Donnerstag, 19. April 2012
Der Cannes-Wettbewerb 2012
JAGTEN, Thomas Vinterberg ("Submarino")
1x Cannes ["Das Fest", 1998]
PARADIES: LIEBE, Ulrich Seidl
1x Cannes ["Import/Export", 2007]
ON THE ROAD, Walter Salles
2x Cannes [u.a. "Die Reise des jungen Che", 2004]
POST TENEBRAS LUX, Carlos Reygadas
3x Cannes [u.a. "Stellet licht", 2007]
VOUS N'AVEZ ENCORE RIEN VU, Alain Resnais
4x Cannes [u.a. "Hiroshima mon amour", 1959]
MUD, Jeff Nichols ("Take Shelter")
Debüt im Wettbewerb
BAAD EL MAWKEAA, Yousry Nasrallah (Ägypten)
Debüt im Wettbewerb
BEYOND THE HILLS, Cristian Mungiu
1x Cannes ["4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage", 2007]
THE ANGELS' SHARE, Ken Loach
11x Cannes [u.a. "Looking for Eric", 2009]
LIKE SOMEONE IN LOVE, Abbas Kiarostami
4x Cannes [u.a. "Copie conforme", 2010]
TASTE OF MONEY, Sangsoo Im
1x Cannes ["The Housemaid", 2010]
IN ANOTHER COUNTRY, Sangsoo Hong ("The Day He Arrives")
2x Cannes [u.a. "Eine Kinogeschichte", 2005]
LAWLESS, John Hillcoat ("The Proposition")
Debüt im Wettbewerb
LIEBE, Michael Haneke
5x Cannes [u.a. "Die Klavierspielerin", 2001]
REALITY, Matteo Garrone
1x Cannes ["Gomorra", 2008]
KILLING THEM SOFTLY, Andrew Dominik
Debüt im Wettbewerb
THE PAPERBOY, Lee Daniels ("Precious")
Debüt im Wettbewerb
COSMOPOLIS, David Cronenberg
3x Cannes [u.a. "Crash", 1996]
HOLY MOTORS, Leos Carax ("Die Liebenden von Pont-Neuf")
1x Cannes ["Pola X", 1999]
MOONRISE KINGDOM, Wes Anderson
Debüt im Wettbewerb
RUST & BONES, Jacques Audiard
2x Cannes [u.a. "Un prophéte", 2009]
IM NEBEL, Sergei Loznitsa
1x Cannes ["My Joy", 2010]

Wie fasste es Time Out Film zusammen: "22 films. Lots of Aussies and Yanks. No women. A pair of similarly named Koreans. two teenage vampires. Brad Pitt." Nuff said? Auf dem Papier - wie eigentlich immer - ein starker Cannes-Jahrgang. Potenziell skandalfrei, was bedeutet, dass Lars von Trier keinen neuen Film fertig hatte. Potenziell etwas arty-farty, was nur darauf hinweist, dass Quentin Tarantinos "Django Unchained" wohl bei Marco Müllers Rom-Einstand seine Weltpremiere feiern wird. Potenziell natürlich enttäuschend, weil es keinen neuen Paul Thomas Anderson-Film gibt. Wenn man sich dann aber nur kurz an "There Will Be Blood" zurückerinnert, doch irgendwie nicht wirklich. Ein sehr interessantes Gesamtpaket, das für jeden Filmkritiker oder Cineasten da draußen genug Anknüpfungspunkte bietet. Ich bin sehr gespannt auf Andrew Dominik. "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" war 2007 mein Lieblingsfilm. Haneke und Seidl werden natürlich spannend. Thomas Vinterberg macht einen großen Sprung, nachdem er mit "Submarino" auf der Berlinale für tot erklärt wurde. Und dass es Xavier Dolan "nur" in die so genannte zweite Liga, nämlich die Un certain regard-Reihe, geschafft hat, verwundert auch ein wenig. Und wer wusste schon, dass David Cronenberg einen Sohn namens Brandon hat, der offenbar ein so talentierter Filmemacher geworden ist, dass Cannes nicht um ihn herumkam. Bei Jurypräsident Nanni Moretti würde ich übrigens spontan auf Ken Loach als Goldenen Palmen-Gewinner tippen, obwohl er mit "The Wind That Shakes the Barley" bereits einmal gewonnen hat. Es schockiert indes, dass es angesichts solcher Namen wie Francois Ozon, Olivier Assayas oder Laurent Cantet in der Verlosung "nur" drei Franzosen letztlich in den Wettbewerb geschafft haben.

