung eine Formalie sein wird. Im Walter-Gropius-Bau in Berlin wird den Journalisten kurze Zeit für Fragen an die Nachfolger eingeräumt.

Namen sind im Vorfeld nicht durchgerutscht. Es gab bislang nur wilde Spekulationen und interessante Gedankenexperimente. Grütters hatte aber im Vorfeld angedeutet, dass sie eine zukünftige Doppelspitze für die Berlinale präferieren würde. Das bedeutet, dass es einen künstlerischen und einen geschäftsführenden Leiter geben wird.
Aus dem europäischen Ausland
Die in diesen Angelegenheiten gut informierte Kulturchefin des Tagesspiegel, Christiane Peitz, schreibt von einer klaren Tendenz: Der künstlerische Leiter oder die künstlerische Leiterin des wichtigsten Filmfest Deutschlands soll demnach ein festivalerfahrener Kandidat aus dem europäischen Ausland sein.

Grütters habe über das Jahr zahlreiche Gespräche mit Produzenten, Regisseuren, Schauspielern, Festivalkennern und auch Beschäftigten der Berlinale geführt. Es sei ein sehr konstruktiver Dialog gewesen.

Link: - Tagesspiegel

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Samstag, 16. Juni 2018
Fantaspoa-Preis & Fantasia-Start für deutschen Genre-Geheimtipp „Luz“

© KHM / Dario Méndez Acosta, Tilman Singer
Die Hauptdarstellerin des berauschenden deutschen Horrorfilms „Luz“, Luana Velis, ist in Portugal als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden. Auch ein kanadisches Genrefestival hat die Qualitäten erkannt und den Film für den Juli programmiert.

Diejenigen, die das Glück hatten, den deutschen Genrefilm „Luz“ auf der Berlinale im Februar zu entdecken, werden dieses sinnliche Erlebnis nicht mehr vergessen. Noch schöner ist es aber, dass inzwischen auch internationale Genrefestivals auf das Werk von Tilman Singer aufmerksam geworden sind.

„Luz“ hat jetzt sogar, nachdem der Blog Negative Space ihm bereits den Amy-Nicholson-Preis für Kickass Cinema verliehen hatte, seinen ersten Jury-Preis gewonnen: Hauptdarstellerin Luana Velis ist auf dem Fantaspoa in Portugal als beste Darstellerin ausgezeichnet worden. Gleichzeitig hat das prestigeträchtige kanadische Fantasia Festival den Film in sein Programm im Juli aufgenommen.
„Erinnert an besten Euro-Horror der 70er“
„A first feature that recalls the best of ’70s arthouse & Euro-horror. An experimental subversion of the familiar possession narrative by way of avant-garde theatre“, schreibt das Fantasia. Die Krönung wäre natürlich eine Programmierung auf dem amerikanischen Fantastic Fest und eine Einladung ins spanische Genremekka Sitges.

Im Horrorfilm „Luz“ geht es um die junge chilenische Taxifahrerin Luz, die mit letzter Kraft in eine Polizeidienststelle stolpert. Ein Dämon ist ihr auf den Fersen und fest entschlossen, seiner Geliebten endlich nahe zu sein. Parallel dazu treffen sich die mysteriöse Nora, die Luz noch aus ihrer Zeit im katholischen Mädcheninternat kennt, und der Psychotherapeut Rossini in einer Bar.
Einem Fiebertraum gleich
Dem gemeinsamen Abschlussfilm an der Kunsthochschule für Medien in Köln haben Regisseur Singer und Production Designer Dario Méndez das Flair eines wundervoll schmierigen 1970er-Jahre-Exploitationfilms gegeben. Die Bilder sind körnig, scheinen zu schwitzen und zu atmen, wirken lebendig und liebevoll. Sie erinnern an italienische Giallo-Meister wie Dario Argento, Sergio Martino oder Duccio Tessari.

Auf der Berlinale schrieb Negative Space: „Das auf 16mm gedrehte Werk ist eine pure Filmerfahrung, einem Fiebertraum gleich, das sinnlich mit den Wahrnehmungsebenen spielt. Danach ist man sich nicht sicher, was man gerade gesehen hat. Nur, dass es intensiv, wild und anders war, weiß man sofort. In Erinnerung bleiben Zuckerkristalle auf den Lippen, getrocknetes Blut im Nacken, wundersame Lichter, die über den Mund weitergegeben werden – und eine Polizeidienststelle, in der durch die Imagination des Zuschauers und die Anregungen der Macher alles möglich scheint. In seinem kleinen Finger an dieser Horrorfilm mehr Genrekönnerschaft als der gesamte Rest des Berlinale-Programms zusammengenommen.“

Links: - Fantaspoa | - Berlinale-Kritik | - Teaser

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Mittwoch, 13. Juni 2018
Eröffnet Tim Burtons „Dumbo“ die Berlinale 2019?

