Montag, 19. Februar 2018
Generation-Tipp: Rot ist eine warme Farbe

Vater & Tochter | © Laila Films / Boaz Yehonatan Yacov
Der erotische Geheimtipp der 68. Berlinale heißt „Para aduma“. Das israelische Werk über die pubertierende Benny und ihren ultraorthodoxen Vater Yehoshua in Ostjerusalem ist sehr sehenswert.

Der israelische Debütfilm „Para aduma“ („Rote Kuh“) von Tsivia Barkai Yacov ist eine Wucht. Die 17-jährige Benny (Avigayil Koevary) lebt mit ihrem strenggläubigen Vater Yehoshua (Gal Toren) in der Siedlung Silwan in Ostjerusalem. Er wünscht sich den Wiederaufbau des jüdischen Tempels an der Stelle des Felsendoms. Für die illegale Siedlung Amona im Westjordanland verteilt er Flugblätter auf der Straße. Wie es im Talmud steht, hat er für die Tieropferung eine Kuh mit rotem Fell gekauft, um das Erscheinen des Messias zu beschleunigen. Seine Tochter hat die Aufgabe, die Kuh zu pflegen.

Mit viel Liebe zum Detail wird das Alltagsleben der Familie in der orthodoxen Gemeinde gezeigt, die in einer überwiegend arabisch geprägten Nachbarschaft lebt. Yehoshua hat an der Stelle, wo früher die Tempelpriester gewohnt haben sollen, eine historische Einrichtung aufgebaut und lehrt die Gemeindemitglieder. Benny entdeckt aber gerade Gefühle für ihre Freundin Yael (Moran Rosenblatt).
Größere Dringlichkeit als Abdellatif Kechiche
Es ist die alte Coming-of-Age-Geschichte, aber mit übersprudelnder Frische und Sinnlichkeit erzählt, dass man sich diesen Leidenschaften schwer entziehen kann. Der Gewinner der Goldenen Palme 2013, „Blue Is the Warmest Color“ von Abdellatif Kechiche, kommt einem als Vergleich in den Sinn. Nur besitzt „Para aduma“ eine größere Dringlichkeit. Homosexualität ist im ultraorthodoxen Judentum Sünde. Benny wie auch ihre Freundin Yael sind religiös erzogen worden, arbeiten in der Gemeinde mit und sind nicht frei von Schuldgefühlen. Yael ist auf eine gewisse Weise sogar abhängig von Bennys Vater, weil sie in einer seiner Wohnungen untergekommen und ihm direkt unterstellt ist.

Regisseurin Yacov hat bei der Schauspielführung, dem Erzählrhythmus und dem Gespür für Atmosphären eine sichere Hand wie ein alter Hase. „Para aduma“ ist dabei voller Leidenschaft für die Liebe: So wie Yehoshua seinen Gott anbetet, besingt und ihm zu Ehren in geheiligtem Wasser badet, so beten die Freundinnen ihre Körper an. Für das junge Generation-Publikum im Haus der Kulturen der Welt war das zeitweise am Sonntag zu viel Körperlichkeit. Aber gerade in der unendlichen Intimität der beiden Teenager, in deren Blicken und kleinen Gesten sowie vor allem in der brennenden Sehnsucht liegt die Qualität dieses Films.

Hauptdarstellerin Avigayil Koevary & Regisseurin Tsivia Barkai Yacov im Interview:

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Sonntag, 18. Februar 2018
Von Hunden und Katzen

„Isle of Dogs“ | © 2018 Twentieth Century Fox
Die ersten Highlights der Berlinale sind die emotionale Stop-Motion-Achterbahnfahrt „Isle of Dogs“ und die japanische Dokumentation „Inland Sea“ über das Geheimnis des Altwerdens.

In „Isle of Dogs“, dem Eröffnungsfilm der 68. Berlinale, schaut sich die amerikanische Austauschschülerin Tracy, die Greta Gerwig spricht, die Geschichte des japanischen Jungen Atari an. Sie hat dafür Skizzen, Zeitungsartikel und Landkarten an die Wand gepinnt. Während sie seine abenteuerliche und bizarre Suche nach seinem Lieblingshund Spots nachvollzieht, wird ihr plötzlich klar, dass sie sich in Atari verliebt hat. Bei dem neuen Wes Anderson ist es mir ganz ähnlich gegangen. Neuverliebt müsste man sagen, denn seit „The Royal Tenenbaums“ bin ich Fan dieses eigensinnigen Erzählstils, der bereits in seinem famosen Debütfilm „Bottle Rocket“ angelegt war und sich auch durch schwächere Werke wie „The Darjeeling Limited“ und „The Life Aquatic“ zieht.