Links: - Cannes, - Peter Bradshaw, - Guy Lodge, - Variety

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Loach oder auch Haneke würde ich vorab auch zu den aussichtsreichsten Palmen-Aspiranten zählen. Spannendere Frage vielleicht die Most-Wanteds im vorher/nachher-Vergleich. Oder, wie ich für mich umformulieren würde - Top-5 der Filme, die ich gerne auf dem Filmfest München sehen würde: Reygadas, Resnais, Hong, Carax und Dominik (insgeheim darauf spekulierend, dass Seidl und Cronenberg auch regulär nicht allzu lange auf sich warten lassen). Loznitsa als Joker. Auf dem Papier schon eine ziemlich starke Aufstellung.

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Bob Koehler rechnet die Goldene Palme ja sehr kreativ, aber nicht aus der Luft gegriffen auf Carlos Reygadas runter. Ich würde Loach mittlerweile als heißen Kandidaten ausschließen, weil ich den Trailer zu seinem neuen Film gesehen habe. Das ist ein milder Komödienausreißer wie "Looking for Eric" oder "Taking Woodstock", mit denen die Jurys traditionell nicht viel anzufangen wissen. Am meisten interessiert mich Bill Wheatleys "Sightseers" in der Directors' Fortnight. Ansonsten finde ich es verlorene Liebesmüh, mir jetzt schon Gedanken zu machen, weil die Filme alle noch durch das Stahlbad der Kritik müssen. Das hat bekanntlich riesige Auswirkungen auf die eigene Vorfreude. Aber natürlich: Dominik, Seidl & Haneke sind präferiert.

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Der Witz an den Vorab-Gedanken ist ja gerade, dass die Kritikerreaktion und oft auch sonst nicht viel über die Filme bekannt ist. Papier/Auteur-Potenzial vs. Buzz, oder so ähnlich ;) Wobei meine Vorab-Most-Wanteds sich jetzt eigentlich weitestgehend über die Kritikerreaktionen gehalten haben. Resnais klingt zwar nicht ganz so toll wie erhofft, will ich aber weiterhin unbedingt sehen, ebenso wie die anderen drei, nur Dominik würde ich gegen den Joker Loznitsa (oder Garrone, und Seidl und Cronenberg sowieso weiterhin gesetzt) eintauschen. Kiarostami, Haneke und Vinterberg klingen jetzt zwar doch interessanter als ich vorab angenommen hatte, aber so richtig machen die mich dennoch nicht an. Fürchte aber, dass die Palme an einen dieser drei geht. Die Daumen drücke ich für Carax, allein schon, weil der den Push gut gebrauchen kann, damit bis zur Finanzierung/Realisierung des nächsten Projekts hoffentlich nicht wieder 13 Jahre verstreichen. Koehlers Prognose dürfte nach der zwiegespaltenen Reaktion auf den Reygadas wiederum ziemlich unwahrscheinlich sein. Gegen eine geteilte Palme für Reygadas und Carax hätte ich aber auch nichts einzuwenden, immerhin würde das die Chancen deutlich erhöhen, dass man die beide bald zu sehen kriegt. Wäre insofern fast die Optimallösung... :D Ansonsten: MANIAC, SUENO Y SILENCIO, LOS SALVAJES, SIGHTSEERS, STUDENT, HOLD BACK, LA NOCHE DE ENFRENTE und MEKONG HOTEL reizen mich aus den Nebensektionen besonders (und Argentos DRACULA 3D dann trotz allem doch irgendwie auch). Trotzdem war die Vorfreudeliste schon mal ein paar Titel länger, da würde ich dir tendenziell zustimmen, auch wenn ich es bei weitem nicht so kühl sehe, wie es in deinem Tweet klingt. Sind wiederum schon einige Filme dabei, auf die ich wirklich sehr scharf bin, was auch nicht jedes Jahr so ist.