© Walt Disney

Tim Burtons Realverfilmung des Disney-Klassikers „Dumbo“ wäre das perfekte Abschiedsgeschenk für Berlinale-Festivaldirektor Dieter Kosslick.

Das letzte Mal war der amerikanische Bildermagier Tim Burton im Jahr 1997 im Wettbewerb der Berlinale vertreten. Genau genommen lief sein Film „Mars Attacks!“ außer Konkurrenz. Aber es gibt zumindest Geschichte zwischem dem Ausnahmeregisseur und dem wichtigsten deutschen Filmfestival. Walt Disney hat am Mittwoch den ersten Teaser-Trailer zu Burtons neuem Film „Dumbo“ veröffentlicht. Er würde sich perfekt als Eröffnungsfilm der letzten Berlinale unter Festivaldirektor Dieter Kosslick eignen.

Die Realverfilmungen der Disney-Zeichentrick-Klassiker sind boxofficetechnisch totale Selbstläufer. Selbst wenn „Dumbo“ qualitativ misslungen wäre, wovon nach den ersten Bildern und Momenten nicht auszugehen ist, ist er sozusagen kugelsicher gegen das eventuell negative Kritikerecho. Der amerikanische Kinostart ist mit dem 29. März nahezu perfekt gelegen. Einen ganz ähnlichen Starttermin hatte der Berlinale-Eröffnungsfilm von diesem Jahr, Wes Andersons „Isle of Dogs“.
Burton zeigt alte Qualitäten
Burton schuldet der Berlinale nichts. Aber er war 2010 Jurypräsident in Cannes. Der im August 60 Jahre werdende Regisseur aus Burbank, Kalifornien könnte gegenüber dem Berliner Festival eine Geste zeigen. Schließlich ist es der letzte Vorhang für Dieter Kosslick. So kritisch dieser auch von Teilen der deutschen Presse betrachtet wird, so viel hat Kosslick für das Festival und den deutschen Film geleistet. Ihm wäre solch ein bombastischer Blockbuster mit Superstars wie Colin Farrell, Eva Green, Michael Keaton, Danny DeVito und Alan Arkin zu gönnen.

Zumal Burton gerade mit seinem letzten Film, „Die Insel der besonderen Kinder“, wieder zu alten Stärken zurückgefunden hat. Die Fabel um den großohrigen Außenseiter-Elefanten, der fliegen kann, ist wie gemalt für den schüchternen Regisseur, der Außenseitern wie Edward mit den Scherenhänden, Bettlejuice, Ed Wood und dem Pinguin magische Filme kredenzt hat. Die ersten kurzen Szenen des Teasers, vor allem mit dem animierten Elefanten, wirken fast zärtlich inszeniert – mit einem unglaublichen Einfühlungsvermögen. Ja, das könnte wieder ein richtig großer Wurf werden.

Dagegen spricht, dass Disney „Die Schöne und das Biest“ 2017 zwar am 16. März weltweit starten ließ, aber nicht daran dachte, ihn auf der Berlinale zu zeigen. Da gab es vorab am 23. Februar eine exklusive Weltpremiere in London.
Auch zu Ehren von Fritz Langs „Metropolis“
Der Negative Space-Blog wünscht sich „Dumbo“ als Eröffnungsfilm für die Berlinale 2019! Damit gewinnen alle: Das Festival, die Zuschauer, die Kritiker, die Presse, die Attraktivität des Programmes, der Rote Teppich, das Studio und letztlich auch Tim Burton. „Dumbo“ in der Stadt zu zeigen, in der auch Fritz Langs „Metropolis“ und viele der expressionistischen Horrormeisterwerke des frühen Kinos entstanden sind? Das wäre doch ganz cool, Tim, oder? ;)

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Donnerstag, 17. Mai 2018
Umbruch bei der Berlinale geht weiter – Terhechte hört auf

Foto: Tuluqaruk, Wikipedia (CC BY-SA 4.0)
Auf der Leitungsebene des wichtigsten deutschen Filmfestivals gibt es Bewegung: Der Berlinale-Nachfolger von Dieter Kosslick wird noch gesucht. Das Panorama hat bereits eine neue Chefin. Jetzt ist der Leiter der Forum-Sektion, Christoph Terhechte, zurückgetreten.

Christoph Terhechte gibt die Leitung des Forums der Berlinale zum Juli 2018 ab. 1997 wurde er als Mitglied in das Forum-Auswahlkomitee berufen, im Juni 2001 übernahm er von Forums-Gründer Ulrich Gregor die Leitung der Sektion, die seit 1971 vom Arsenal-Institut ausgerichtet wird. Seit 2002 war Terhechte zudem als Mitglied im Auswahlkomitee des Wettbewerbs der Berlinale tätig.