Bei „Isle of Dogs“ treffen Andersons Kapitelstruktur, die dysfunktionalen Familien und fehlenden Vaterfiguren, die statische Kameraeinstellung, die sich in Bewegung auflöst, die opulent-satirischen Details und die Liebe für Off-Kommentare zum zweiten Mal auf die Realität. Spielte „The Grand Budapest Hotel“ noch in der Republik Zubrowka, die deutlich an eine Mischung aus Donaumonarchie und Deutschem Reich vor dem Ersten Weltkrieg angelegt war, geht „Isle of Dogs“ noch einen Schritt weiter. Eine katzenliebende und hundehassende Führungsdynastie im Japan der nicht allzufernen Zukunft hat mit Hilfe von Propaganda und Manipulation alle Wauwaus des Landes auf eine einsame Insel verbannt. Nur der Ziehsohn des Oberfaschisten, nämlich Atari, kann die Hunde davor retten, dass sie nicht an den grassierenden Seuchen zwischen den Müllbergen elendig zugrunde gehen.
Manieren stoppen Weltuntergang
Von den ersten rhythmischen, dann immer dramatischer werdenden Trommelschlägen bis zum tränenreichen Schluss hat mich dieser meisterliche Stop-Motion-Anime gepackt. Akira Kurosawa und Hayao Miyazaki sollen Anderson dabei inspiriert haben. Er entwirft aber seine ganz eigene Dystopie. Es sind die Manieren und die Moral seiner Protagonisten, welche die Welt vor dem Untergang bewahren. Ich bin jetzt schon gespannt, wenn Anderson mit Italien unter Mussolini seine Trilogie über autokrate Systeme zuende bringen sollte.

Dem Eröffnungsfilm des eigenen Programms kommt eine besondere Verantwortung zu: Er setzt den Ton und die Erwartungshaltung für das, was noch kommen wird. Wenn die Eröffnung wie bei „Isle of Dogs“ geglückt ist, kann das einen durch ein ganzes Festival tragen – oder zumindest soweit, bis man letztlich merkt, dass der Rest des Programms ein Reinfall ist. Aber das scheint bei dieser Berlinale nicht der Fall zu sein.

„Inland Sea“ | © 2018 Laboratory X, Inc.
Arbeit und Struktur
Denn ein anderes Highlight des ersten Tages war die bewegende japanische Schwarzweiß-Dokumentation „Inland Sea“ von Kazuhiro Soda. Ein bisschen Ausdauer und Sitzfleisch braucht es bei zwei Stunden Laufzeit. Dafür weiht der Film den Zuschauer in das Geheimnis des Altwerdens ein. Wenn man den beiden über 90-jährigen Protagonisten im japanischen Fischerdorf Ushimado bei ihren alltäglichen Routinen beim Fischefangen und -verkaufen zuschaut, wird schlagartig klar: Die beste Medizin für den Körper ist es, den Kopf durch Arbeiten beschäftigt zu halten. So hat er gar keine Zeit für das Sterben.

An zwei meiner Lieblingsbücher der vergangenen Jahre musste ich dabei häufiger denken: „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf über den berühmten Autor, dem sein Arzt bei der Diagnose des Gehirntumors mit auf den Weg gab, nicht mit dem Arbeiten aufzuhören. Außerdem erinnerten mich die detailliert und mit viel Liebe und Zuwendung geschilderten Arbeitsvorgänge auf dem Fischkutter in „Inland Sea“ an Michel Houellebecqs Buch „Karte und Gebiet“. Darin hält ein fiktiver Künstler auf seinen Gemälden die aussterbenden Handwerksberufe der Menschen fest.
Die Bitterkeit des ewigen Lebens
„Inland Sea“ verbindet diese beobachtende Hommage an das Handwerk und den Kampf gegen den Tod mit der bitteren Erkenntnis, dass so alt zu werden, auch viele Nachteile mit sich bringt: Der alte Fischer ist nahezu taub, er schimpft über die zusammengebrochenen Fischpreise für Rotbarsche, darüber, wie teuer heute Netze geworden seien. Auch gibt es kaum noch Angehörige, Freunde und Lebenspartner – alles, was einmal wichtig war, ist inzwischen verstorben. Wofür, fragt man sich, lohnt es sich dann noch, so lange am Leben zu bleiben? Zumal die alte Fischverkäuferin zwar quicklebendig erscheint, aber ein herzzerreißendes Schicksal mit sich herumschleppt, dass sie zu einer gepeinigten Seele auf Erden macht. Unter der freundlichen Oberfläche lauern die Abgründe, wenn der Dokumentarfilmer nur lange genug zuhört.

Trost spenden im Fischerdorf die herumstreunenden Katzen, die unter den Einheimischen Sympathisanten gefunden haben. Die kochen ihnen regelmäßig aus Fischabfällen und Reis ein Festmahl. Die Katzen danken es dem Fischerdorf und seinen Einwohnern mit ihrer Anwesenheit – und der für Katzen so typischen Gleichgültigkeit. Japan ist nicht nur in Wes Andersons Stop-Motion-Dystopie das Land der Katzen.

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Donnerstag, 15. Februar 2018
Wohin steuert die Berlinale?