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Schön widersprüchlich ja. Ich bin da beeinflussbarer, gerade wenn die Starttermine der meisten Filme noch in den Sternen stehen. Der neue Resnais hat immerhin die Höchstwertung von Michel Ciment im Screen Daily-Kritikerspiegel bekommen, wobei der von Jahr zu Jahr auch wirrer und patriotischer punktet. Eine zweite Goldene Palme für Haneke fände ich lustig; dann kann der das Filmemachen wegen zu viel Lob praktisch einstellen. Ansonsten halten sich meine Sympathien doch arg in Grenzen. Mag das ja eigentlich nicht so, wie im Falle von HOLY MOTORS, wenn sich alle ausgehungert wie Schakale auf den einen großen Ausreißer stürzen und ihn bis in den Himmel loben. Das kann dann nur enttäuschen. Und Argento hat ja selbst bei seinen größten Anhängern die volle Breitseite bekommen. Der Trailer macht nicht viel mehr Mut. Aber bei der Genrefilmknappheit wird man wohl nicht drum herumkommen. Ich freue mich aktuell einfach über den neuen Wes Anderson. Dem würde ich auch ein paar Preise gönnen. Was der da alles reingepresst hat. Ich würde sogar schwören, einen Song aus meinem absoluten Lieblingsfilm "They All Laughed" am Anlegesteg wiedergehört zu haben. Und Bruce Willis den Darstellerpreis!

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Haneke kriegt die Palme, Loach den Jury-Preis - ziemlich erschreckend, wie nah ich da mit meiner Vorab-Prognose dran lag (wetten hätte sich gelohnt...). Vor allem bin ich wahrlich alles andere als glücklich darüber, auch wenn nicht viel anderes von dieser Jury zu erwarten war. Unnötiger hat sich eine Preisvergabe dennoch selten angefühlt.

Bezüglich Seidl geht's mir übrigens ganz anders als dir, da bin ich jetzt nach dem Festival eher gespannter als vorher. Der war zwar genau das Gegenteil eines Konsensfilms, hatte dafür aber einige umso vertrauenswürdigere Unterstützer. Gutes Zeichen imho, diese Mischung aus Hass und Bewunderung. Ebenso bei Reygadas.

Auch die Genrearmut sehe ich jetzt nicht direkt, im Gegenteil scheint Cannes in diesem Bereich 2012 noch vergleichsweise ergiebig gewesen zu sein. Was gab es 2011, wenn man den Markt ausnimmt? DRIVE, MISS BALA, YELLOW SEA, WU XIA, SNOWTOWN, im Wesentlichen. Nicht übel, klar. Aber da ist 2012 trotz enttäuschend klingender KILLING ME SOFTLY oder LAWLESS (DRACULA ebenso mal außen vor) gar nicht mal so schlecht aufgestellt, mit THE SIGHTSEERS, COSMOPOLIS, WHITE ELEPHANT, GANGS OF WASSEYPUR, FOR LOVE'S SAKE (der deutlich interessanter als Miikes letztjähriger HARA-KIRI klingt) oder MANIAC, auf den ich momentan tatsächlich so gespannt bin wie auf kaum was anderes. Und den Carax kann man da vielleicht sogar auch noch halb dazu zählen.

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Juryurteile sollen nicht glücklich machen - schon gar nicht die Kritiker. Ich kenne es gar nicht anders, als dass man sich letztlich nur an ein, zwei Nennungen erfreut. Ich habe die Verleihung live geschaut, fast kein Wort verstanden, mich aber über die immer wieder beeindruckende Liste von Filmprominenz gefreut, welche die Preise vergeben hat. Interessanterweise war Loach trotz Jurypreis nicht im engeren Favoritenkreis der Jury für die Goldene Palme. Das waren, glaube ich, Carax, Reygadas und Seidl oder so. Und HOLY MOTORS bekam dann gleich gar nichts. Wenigstens konsequent. ;)

Dann lies mal Suchsland und sei noch gespannter! Ich wusste schon, als ich die zwei kleinen Ausschnitte vor dem ganzen Kritikerrummel sah, dass es PARADIES: LIEBE bei mir schwer haben würde. Zu stark ist mir noch Laurent Cantets ganz toller und thematisch ähnlich gelagerter Film IN DEN SÜDEN im Kopf. Hass zu Reygadas habe ich übrigens gar nicht mitbekommen. Das war mehr eine Mischung aus selbstloser Fanboyliebe und Gleichgültigkeit. Karina mochte den ja leider auch ziemlich. :)

Oh, 2011 war reich gesegnet mit Genreentdeckungen. Das lässt sich eigentlich immer ganz prima an Alan Jones' Cannes-Tagebuch für das FrightFest ablesen, das dieses Jahr so gar nichts hergab. Normalerweise hatte ich dann immer eine gute Handvoll Empfehlungen, die man sonst noch nicht gelesen hatte. Und warum sollte man den Markt ausnehmen; der ist doch teilweise die echte Fundgrube. Es wird immer dann dünn, wenn die Genrehounds hauptsächlich auf den Wettbewerb verweisen müssen, der in richtig guten Jahren fast nur aus mindestens interessanten Treffern besteht und dieses Jahr am Ende wie ein Schlachtfeld aussah. Und tut mir leid, aber der Miike sieht auch schlimm aus. Da habe ich deutlich spannendere Asienware auf meinem Wunschzettel. Aber wer weiß, was das Fantasy Filmfest und das Fantastic Fest im Herbst noch ausgraben werden.