„Wir danken Christoph Terhechte sehr herzlich für seine langjährige Arbeit. Ihm ist es gelungen, dem Forum der Berlinale die Risikofreude zu erhalten und der Sektion in einer sich stark verändernden Festivallandschaft immer wieder neue Impulse zu geben. Die von Terhechte gesetzten Schwerpunkte für das Forum der Berlinale bereicherten auch ganzjährig das Programm des Arsenal“, kommentieren Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus vom Vorstand des Arsenal–Instituts.
Kommissarische Leitung des Forums 2019
„Herzlichen Dank an Christoph Terhechte für seine langjährige großartige Arbeit beim Forum. Das kuratorische Profil der Sektion hat mit seinem facettenreichen Programm einen bedeutenden Beitrag zur Vielseitigkeit der Berlinale und zum Filmdiskurs geleistet“, sagt Berlinale-Direktor Kosslick. Der Vorstand des Arsenal–Instituts wird zusammen mit der Berlinale eine kommissarische Leitung für das Forum 2019 stellen.

Nach Wieland Speck, der dieses Jahr den Staffelstab der Leitung der Panorama-Sektion an Paz Lázaro übergeben hat, und Kosslicks Abschied im kommenden Jahr geht mit dem 57-jährigen Terhechte die dritte bedeutende Führungsfigur der Berlinale. Der Weg ist frei gemacht für einen Generationenwechsel. Kulturstaatsministerin Monika Grütters setzt für die Kosslick-Nachfolge auf eine Lastenteilung: „Ich persönlich befürworte eine Doppelspitze, nach dem Vorbild anderer Festivals.“ Im Sommer soll das Ergebnis der Findungskommission präsentiert werden.
Internationale Filmszene ahnte den Abschied
Der Filmkritiker Ulrich Gregor und seine Frau Erika waren maßgeblich am Aufbau des Forums beteiligt. Zuerst riefen sie als Vorläufer im Jahr 1964 die Woche der Kritik ins Leben. Sie zeigten neue Filme von Lina Wertmüller („Die Basiliken“), Bo Widerberg („Das Rabenviertel“) und Jean-Luc Godard („Die Außenseiterbande“). 1970 etablierten sie das Forum im gekauften Arsenal-Kino.

Der Ruf des Forums als Korrektiv zum Wettbewerb hat unter den Stammzuschauern in den vergangenen Jahren etwas gelitten. Dabei war gerade das Programm in diesem Jahr gespickt mit großen Namen wie Sergei Loznitsa, Hong Sangsoo, Corneliu Porumboiu und Guy Maddin sowie diversen Entdeckungen („An Elephant Sitting Still“, „Casanovagen“, „Waldheims Walzer“). Es scheint fast so, als habe die internationale Filmszene von Terhechtes Abschied bereits gewusst und ihm einen besonders schönes letztes Programm bereiten wollen.

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Samstag, 3. März 2018
Die heimlichen Stars der Berlinale 2018 waren die Dokumentarfilme

„Malkovich, Malkovich, Malkovich“ | © Helena Wittmann
Die Regienamen der Dokumentarfilme auf der Berlinale waren eines Wettbewerbs in Cannes würdig. Auteurs wie Sergei Loznitsa („Victory Day“) oder Corneliu Porumboiu („Infinite Football“) präsentierten ihre neuen Werke. Negative Space hat deshalb sechs besonders empfehlenswerte Dokus aus dem Programm ausgewählt:
  • I. „Casanovagen“ (Luise Donschen)
Fünf Jahre hat die deutsche Regisseurin Luise Donschen mit diversen Unterbrechnungen an diesem faszinierenden Essay-Film über Untreue gearbeitet. Auf das Balzverhalten von Finken im Max-Planck-Institut folgt eine Szenerie zwischen der Regisseurin, die mit dem Schauspieler John Malkovich nach einem seiner Bühnenauftritte als Giacomo Casanova flirtet. Zwischendrin wird eine Domina per Hypnose zum Orgasmus gebracht und Teenager stellen eine Barszene nach, bei der am Ende einer von ihnen zu Kate Bushs „Wuthering Heights“ einen hypnotischen Tanz hinlegt. Der soll eine Hommage an Claire Denis' „Der Fremdenlegionär“ sein. Einerseits hat sich Donschen unglaublich viel bei der Szenenzusammenstellung gedacht. Andererseits sind die auf 16mm gedrehten Szenen für sich schon kleine Kunstwerke, die ein sinnliches Miteinander ergeben. Das diesjährige Forum der Berlinale war eine echte Schatztruhe voller Entdeckungen.