„Transit“ | © Schramm Film / Christian Schulz
In dieser Berlinale geht es schlicht darum, wie sie zukünftig aussehen wird. Bei den Diskussionen sollte aber nicht vergessen werden, dass es auf dem Festival auch um Filme geht.

Die 68. Berlinale wird ein Festival des Übergangs werden. Nicht nur, weil es der vorletzte Jahrgang des Festivaldirektors Dieter Kosslick ist. Staatskulturministerin Monika Grütters präsentiert in diesem Sommer seinen Nachfolger – oder seine Nachfolgerin. Der deutsche Wettbewerbsfilm „Transit“ von Christian Petzold gibt das Thema vor. In dieser Übergangszone erzählen viele Filme vom Aufbrechen und Ankommen, von Flüchtlingen („Eldorado“, „Zentralflughafen THF“), die eine neue Heimat suchen – und rechtskonservativen Gegenbewegungen, die aktuell Europa und die Welt prägen („Twarz“, „When the War Comes“). Wohin das Ganze steuert, ist unklar.

Wieder ist es ein auf den ersten Blick unscheinbarer internationaler Wettbewerb geworden. Es ragen heraus der Wes-Anderson-Eröffnungsfilm „Isle of Dogs“, der schon erwähnte Petzold-Film und das vierstündige Anti-Musical „Season of the Devil“ des philippinischen Regisseurs Lav Diaz. Das sind Attraktionen, für die Filmkritiker aus der ganzen Welt nach Berlin reisen. Ansonsten wird man Kosslick wieder vor allem an der Auswahl der vier deutschen Wettbewerbsbeiträge messen: Den inzwischen auch international gefeierten Petzold zu bekommen, war ein Coup. Aber wie ist die Romy-Schneider-Hommage „3 Tage in Quiberon“, die zumindest die Fantasie der Boulevardpresse beflügelt? Was werden die Kritiker nach dem Festival vom Dreistünder „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ denken? Ist „In den Gängen“ über Menschen am Rande der Gesellschaft wirklich so charmant und liebenswert, wie Kosslick es vorab beschrieben hat? Und waren das wirklich die besten vier zur Vefügung stehenden deutschen Filme?
Klarheit nach dem Wochenende
Nach dem ersten Wochenende müsste bereits klar sein, ob dieser Wettbewerb abliefert. Zwei der heißesten Eisen, „Dovlatov“ und „Figlia mia“, sind dann bereits der Presse gezeigt worden. Die Regisseure Alexei German Jr. und Laura Bispuri sind hauseigene Talente. Und Montag greift der Überraschungskandidat, den Kosslick erst auf der Programm-Pressekonferenz aus dem Hut zauberte, nämlich der norwegische Film „Utøya 22. juli“ über den Breivik-Amoklauf, in den Kampf um den Goldenen Bären ein. Der verspricht – in der Vorankündigung war von einer 71-minütigen Sequenz ohne Schnitt zu lesen –. eine aufwühlende Filmerfahrung zu werden.

Im vergangenen Jahr war nicht wirklich das Problem, dass der Berlinale-Wettbewerb nicht herausragende Filme angeboten hätte. Mit „Félicité“, „A Fantastic Woman“, „Logan“, „On Body and Soul“, „The Other Side of Hope“ und „Colo“ waren sehr tolle Filme dabei. Es waren eher die Ausreißer nach unten und das egale Kino dazwischen, das zu häufig einen faden Beigeschmack zurückließ. Interessant zu beobachten wird sein, ob die Filme dieses Jahr überhaupt eine Rolle spielen werden – oder ob es mehr um #metoo, Frauenquote, Nobody's Doll, Kosslick-Bashing und Nachfolge-Diskussionen gehen wird. Da kann auf jeden Fall das selbst proklamierte politischste der drei großen A-Festivals zeigen, was es drauf hat.

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Samstag, 3. Februar 2018
Festivalexperte Young: Russland gewinnt Goldenen Bären

"Dovlatov" (Alexey German Jr.) | © SAGa
Drei Tage vor der offiziellen Programm-Pressekonferenz der Berlinale gibt es einen ersten Geheimfavoriten auf den Goldenen Bären: "Dovlatov" von Alexey German Jr. gewinnt den Wettbewerb, wenn es nach dem Experten Neil Young geht.

In gut eineinhalb Wochen sitzen die Journalisten bereits wieder in den Pressevorführungen des wichtigsten deutschen Filmfestival, der Berlinale. Sie zerbrechen sich dann die nächsten zehn Tage die Köpfe, welche Wettbewerbsfilme die Hauptpreise gewinnen könnten. Aber für diese Frage gibt es doch den britischen Festivalexperten Neil Young. Hauptsächlich kennt man ihn als Filmkritiker für den Hollywood Reporter. Manch einer weiß auch noch, dass er beispielsweise am Programm der Viennale im Herbst mitarbeitet. Aber eine seiner gewinnbringendsten Eigenschaften ist seine Lust an der Wettquote.

