Samstag, 5. Januar 2013
Most-Wanted: Januar 2013
Eberhard Schröder - Die Klosterschülerinnen.
Ernst Hofbauer - Prostitution heute.
Kurt Nachmann - Die nackte Gräfin, Mache alles mit.
Alfred Vohrer - Verbrechen nach Schulschluss, Gl. H. am Pinnasberg.
Franz Antel - Liebe durch die Hintertür, Turm d. verbotenen Liebe.
Rolf Thiele - Grimms Märchen, Gelobt sei was hart macht.
Adrian Hoven - Der wilde Blonde mit der heißen Maschine.
Jozef Zachar - Komm liebe Maid und mache.
Hans Schott-Schöbinger - Die nackte Bovary.
Ulli Lommel - Jodeln is ka Sünd.
Rolf Olsen - In Frankfurt sind die Nächte heiß.
Eckhart Schmidt - Erotik auf der Schulbank.
Gustav Ehmck - Die Spalte.
Michael Verhoeven - Der Bettenstudent.
Günter Hendel - Graf Porno und seine Mädchen.
Alois Brummer - Obszönitäten.
Diverse - Die Helga-Filme, Van de Velde-Filme.

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Sehr schmackhafte Auswahl! Die Hälfte kenne ich und mag ich fast alle sehr (besonders aus dem Rahmen fallen der Hoven und der Ehmck, der erste Helga-Film ist dagegen schon arg zäh, wenn auch nicht so hart wie ANATOMIE DES LIEBESAKTES, einer der bizarrsten, aber auch quälendsten Aufklärungsfilme), die andere Hälfte will ich fast durchgehend auch sehen. Wobei DIE NACKTE BOVARY mich weniger reizt, obwohl die zeitnah entstandenen ANDREA und VON HAUT ZU HAUT von Schott-Schöbinger einiges für sich haben. Bin aber viel neugieriger auf NACKT WIE GOTT SIE SCHUF. Van de Velde sagt mir wenig, Theodore H.? Wie kommst du darauf? Erinnert mich spontan ein wenig an den österreichischen HYGIENE DER EHE aus den 20ern, den ich mal in Wien sah. Versehen mit einem Elektro-Noise-Sound, der den verstörenden Unterbau des Films freilegte. Heftig. Und LIEBE DURCH DIE HINTERTÜR hat einen ziemlich denkwürdigen, leider online offenbar nicht verfügbaren Trailer, dessen gesungenes "Nacke-Di, Nacke-Du, Nacke-Dei" einem nicht so schnell aus dem Ohr geht. Wie manch anderer Erotikfilm der späten 60er sogar in CinemaScope gedreht, das gab's in den 70ern dann ja fast gar nicht mehr, oder kennst du Gegenbeispiele?

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"Helga" will ich unabhängig von seiner Qualität einfach mal gesehen haben, weil er damals die ganze Lawine ins Rollen brachte. Theodoor Hendrik Van der Velde war der niederländische Oswalt Kolle, nur eben schon in den 1920er und 1930er-Jahren. Die Rialto griff unter der Regie von dem von mir sehr geschätzten Franz Josef Gottlieb zwei seiner damaligen Bestseller im Strudel der Aufklärungsfilmwelle auf. Gerade die Reaktionen anderer Studios auf Erfolgsfilme, die einen Trend lostraten, finde ich ziemlich interessant. Den unwiderstehlichen Nackedei-Song kenne ich aber auch aus einem anderen Film (der Ostfriesen-Report?), den hat also "Liebe durch die Hintertür" nicht exklusiv. Die Liste ist jedenfalls eine Mischung aus Filmen, die ich mir gerade bestellt hatte oder die ich an der Angel habe oder die noch aus meinen letzten Schlachten als Kandidaten übrig geblieben sind.