P.S. Warum Thomas Langmann neuerdings aufregende Horrorfilme produzieren sollte, müsstest du mir aber auch mal erklären. Wozu Elijah Wood ertragen, wenn es letztes Jahr schon Eckhart Schmidt gab???

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Wenn man sich 2010 anschaut, können Jury-Urteile durchaus glücklich machen. Zugegeben eher die Ausnahme. Kommt halt auch immer auf die Jury-Zusammensetzung an, die diesmal ohnehin in mancher Hinsicht recht fragwürdig war. Wenn man sich (rein zufällig gewählt, weil kürzlich über ein kurzes Eastwood-Interview zur damaligen Palmenvergabe gestolpert) nur mal anschaut, wie 1994 etwa die Jury zusammen gesetzt war - in jeder Hinsicht breiter und diversifizierter aufgestellt. Aber das ist dann sowieso nochmal ein anderer Punkt. Das mit Carax, Reygadas und Seidl hatte ich übrigens eher so verstanden, dass die drei halt in der Jury insgesamt besonders umstritten waren, aber sie es dann nur für nötig befanden, lediglich einen davon *irgendwie* auszuzeichen.

Den Cantet kenne ich nicht, aber der war seinerzeit ja mindestens genauso umstritten und ist dann wohl doch nochmal ganz anders gelagert - im formsprachlichen Ansatz mit Sicherheit sowieso. In der Nachwirkung scheint Seidl jedenfalls an Fans zu gewinnen, Robert Koehler spricht in der Indiewire-Nachbetrachtung (http://www.indiewire.com/article/critical-consensus-robert-koehler-and-michael-phillips-on-the-best-and-worst-of-cannes-2012 - Links scheinen bei dir nicht nach Standard-Html zu funktionieren?) auch davon, dass er ihn mit etwas Abstand möglicherweise sogar für Seidls besten Film hält. Bei critic.de war man mit dem Film und dem Jahrgang ebenfalls durchaus nicht unzufrieden (http://www.critic.de/special/cannes-2012-filme-lasst-mich-stolpern-3560/). Bleibe jedenfalls gespannt.

Der Markt ist halt insgesamt viel zu umfangreich, als dass sich da selbst jemand wie Jones (der zudem ja auch nicht frei von Interessen bzgl. seines eigenen Festivals ist) da wirklich einen umfassenden Überblick verschaffen könnte. Daher sehe ich das eher skeptisch. Hinsichtlich MANIAC hat mich vor allem der Trailer überzeugt, der in Besetzung und Ästhetik nach genau jener Art von Gegenentwurf zum Original aussieht, die das Ganze wieder spannend macht. Und nachdem der Film ja komplett aus der subjektiven Perspektive erzählt sein soll, kriegt man Wood ohnehin lediglich in Spiegeln oder auf Bildern im Film zu sehen :)

Passend zu deinem sich zurück nach Berlin richtenden Blick habe ich nun endlich doch noch einen Rückblick hinbekommen. Auch wenn man sich natürlich vorerst auf Croisette-Einschätzungen aus zweiter Hinsicht verlassen muss, scheint es aber tatsächlich so, dass im Gesamtbild - die Nebensektionen miteinbeziehend - Berlin diesmal in der Filmauswahl tatsächlich durchaus konkurrenzfähig mit Cannes gewesen ist. :)

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Natürlich wegen des Darsteller-Preises für Javier Bardem, nehme ich mal an. ;) Habe festgestellt, dass ich die Cannes-Jahrgänge immer dann besonders gründlich abgrase, sobald ein neuer Tarantino-Film im Wettbewerb läuft. Aus deinem Lieblingsjahrgang 2010 habe ich zum Beispiel gerade mal drei Wettbewerbsfilme bis heute gesehen. Und "Outrage" konnte ich dabei nicht wirklich leiden. Interessante Interpretation deinerseits, was die Goldenen Palmen-Kandidaten betrifft. Ich glaube, das war ein Tweet von Neil Young. Und ich war immer zu faul, Nanni Morettis PK dazu anzuhören. Dafür hasse ich die Kunst der Simultandolmetscher einfach zu sehr.