In seinem Blog Neil Young's Film Lounge erhebt er alljährlich die Wahrscheinlichkeiten, welche Berlinale-Filme wichtige Preise gewinnen könnten. Das Schöne ist, dass er diese Wahrscheinlichkeiten je nach Presseecho über das Festival regelmäßig anpasst. Sind wir mal ehrlich: Zum jetzigen Zeitpunkt ist dieser Sport eine wilde Spekulation mit minimalen Anhaltspunkten. Aber gerade deshalb macht er besonders Spaß. Die Gewinner am Abend vor der Preisvergabe vorherzusagen, ist genauso reizvoll, wie die Oscargewinner am Vorabend der Academy Awards zu tippen.
Regelmäßig ein sicheres Näschen
Vergangenes Jahr hatte Young vor dem Festival Aki Kaurismäkis Flüchtlingskomödie "The Other Side of Hope" den Goldenen Bären vorhergesagt gehabt. Das war kein Volltreffer, aber Kaurismäki gewann immerhin den Silbernen Bären für Beste Regie. Sein damaliger zweiter Platz, die französisch-kongolesische Produktion "Félicité", errang den Großen Preis der Jury. Young hat über die Jahrzehnte, die er im Filmgeschäft und im Festivaltrubel unterwegs ist, ein Näschen für die Preisverleihungen entwickelt. Den ungarischen Gewinnerfilm "On Body and Soul" hatte wohl fast niemand noch lange Zeit während des Festivals auf der Bärenliste. Young führte Ildikó Enyedi vor Beginn im erweiterten Favoritenkreis.
Warum Russland gewinnt
In diesem Jahr setzt Young auf den russischen Film "Dovlatov" von Alexey German Jr. Als Negative Space über Twitter bei Young nachfragte, warum gerade dieser Film den Goldenen Bären gewinnen wird, sagte er: "Dovlatov" sei zu diesem frühen Zeitpunkt sein knapper Spitzenreiter, weil das Filmthema um freie Meinungsäußerung in Russland kreise. German Jr. sei genau die Art von aufkommendem Kunstregisseur, der eher früher als später einen großen Preis gewinnen könnte. Negative Space zählt "Dovlatov" über den gleichnamigen berühmten sowjetischen Schriftsteller, der eine Ikone in den 1970er-Jahren wurde, auch zu den Geheimtipps des Wettbewerbs. Gerade auch, weil Germans vorheriger Film, "Under Electric Clouds", im Jahr 2015 in der Berlinale-Konkurrenz für Furore gesorgt hat. Soweit man denn innerhalb der deutschen Presse überhaupt von so etwas wie Furore sprechen kann.

Young verwies auch darauf, dass mit Ausnahme des Jurychefs Tom Tykwer noch kein Jurymitglied bekannt gegeben wurde. Das wird am 6. Februar bei der großen offiziellen Programm-Pressekonferenz geschehen. Von der Zusammensetzung lassen sich auf jeden Fall weitere Rückschlüsse ziehen. Nachdem Negative Space ihn erinnerte, dass die polnische Regisseurin Małgorzata Szumowska mit ihrem neuen Film "Twarz" bereits zum dritten Mal hintereinander in den Wettbewerb eingeladen wurde, setzte Young die Geschichte um einen Rocker, der eine Gesichtsoperation hat und fortan eine Identitätskrise erlebt, auf Platz zwei seiner upgedateten Liste. "Twarz" heißt aus dem Polnischen übersetzt so viel wie "Fresse" oder "Fratze".

Zu diesem frühen Zeitpunkt sind es vor allem Anhaltspunkte jenseits des eigentlichen Films, die man zurate ziehen kann: In diesem Fall zum Beispiel, dass das Werk aus einem Land kommt, in dem gerade eine rechtskonservative Regierung das Land umkrempelt. Auch wird nach der Metoo-Debatte sicherlich eine Rolle spielen, wie viele Frauen am Ende des Festivals Preise erhalten haben. Für Deutschland ist es mit Sicherheit erfreulich, dass Young den neuen Petzold-Film "Transit" auf Platz drei führt. Festivaldirektor Dieter Kosslick schwärmte neulich in der Stuttgarter Zeitung, dass der Film ein Meisterwerk sei. Als der Venedig-Chef Alberto Barbera Ähnliches im vergangenen Jahr über Guillermo del Toros "The Shape of Water" vor dem Festival verlautbaren ließ, gewann dieser später den Goldenen Löwen.

Neil Youngs Quoten (Stand: 3. Februar):

1. Dovlatov 5-1
2. Twarz 6-1
3. Transit 7-1
4. Season of the Devil 9-1
5. Daughter of Mine 11-1
6. Isle of Dogs 12-1

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Mittwoch, 31. Januar 2018
Trailer zu Hong Sangsoos Berlinale-Film „Grass“


Hong Sangsoos neuer Film „Grass“ feiert seine Weltpremiere bei den Berliner Filmfestspielen.