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Verstehe ich gut, ging mir mit HELGA ja genauso. Den ziemlich grausigen OSTFRIESEN-REPORT habe ich nicht mehr präsent genug, bewusst erinnere ich mich da nicht an den Nackedei-Song, aber das muss in dem Fall nicht viel heißen. Ansonsten sind wir als HK gerade vor allem auf den von uns so genannten "Frühschmier" aus, also die noch etwas vorsichtiger anzüglich-verruchten Filme, die von den späten 50ern bis in die späten 60ern oft noch in s/w langsam und mit der Aura des Geheimnisvollen ins Zwielicht vorstießen, gewissermaßen die Vorhut der späteren Welle. Schier, Schlesinger, Tressler, Glück etc. – viel davon heute leider nur noch schwer greifbar, weil noch nicht freizügig genug, um heute noch mit diesbezüglichen Schauwerten verkaufbar zu sein. Kino sowohl zwischen kommerziellen als auch zwischen "seriös"-institutionellen Schienen, halb-vergessen, mitunter womöglich fast oder bald verschollen. Ein kürzlich in Köln gesehener Trailer zu SCHREI NACH LUST – LIEBE ALS KÖDER sah z.B. schlichtweg unglaublich aus, das expressive schwarz/weiß, psychedelische Bilder und Musik, vorsichtig andeutungsvolle Anzüglichkeiten, Trance-artige Impressionen. Der Stoff, der unser Begehren weckt und, soweit irgendwie und irgendwo doch noch greifbar, weiterhin Kongresse anheizen wird. :)

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Ich bin zu faul, in meinen Aufzeichnungen nachzuschlagen, aber ich bin mir doch ziemlich sicher, weil ich auch eine Zeitlang durch die Gegend gelaufen bin und immer wieder diesen Ohrwurm vor mich hergeträllert habe. Einfach unwiderstehlich. Und ja, der Ostfriesen-Report war gruselig schlecht. Ich hatte ihn mir damals vor allem als Alena Penz-Komplettist angeschaut, wobei ich grundsätzlich Walter Boos als Regisseur auch ziemlich brauchbar finde. Kennst du dann auch Rolf Thieles "Schwarz-weiß-rotes Himmelbett"? Ganz wundervolles Frühwerk der German Sexploitation. Und ich glaube, dir könnte "Die nackte Gräfin" gefallen. Ist zwar kein Frühwerk, aber mit so vielen psychedelischen Bildern zu Anfang ausgestattet, dass ich die DVD, obwohl Kurt Nachmann draufsteht, ausgemacht habe. ;)

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In der Tat mag ich DIE NACKTE GRÄFIN sehr, wir hatten es zu kino.de-Zeiten in dem Zusammenhang auch mal von Nachmann. Wobei ich den Film als schwarz-weiße Arbeitskopie gesehen habe, was ihm tatsächlich noch mal eine ganz spezielle Aura verleiht. Und was gibt es denn bitteschön gegen psychedelische Bilder zu sagen?! Gerade inszenatorisch ist mir eine gute Portion abgedrehter Irrsinn allemal lieber als biedere Hausmannskost. Walter Boos ist imho ein kurioser hit-and-miss-Fall, Großtaten wie DIE JUNGEN AUSREISSERINNEN und DIE SCHULMÄDCHEN VOM TREFFPUNKT ZOO stehen völlige Rohrkrepierer wie URLAUBSGRÜSSE AUS DEM UNTERHÖSCHEN oder eben der OSTFRIESEN-REPORT und dessen kaum minder gruselige Fortsetzung gegenüber. Dazwischen überwiegen mit MAGDALENA (ich weiß, du magst ihn nicht), DREI SCHWEDINNEN AUF DER REEPERBAHN und den SCHULMÄDCHEN-REPORT-Mitarbeiten aber die positiven Erfahrungen. Bei KESSE TEENS UND IRRE TYPEN bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob wir ihn komplett gesehen haben. Thieles HIMMELBETT kenne ich leider noch nicht, mag aber einiges von ihm sehr, allen voran GRIMMS MÄRCHEN und den wunderbaren UNDINE 74. Bin also keinswegs aufs Sexploitation-Frühwerk festgelegt, ist nur gerade so ein besonderer Interessensschwerpunkt, weil das im Allgemeinen so sträflich unterschätzt und vor allem so wenig bekannt und zugänglich ist.

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Gerade (wieder) zufällig über diese wunderschöne Aulistung gestolpert. Kenne bisher selbst nur 5 deiner 20 gelisteten Wunschkandidaten, will aber vieles davon auch schon teilweise lange sehen.
Wie ist es dir mit disen Schätzen in den letzten viereinhalb Jahren ergangen? Alles geborgen? Noch Lücken? Oder könntest du gar wieder eine neue Liste, mit weiteren 20 elusiven Schmankerln zusammenstellen? Fragen über Fragen.

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Du gräbst ja längst verschollen geglaubte Listen aus. Als ich die Filme aufgeschrieben habe, war ich in diesem Genrebereich aktiv, was aktuell gar nicht mehr der Fall ist. Aber ich hatte damals noch einiges geschafft. Diverses würde hier auch bereit liegen. Bist du gerade selbst in dieser Ecke unterwegs?

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