Donnerstag, 15. Oktober 2009
Deutsche Wochen: Vol. 4
InsideKino gibt den aktuellen deutschen Marktanteil bei 25,2 Prozent an. Acht der Top Ten-Filme sind deutsche (Co-)Produktionen. Das Wochenende wird zeigen, ob die Komödie "Männerherzen" einzig und allein von der Werbekampagne getragen wurde oder die Menschen auch den Film mochten. In letzterem Fall gäbe es so gut wie keinen Zuschauerverlust und den zweiten deutschen Blockbuster des Jahres. Ansonsten werden sich die Zahlen im Umfeld von Mario Barths Versuch einpendeln, der es mit der höchstmöglichen Medienaufmerksamkeit nicht einmal über die zwei Millionen-Zuschauermarke schaffte. "Wickie und die starken Männer" ist inzwischen ein richtiger Blockbuster mit enormen Steherqualitäten, der mindestens Platz drei der Jahrescharts sicher haben müsste, wenn die Twilight-Groupies demnächst nicht die Revolution am Boxoffice ausrufen. Die Frage nach der Konstanz stellt sich auch bei "Wüstenblume", "Verblendung", "Gangs" und "Vision". Nur ein echter neuer Hollywoodkonkurrent wird mit der Jerry Bruckheimer-Produktion "G-Force" in die Mulitplexe gespült. Ob das die Zuschauer interessiert, ist eine andere Frage. Der Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, Michael Hanekes "Das weiße Band", wird dagegen klein in etwa siebzig Kinos herausgebracht. Ein Top Ten-Platz sollte drin sein. Aber auch da sind es noch mehr die kommenden Wochen, die zählen werden. Ein Tausender-Kopienschnitt zum Start kann trotzdem nicht schaden.

Updates?

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Blickpunkt Film sieht am Montagmorgen "Männerherzen" auf Platz eins mit etwa 380.000 Zuschauern. Damit nimmt die Komödie Kurs auf die magische drei Millionen-Marke und erhofft sich einen Top Ten-Platz in den Jahrescharts. Sehr schöne Erfolgsgeschichte. "Wicki und die starken Männer" holen noch mal 290.000 Zuschauer. Eine sehr, sehr schöne Erfolgsgeschichte, von der man nach den ersten zwei Wochenenden nicht zu träumen gewagt hatte. Laut den Flüsterzahlen von InsideKino sieht es auch gut aus für die deutschen Filme auf den hinteren Rängen. "Wüstenblume" kann 75.000 und "Verblendung 70.000 Zuschauer halten, womit beide nun auf der Stelle schweben. "Lauras Stern 2" und "Gangs" halten sich mit 50.000 Zuschauer ganz wacker. Und "Das weiße Band" hätte einen soliden Arthouse-Start mit ca. auch 50.000 Zuschauern. Erwähnenswert bleiben die guten Zahlen, die "Maria, ihm schmeckt's nicht" und "Inglourious Basterds" weiterhin außerhalb der Top Ten schreiben.

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Und wie inzwischen fast jede Woche liegt auch dieses Mal Blickpunkt Film daneben, wenn es um die Verkündung der montäglichen Spitzenposition geht, die dann ein paar Stunden später beispielsweise von Spiegel Online falsch abgeschrieben wird: Nun wird Bruckheimers "G-Force" als neue Nummer eins verkündet. Es ändert indes nichts daran, dass es für "Männerherzen" richtig gut gelaufen ist: 364.225 Zuschauer.

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Wenn die deutschen Filme in den nächsten Wochen die amerikanische Konkurrenz fürchten müssen, wäre das bei den Namen Michael Jackson und "Twilight". Der zweite Teil der Vampir-Saga, "New Moon", hat nach nur wenigen Stunden im Vorverkauf bereits über 150.000 Tickets abgesetzt. Und das brachte die Server der meisten Multiplexe zum Absturz. Constantins Blockbuster "Die Päpstin" stößt derweil auf erwartet launige deutsche Kritiker. Das vermeldet zumindest Moviepilot und zitiert aus gerade mal drei Kritiken, wobei eine von der mir völlig unbekannten Seite Filmsprung stammt und die anderen von Jan Schulz-Ojala (Tagesspiegel) und Daniel Kothenschulte (FR).

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Die offiziellen Zahlen der Top Ten: "Männerherzen" (364k) bleiben stark und knacken die erste Zuschauermillion, "Wicki" kriegt immer größere Flügel, steht jetzt schon bei 4,2 Mio. Zuschauern, Sherry Hormanns "Wüstenblume" schon bei insgesamt 700k und die deutsch-schwedisch-dänische Produktion "Verblendung" bei 378k. Dass es für "Das weiße Band" schwer werden würde, keine Frage, dass aber nur 57k am ersten We heraussprangen, enttäuschte. "Lauras Stern 2" und "Gangs" krebsen jeweils bei insgesamt 340k herum. Wenn sie das noch ein paar Wochen machen, sind sie zumindest keine Flops mehr.

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