Ein potenzielles Highlight der Berlinale-Sektion Forum: Der neue Hong-Sangsoo-Film „Grass“ mit dem südkoreanischen Superstar Kim Min-hee („Die Taschendiebin“). Der Film ist laut Festivalprogramm eine heiter-melancholische Geschichte über Gäste eines kleinen Cafés, dessen Inhaber die klassische Musik liebt. Kim Min-hee, die 2017 den Silbernen Bären für die Beste Darstellerin in Berlin gewann („On the Beach at Night Alone“), spielt hier die Frau am Ecktisch mit dem Laptop, die sich vom Geschehen inspirieren lässt, die Fäden der Dialoge aufnimmt und weiterspinnt, manchmal aktiv ins Geschehen eingreift. Oder ist sie selbst die Autorin der Beziehungsminiaturen, deren Geschichten und Themen einander spiegeln?

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Dienstag, 30. Januar 2018
Trailer zu Berlinale-Wettbewerbsfilm „Daughter of Mine“

„Figlia mia“ von Laura Bispuri

Ein Wettbewerbs-Tipp der Berlinale ist sicherlich der neue Laura-Bispuri-Film „Daughter of Mine“.

In Laura Bispuris neuem Film „Daughter of Mine“ („Figlia mia“) geht es um ein Dreiecksverhältnis zwischen einem Kind, seiner biologischen und seiner Adoptiv-Mutter auf Sardinien. Die enigmatische Alba Rohrwacher („Land der Wunder“) und Valeria Golina („Rain Man“, „Hot Shots!“) spielen die Mütter. Die Italienerin Bispuri sorgte vor einigen Jahren mit ihrem famosen Filmdebüt „Sworn Virgin“ im Berlinale-Wettbewerb für Furore. Im ansonsten noch qualitativ völlig offenen Wettbewerb 2018 zählt „Daughter of Mine“ zu den gesetzten Werken.

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Montag, 22. Januar 2018
Trailer zu Lav Diaz' Anti-Musical „Season of the Devil“


Der philippinische Berlinale-Film „Season of the Devil“ von Auteur Lav Diaz hat einen ersten Trailer.

Wie heute die Berlinale bekannt gegeben hat, läuft der neue Lav-Diaz-Film „Season of the Devil“ (philippinischer Originaltitel: „Ang panahon ng halimaw“) im internationalen Wettbewerb des Festivals. Der Ausnahme-Regisseur und Vertreter des Slow Cinema war 2016 das letzte Mal auf der Berlinale mit seinem über achtstündigen Film „A Lullaby to the Sorrowful Mystery“ vertreten. Damit gewann er den Alfred-Bauer-Preis für das Eröffnen neuer Perspektiven auf das Weltkino.

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Weltpremieren von Lav Diaz und Steven Soderbergh auf der Berlinale

„Season of the Devil“ (Lav Diaz) | © Giovanni D. Onofrio
Ein Anti-Musical von Lav Diaz, Daniel Brühl als Terrorist und Soderberghs iPhone-Horror werten das Programm der Berlinale weiter auf.

Der neue Lav-Diaz-Film „Season of the Devil“, der Steven-Soderbergh-Horrorfilm „Unsane“ und der José-Padilha-Thriller „7 Days in Entebbe“ sind heute für das Programm der Berlinale vermeldet worden. Allein diese drei neuen Produktionen bringen ungleich mehr Aufregung und Interesse am Prunkstück des Festivals, dem internationalen Wettbewerb, als dass das bisher der Fall gewesen ist. Zuletzt war Soderbergh in Berlin mit seinem Film „Side Effects“ im Jahr 2013.

Bei dem Horrorfilm „Unsane“, den Soderbergh auf dem iPhone gedreht haben soll, spielen Claire Foy und Juno Temple die Hauptrollen. Es geht um eine junge Frau, die gegen ihren Willen in eine Irrenanstalt eingeliefert wird und sich ihrer größten persönlichen Angst ausgesetzt sieht. Auch der Brasilianer José Padilha ist für das Festival ein alter Bekannter: Sein Film „Tropa de Elite“ gewann 2008 den Goldenen Bären für den besten Film. Sein neuestes Werk „7 Days in Entebbe“ handelt von der israelischen Geiselbefreiung einer Air-France-Maschine im Jahr 1976, die von deutschen und palästinensischen Terroristen entführt wurde. Daniel Brühl und Rosamund Pike spielen die Hauptrollen.
Anti-Musical von den Philippinen
Bei dem neuen Film des berühmtesten philippinischen Regisseurs Lav Diaz, der vor allem in Festivalkreisen einen ausgezeichneten Ruf genießt und als Vertreter des Slow Cinema für seine exorbitanten Lauflängen bekannt ist, soll es eine Art Rock-Opera und Musical handeln. „Season of the Devil“ soll aber eher die klassischen Momente dieses Genres verweigern und ein Anti-Musical sein. Diaz hatte mit seinem vorherigen Film „The Woman Who Left“ den Goldenen Löwen von Venedig gewonnen. Auf der Programm-Pressekonferenz am 6. Februar werden noch zwei weitere Filme zum Wettbewerb ergänzt.