Klar, Seidl hat schon seine Fürsprecher/Anhänger. Ich will mich trotzdem vorerst nicht gegen mein persönliches Desinteresse wehren. Vielleicht kann ich dann umso mehr Lust generieren, wenn denn "Paradies: Liebe" wieder aktuell ein Thema ist.

Jones hat vor allem eine Klatsche, wenn es um Filme geht, die auch nur den schwächsten Anflug von Disco-Elementen enthalten. Und er steht natürlich generell den meistens doch eher mediokeren Genrefilmen recht anspruchslos gegenüber. Wenn man ihn aber jahrelang liest, lassen sich nur zu leicht die unterschiedlich abgestuften Superlative entschlüsseln.

Dafür, dass "Maniac" aus der Egoperspektive gefilmt sein soll, wird Wood aber verdammt häufig in Trailer und Werbekampagne als Aufmacher genutzt. Bin dann mal ein bisschen gespannt, ob der deine Erwartungen erfüllen kann.

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Lieblingsjahrgang 2010 wäre wohl zu viel gesagt, bezog mich da schon bewusst erstmal nur auf die Juryentscheidungen. Aber einige filmische Großtaten gab's tatsächlich (gesehen habe ich neun Wettbewerbsfilme), würde ihn schon dem von manchen gefeierten 2009er Jahrgang vorziehen. 2011 hatte aber durchaus auch einiges für sich. Das mit der Jury-Interpretation meine ich irgendwo explizit so gelesen zu haben, aber ist letztlich wohl auch egal.

MANIAC sucht man bislang ja leider auch vergeblich im FFF-Line-Up, wird ansonsten wohl noch etwas dauern. Danke übrigens noch für deine Twitter-Empfehlungen BEYOND THE BLACK RAINBOW und THE RAID. ;) Gerade bei den beiden gehe ich aber davon aus, dass man gut beraten ist, sie möglichst auf großer Leinwand wirken zu lassen. Zumindest bei Letzterem gibt's ja nun sogar regulär die Chance. Kann mir da nicht verkneifen, die Euphoriebekundung von Sebastian Selig zu zitieren: "THE RAID ist wahrlich ein Film, den man groß und laut und mit von Entsetzen und "Fuck, habe ich das gerade wirklich gesehen"-Reaktionen gepacktem Publikum in einem dunklen Kinosaal erlebt haben muss. Für genau solche Filme gibt es Kinos. [...] Mein Plan für die kommenden Wochen: wenn möglich, jeden Tag einmal THE RAID im Kino sehen. Weil eine derartig intensive Grobildleinwanderfahrung bekommt man wohl in den kommenden 10 Jahren so schnell nicht wieder geboten." :) Versuche trotzdem, meine Erwartungen im Zaum zu halten. Ganz so konsequent wie ursprünglich erhofft wird er wohl nicht sein. Aber einiges hermachen hoffentlich schon...

KLIP (und der griechische L) ist dafür vielleicht was für Movies & Sports. Stecken mir wiederum trotz interessanter Ansätze etwas zu sehr im Konzept fest. Und KLIP drückt etwas forciert auf die Provo-Schiene, was beim Paradoxon von "simulierten HC-Szenen" etwas albern wird (aber da kamen wir ja schon bei SERBIAN FILM nicht zusammen). Die großartige Hauptdarstellerin reißt allerdings einiges raus.

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Ich schätze Sebastian Selig sehr. Und er ist ein gewichtiger Grund, wieder regelmäßiger bei Hard Sensations reinzuschauen. Genauso wie Jochen Werner den Perlentaucher extrem aufgewertet hat. Nur: Der Film "The Raid" ist noch einfältiger als der um ihn gemachte Hype. "Klip" habe ich seit Rotterdam auf dem Schirm. Hoffe, er ist kein zweiter "Hemel"! Movies & Sports wird sich aber auf jeden Fall diesem speziellen Tipp der Eskalierende Träume annehmen. :)

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Nein, KLIP ist kein zweiter HEMEL, leider. Aber er hat schon was. :)