"The Green Fog" | © Internationale Berliner Filmfestspiele 2018
  • II. „The Green Fog“ (Guy Maddin, Evan & Galen Johnson)
Das extrem unterhaltsame Frankensteinmonster von Guy Maddin – mit der Unterstützung von Evan und Galen Johnson – ist eine Collage aus über 100 Filmen und TV-Serien, die in San Francisco spielen. „The Green Fog“ gibt ein Gefühl für die Topografie der ikonografischen Stadt, wenn er Straßenecken und Häuserdächer in den verschiedenen Filmen hintereinanderschneidet. Und wenn Michael Douglas, Joseph Cotten und Meg Ryan die selben Häuserschluchten herunterschauen, entsteht eine Verbindung zwischen den unterschiedlichen Stilen und Genres. Der exzentrische Kanadier Maddin ist nicht an Dialogen interessiert: Lieber schneidet er die unangenehmen Pausen, Seufzer und Luftholer der Darsteller aneinander – und zwar mehrfach. Die Körpersprache ist wichtiger als das gesprochene Wort. Das wird auch ersichtlich, wenn Maddin den Actionstar Chuck Norris in seinem 1973er-Filme „Der Boss von San Francisco“ so zurecht schneidet, dass er für wenige Minuten wie der größte Arthouse-Star der Filmgeschichte wirkt. Ein atemberaubender Moment. „The Green Fog“ ist eine herrliche cineastische Spielerei.

"Waldheims Walzer" | © Ruth Beckermann Filmproduktion
  • III. „Waldheims Walzer“ (Ruth Beckermann)
Ruth Beckermanns Dokumentarfilm, der mit dem Glashütte-Preis auf der Berlinale ausgezeichnet wurde, ist eine unterhaltsame, wieder aktuell gewordene und beißende Geschichtsaufarbeitung. Es geht um den ehemaligen österreichischen UN-Generalsekretär Kurt Waldheim, der so etwas wie das moralische Gewissen des Landes war. Als er aber Ende der 1980er-Jahre als österreichischer Präsident kandidierte, gruben Journalisten Details zu seiner verdrängten Karriere in der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg aus. Waldheim wurde zu einem Präzedenzfall in einem Land, das sich immer als erstes Opfer des Dritten Reiches stilisiert hatte.

Regisseurin Beckermann („Die Geträumten“) war damals mit der Videokamera bei einer der ersten Protestaktionen gegen Waldheim dabei. Deshalb ist der Blick auf den Wahlkampf polemisch und etwas einseitig. Aber umso unterhaltsamer ist die Pressekonferenz des Jüdischen Weltkongresses, der Ergebnisse seiner Recherche zu Waldheim präsentierte. Umso bizarrer sind Waldheims Interviews zu den Vorwürfen. Umso schockierender sind Aufnahmen der österreichischen Bevölkerung, die Waldheim mit antisemitischen Ausfällen gegen die Anschuldigungen bei Wahlkampfveranstaltungen verteidigt. Das ist ein wertvolles Stück Aufklärungsarbeit – auch für das heutige Österreich. Oder für europäische Länder wie Polen, die per Gesetz ihren Anteil am Holocaust unter den Teppich kehren wollen.

"What Walaa Wants" | © Christy Garland
  • IV. „What Walaa Wants“ (Christy Garland)
Aus dem Nahen Osten kommen die spannendsten Filme der 68. Berlinale: Die Dokumentation „What Walaa Wants“ erzählt von einer jungen Palästinenserin, die einem ungewöhnlich schweißtreibenden Traum nachgeht. Kritik weiterlesen.

"The Best Thing You Can Do with Your Life" | © Bruno Santamaría Razo
  • V. „The Best Thing You Can Do with Your Life“ (Zita Erffa)
Die verblüffende Dokumentation „The Best Thing You Can Do with Your Life“ in der Perspektive Deutsches Kino erzählt sehr persönlich vom Leben bei den Legionären Christi. Regisseurin Erffa glaubte, ihren Bruder für immer an die konservative Ordensgemeinschaft verloren zu haben. Kritik weiterlesen.

„Inland Sea“ | © 2018 Laboratory X, Inc.
  • VI. „Inland Sea“ (Kazuhiro Soda)
Ein weiteres Highlight der Berlinale war die bewegende japanische Schwarzweiß-Dokumentation „Inland Sea“ von Kazuhiro Soda. Ein bisschen Ausdauer und Sitzfleisch braucht es bei zwei Stunden Laufzeit. Dafür weiht der Film den Zuschauer in das Geheimnis des Altwerdens ein. Kritik weiterlesen.

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