Außerdem gibt es auf der Berlinale als Special den letzten Film des verstorbenen deutschen Regisseurs Ulli Lommel zu sehen. „America – Land of the Freeks“ wird von der Berlinale als Tribut an den Regisseur von „Die Zärtlichkeit der Wölfe“, „Jodels is ka Sünd“ und „The Boogey Man“ angeführt.

Zudem gemeldet wurden unter anderem der Film „Ága“ von Milko Lazarov, „Museum“ von Alonso Ruizpalacios mit Gael Garcia Bernal und das Astrid-Lindgren-Biopic „Becoming Astrid“ mit Alba August und Trine Dyrholm. Sowohl die Teilnahme von „7 Days in Entebbe“ als auch die von „Unsane“ hatte der Blog Negative Space vorhergesagt. Die Berlinale findet vom 15. bis zum 25. Februar statt.

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TV-Serien auf der Berlinale: Lovecraft und Paula Beer

„The Terror“ | © AMC / Aidan Monaghan
Monster im Eis, Paula Beer im Bankendschungel und eine israelische Produktion zur Therapie stehen im Fokus bei den potenziellen Serien-Highlights der Berlinale 2018.

Vergangenes Jahr feierte die deutsche Gangsterserie „4 Blocks“ ihre Weltpremiere auf der Berlinale. Auf der Suche nach der TV-Entdeckung 2018 hat Negative Space drei der sieben Serien ausgesucht, die auf der Berlinale Weltpremieren oder internationale Premieren feiern.

Ein historisches Epos im schönsten Sinne des Wortes ist „The Terror“, basierend auf Dan Simmons' Beststeller über die Polarexpedition des Briten Sir John Franklin. Die Männer kämpfen nicht nur gegen die Natur, sondern auch gegen die strengen Hierarchie- und Machtverhältnisse an Bord. Die Weite des ewigen Eises erzeugt ein unheilvolles Gefühl einer Klaustrophobie, aus der es kein Entkommen gibt. H.P. Lovecraft soll bei der monstermäßigen Bedrohung eine Inspiration gewesen sein. Der „Deutschland 83“-Regisseur Edward Berger hat die ersten drei Episoden der zehnteiligen AMC-Serie inszeniert. Die Ridley-Scott-Produktion ist eine Weltpremiere.
Schwochow inszeniert Paula Beer
Die deutsche Thriller-Serie „Bad Banks“ begleitet in sechs Episoden aus nächster Nähe die junge talentierte, sehr ehrgeizige Jana Liekam (Paula Beer). Mit ihr lernen wir die Innenansichten einer skrupellosen, profitorientierten Finanzwelt kennen. Gier, Egoismus, Erfolgsdruck und Machismo bestimmen ihren Arbeitsalltag zwischen Frankfurt und Luxemburg. Regisseur ist Christian Schwochow, der den stärksten Teil der NSU-Trilogie „Mitten in Deutschland“ gedreht hat. Außerdem ist er verantwortlich für die Kinofilme „Novemberkind“, „Die Unsichtbare“ und „Paula – Mein Leben soll ein Fest sein“. „Bad Banks“ läuft ab 3. März im ZDF.

Die Heldin der israelischen Serie „Sleeping Bears“ wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Ihr Therapeut stirbt bei einem Unfall, seine Aufzeichnungsprotokolle bekommt sie als anonyme Drohbriefe zugestellt. Sie möchte verhindern, dass ihre Familie ihre intimsten Geheimnisse und Träume erfährt. Eine eigentlich private Geschichte wird zum Streifzug durch die israelische Gegenwart. Die Showrunnerin Keren Margalit hat das israelische Original zur Gabriel-Byrne-Serie „In Treatment“ geschrieben.

Es laufen außerdem die norwegische Serie „Heimebane“ über die erste Fußballtrainerin in der obersten Spielklasse der Männer, „Liberty“ mit Connie Nielsen, „The Looming Tower“ von Alex Gibney und die Serieadaption von „Picnic at Hanging Rock“ mit Natalie Dormer („Game of Thrones“.

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Sonntag, 21. Januar 2018
Netflix-Tipp: „The End of the F***ing World“

© Netflix

Die britische Serie „The End of the F***ing World“ wandelt zwar auf Tarantinos Spuren, findet aber eigene Wege, seine Geschichte von zwei verwirrten Teenagern auf der Flucht zu erzählen.