Bezüglich THE RAID muss ich leider tatsächlich eine Enttäuschung vermelden. Die Martial-Arts-Plansequenzen in den Fluren sind ziemlich grandios, aber der Film insgesamt leider doch zu inkonsequent. Bleibe jedoch dabei, dass die Prämisse durchaus den richtigen Weg weist, aber der Film scheint ihr leider selbst nicht recht zu vertrauen, weshalb dann halt doch wieder blöde Nebenhandlungen eingebaut werden (Bruder, schwangere Frau etc.). Hinzu kommt, dass er im Kino offenbar leider ausschließlich in der ziemlich erbärmlichen deutschen Synchro angeboten wird, und auch die neue Musik der internationalen Fassung passt nur bedingt (die Schnittdynamik im großartigen Toronto-Trailer funktioniert letztlich besser als im Film). Vielleicht kann O-Ton und die indonesische O-Musik da nochmal was reißen, aber der vorsichtig erhoffte große pure Actionfilm, ist das für meine Begriffe dann doch nicht geworden. Bleibt nur weitersuchen und hoffen. Irgendjemand wird das Potenzial schon mal ausschöpfen.

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Dann gibt es also noch Hoffnung! :)

Wenn die deutsche Synchro so schlecht ist wie bei "Dogtooth", dann gute Nacht! Aber dann hast du offenbar auf die so beschworene "The Raid"-Kinoerfahrung verzichtet. Ich kann es dir nicht verübeln. Das einzige, was die ganze Aufregung gebracht hat, ist der leichte Integritätsverlust ansonsten geschätzter Stimmen. Nur: Actionfans sind in den letzten Jahren wirklich nicht verwöhnt worden. Von daher verstehe ich schon, warum aus dem gereichten Knöchel ab und an ein orgiastisch schmeckender Braten gemacht wird.

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Nein, habe nicht auf die Kinoerfahrung verzichtet, sonst wäre ich ja nicht in den Ungenuss der deutschen Synchro gekommen. Dabei bin ich wohl derzeit gar nicht mehr soo allergisch gegen aktuelle Synchros, soweit sich das anhand der nur selten vorkommenden Wagnisse diesbezüglich sagen lässt. Die von L'APOLLONIDE fand ich jedenfalls erstaunlich in Ordnung, als ich mich da nach langem Zögern doch noch dafür entschied, dieses Meisterwerk beim Kinostart nochmal in seiner ganzen analogen Pracht auf der Leinwand mitzuträumen. Aber bei THE RAID ging's nach hinten los. Und dito, was das Verständnis für die Actionfans angeht. Manche schwören da ja zunehmend auf versteckte DTV-Perlen. Werde beim FFF wohl einen Blick auf Hyams UNIVERSAL SOLDIER wagen und hoffen, da ein Stück weit die jetzt schon vom Berlin-Screening vermeldete Begeisterung Jochen Werners teilen zu können (dass die Mehrheit der FFF-Besucher den Film wohl regelrecht hasste, ist jedenfalls auch nicht das schlechteste Zeichen, das habe ich dort schon seit CALVAIRE mit manch großem oder zumindest interessanten Film erlebt).

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Wer "V/H/S", den der gewitzte Jochen Werner in einem Atemzug mit "Universal Soldier: Day of Reckoning" als das Meisterwerk des Programms ausgerufen hat, langweilig findet und dafür "God Bless America" in den Himmel lobt, muss einen an der Marmel haben - oder eine Dauerkarte besitzen. Oder beides, was wahrscheinlicher ist.

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Die Antwort gehörte jetzt aber eigentlich zum anderen Faden, oder? ;) Transportiere sie doch bei Gelegenheit dort hin, lösche diesen Hinweis von mir hier einfach wieder, und dann antworte ich baldmöglich dort zum mittlerweile gesehenen V/H/S :)

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Der Ort war schon mit Bedacht gewählt, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu killen und den Deckel auf das Geplänkel zu machen. :) Will dich aber auch nicht davon abhalten, in welchem Blogpost du auch immer dich dazu bemüßigt fühlst, "baldmöglich" deinen Senf zu "V/H/S" nachzuschieben. Jedenfalls so lange nicht eines deiner heimlichen Twitter-Psuedonyme 'Rotze' heißt. ;)

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Mach ich dann lieber an passender Stelle, da finde ich den Deckel passender ;) Und mein missverständliches "baldmöglich" war natürlich nur als Willensbekundung, das Geplänkel nochmal etwas knackiger und schneller zu machen gemeint, und nicht so, dass ich meine Meinung da für so wichtig halte, dass sie nun schnellstens irgendwo raus müsste. Tja, um das zu unterstreichen, war jetzt wiederum leider doch zwangsläufig eine längere Kunstpause nötig... ^^

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