Eine gehypte Netflix-Serie, deren Trailer allein auf YouTube über sieben Millionen Mal geklickt wurde, braucht eigentlich keinen Push mehr. Negative Space will nur festhalten, dass das wirklich eine Serie ist, die man wie nichts wegschauen kann, die sehr viel Spaß macht und die letztlich sogar stark anrührt. Eigenartig, wenn man sich die Ausgangsidee vor Augen führt: Zwei britische Teenager flüchten aus ihrem Alltag auf einen Road Trip. Der 17-jährige Junge James kommt vor allem mit, weil er sich vorgenommen hat, das Mädchen Alyssa umzubringen. Das ist die True Romance der Natural Born Killers From Dusk Till Dawn.

Tarantinos popkultureller Einfluss ist unübersehbar. Es gibt auch einen ganz wunderbaren Einsatz von Ricky Nelsons Song „Lonesome Town“. Was „The End of the F***ing World“ aber so sehenswert macht, ist die Lebendigkeit und die Eigenarten seiner Protagonisten. Die beiden wachsen einem ans Herz, weil sie nicht bloße Filmzitate, sondern aus Fleisch und Blut sind. Es ist eine bittere Welt voller trauriger Vergangenheit, trister Gegenwart und ungewisser Zukunft, aus der es das Beste zu machen gilt. Großartig erzählt und sicher inszeniert. Mit einigen atemberaubend poetischen Momenten. Die beiden innerlich kaputten Teenager richten sich aneinander auf – es wären auch sonst keine fähigen Eltern da, die dies übernehmen könnten. Das junge Schauspielpaar Alex Lawther und Jessica Barden ist dabei zum Niederknien gut. Toll auch, den „Game of Thrones“-Liebling Yara Greyjoy (Gemma Whelan) als Ermittlerin wiederzusehen, deren Fokus nicht nur auf der Arbeit liegt.

Die Serie „The End of the F***ing World“, deren acht Episoden jeweils um die 20 Minuten gehen, wurde ursprünglich vom britischen Sender Channel 4 produziert. Netflix kaufte sich die weltweiten Vertriebsrechte und streamt sie seit dem 5. Januar.

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Samstag, 20. Januar 2018
Attraktivere Namen als im Wettbewerb: Das Berlinale-Forum zeigt sein Programm

„The Green Fog“ | Foto: Berlinale 2018
Eine willkommene Überraschung: Das Forum der Berlinale zeigt sich gut bestückt mit verheißungsvollen Regienamen.

Von den Regienamen her hat das Programm des diesjährigen Forums der Berlinale ein wenig den exklusiven Geschmack einer Thierry-Frémaux-Präsentation in Cannes: Sergei Loznitsa, Corneliu Porumboiu, Guy Maddin und Hong Sangsoo. Das mögen eventuell kleinere oder Nebenprojekte der Regisseure mit internationalem Rang sein. Inhaltlich klingen sie jedenfalls sehr spannend. Am meisten Vorfreude gibt es aber für Ruth Beckermanns dokumentarische Auseinandersetzung mit Kurt Waldheim.

Hong Sangsoos Weltpremiere „Grass“ ist laut der Berlinale eine heiter-melancholische Geschichte über Gäste eines kleinen Cafés, dessen Inhaber die klassische Musik liebt. Kim Minhee, die 2017 den Silbernen Bären für die Beste Darstellerin gewann, spielt hier die Frau am Ecktisch mit dem Laptop, die sich vom Geschehen inspirieren lässt, die Fäden der Dialoge aufnimmt und weiterspinnt, manchmal aktiv ins Geschehen eingreift. Sergei Loznitsas Dokumentarfilm „Victory Day“ beobachtet eine riesige Menschenmenge, die sich alljährlich am 9. Mai am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow versammelt.

Ende der 1980er-Jahre sorgte die Affäre um die NS-Vergangenheit des ehemaligen UN-Generalsekretärs und Bundespräsidenten von Österreich, Kurt Waldheim, weltweit für Aufsehen. Ruth Beckermann montiert mit „Waldheims Walzer“ einen dokumentarischen Essay mit aktuellem Bezug. Der rumänische Regisseur Corneliu Porumboiu zeigt in „Infinite Football“ die abstrusen Anstrengungen eines Beamten in der rumänischen Provinz, der Welt eine Verbesserung des schönen Spiels zu hinterlassen.

Big Guns:

* Victory Day (Sergei Loznitsa)
* Infinite Football (Corneliu Porumboiu)
* Grass (Hong Sangsoo)
* The Green Fog (Guy Maddin, Evan Johnson, Galen Johnson)

Lukas-Foerster-Tipps:

* 14 Apples (Midi Z)
* Aufbruch (Ludwig Wüst)
* Classical Period (Ted Fendt)
* SPK Komplex (Gerd Kroske)
* Afrique, la pensée en mouvement Part I (Jean-Pierre Bekolo)
* Inland Sea (Kazuhiro Soda)
* Waldheims Walzer (Ruth Beckermann)

Carmen-Gray-Tipps:

* Young Solitude (Claire Simon)
* Jahilya (Hicham Lasri)
* The Tree (André Gil Mata)
* Madeline's Madeline (Josephine Decker)

Negative-Space-Ergänzung:

* Aggregat (Marie Wilke)
* Tuzdan Kaide (Burak Çevik)

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Montag, 15. Januar 2018
Ein echter Cannes-Film und viele Fragezeichen
Paula Beer und Franz Rogowski in „Transit“ | © Schramm Film / Marco Krüger
Christian Petzolds Weltkriegsfilm „Transit“ ist ein Geschenk für den Berlinale-Wettbewerb 2018. Ansonsten heißt es beim zweiten Stoß an Filmtiteln: Selbst ausprobieren!

Der Blog Negative Space hatte auf seiner Spekulationsliste vom 20. November des vergangenen Jahres nur vier Filme in der Erwünscht-Kategorie für die Berlinale genannt. Da standen Luca Guadagninos „Suspiria“ und Ulrich Köhlers „In My Room“ drauf, die es wohl beide eher nach Cannes an die Croisette ziehen wird. Aber da stand auch der neue Christian-Petzold-Film „Transit“. Von den dreien war letzterer eigentlich der unwahrscheinlichste Kandidat. Klar, Guadagnino feiert gerade seinen absoluten Durchbruch in der Filmszene. Aber da gibt es doch die Verbundenheit zum deutschen Film, insbesondere zu Rainer Werner Fassbinder, die einen Platz im Berliner Wettbewerb gerechtfertigt hätte. Aber wenn der Film eben noch nicht fertig ist ...

Aber Petzold hatte mit seinem letzten Film „Phoenix“ auch endgültig seinen internationalen Durchbruch gefeiert. Damit war er Titelthema bei der US-Filmzeitschrift Film Comment, damit landete er auf unzähligen Bestenlisten. Wenn die deutsche Filmbranche „Phoenix“ für den besten fremdsprachigen Film eingereicht hätte, wäre das wahrscheinlich auch der Gewinner geworden. Und jetzt hat Petzold einen Anna-Seghers-Roman verfilmt, den sie 1941 und 1942 geschrieben hat. Er hat mit Franz Rogowski („Fikkefuchs“, „Love Steaks“) und Paula Beer („Frantz“) zwei der angesagtesten deutschen Jungschauspieler als Hauptdarsteller. „Transit“ stinkt förmlich vor epischer Qualität und schaut einfach nach dem nächsten großen Schritt für Petzold aus. Eigentlich hätte die Geschichte um einen Mann, der in Frankreich vor den Nazis flieht und die Identität eines toten Autors annimmt, in Cannes laufen müssen. Aber offenbar war der Film fertig. So einfach kann das manchmal sein. „Transit“ ist zusammen mit Wes Andersons Animationsfilm „Isle of Dogs“ die große Nummer des Berlinale-Wettbewerbs. Ein Film mit internationaler Strahlkraft.
Denkmal Romy Schneider
Die sucht man ansonsten auf den ersten Blick bei den anderen bekanntgegebenen Wettbewerbsfilmen der Berlinale vergeblich. Das sind scheinbar viele unbekannte Regienamen, Projekte, von denen man noch nichts gehört hat und auf die nur wenige warten. Es wird sich zeigen, dass auch dort Spannendes dabei ist. Negative Space freut sich schon mal besonders auf „3 Tage in Quiberon“ von Emily Atef über die letzten drei Tage von Romy Schneider. Die Schwarzweiß-Produktion lässt natürlich sofort an die herzzerbrechende Hans-Jürgen-Syberberg-Dokumentation „Romy – Portrait eines Gesichts“ denken. Wir setzen auf den Debütfilm von Adina Pintilie („Touch Me Not“) und glauben an den iranischen Film „Khook“ von Mani Haghighi. Auch „La prière“ von Cédric Kahn klingt interessant. Natürlich ist davon auszugehen, dass es bei der traditionellen 50-Prozent-Trefferquote im Wettbewerb bleibt. Aber das macht doch auch ein bisschen den Reiz aus: Dass man eben nicht weiß, welche Rumänen man sehen muss und dass der neue Lars von Trier Pflicht ist. Auf der Berlinale muss man eben Filme noch selbst entdecken.

Aber die Frage an das Festival muss schon erlaubt sein: Warum bislang kein „Red Sparrow“ mit Jennifer Lawrence, kein „Cold War“ von Pawel Pawlikowski, kein „Mute“ von Duncan Jones, kein „7 Days in Entebbe“ mit Daniel Brühl oder Peter Greenaway? Ist das alles noch nicht fertig oder nicht gut genug? Die Hoffnung bleibt, dass der ein oder andere unterhaltsame Genrefilm doch noch irgendwo im Programm auftaucht.

Auf der To-Watch-Liste (nach Interesse geordnet):

* Transit (Christian Petzold)
* 3 Tage in Quiberon (Emily Atef)
* Touch Me Not (Adina Pintilie)
* Damsel (David & Nathan Zellner)
* Khook (Mani Haghighi)
* La prière (Cédric Kahn)

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